Kann man minderjährig einen Reitbeteiligung versichern?
Hallo,
ich hätte gerne eine RB,
allerdings erlauben meine Eltern das nicht, vorallem wegen der Versicherung. Also wer zahlt wenn mal was passiert.
Gibt es dafür eine Versicherung oder so? Brauch man das? Und an alle Pferdebesitzer: Sind Minderjährige für euch überhaupt eine Option als RB?
Ich weiß natürlich dass das jeder anders sieht, allerdings habe ich verschiedene RBs gefunden, in denen nichts von <18 steht und die von Entfernung etc. Kein Problem darstellen. Also sind mein Alter und die Versicherung meine einzigen Probleme...
10 Antworten
Da Reiten doch eine gewisse Unfallwahrscheinlichkeit birgt bzw. Stürze doch manchmal deutlichere Gesundheitsfolgen haben als bei anderen Hobbys, ist gut zu prüfen, ob man nicht auch eine Unfallversicherung haben möchte.
Unbedingt sollte man schon für Kinder BU-Versicherungen abschließen, da man da Chancen auf viel bessere Tarife hat als wenn man erst im Erwachsenenalter in die Versicherung eintritt. Auch die Gesundheitsprüfung sieht da viel positiver aus. Und wenn ein 15-jähriges Mädel aufgrund eines Reitunfalls für sein Leben BU wird, deckt den Ausfall keine Unfallversicherung oder bestenfalls grenzwertig und das kann richtig heikel werden.
Bei der Tierhalterhaftpflichtversicherung des Eigentümers des Pferdes ist absolute Vorsicht geboten:
- "Mitversicherte Reitbeteiligung" kann heißen, Schäden AN der Reitbeteiligung sind versichert, kann aber auch heißen, es sind Schäden versichert, die das Pferd in Obhut der Reitbeteiligung anrichtet. Hier gilt es unbedingt zu prüfen, was dabei ist. Auch, wenn Schäden AN der Reitbeteiligung versichert sind, darf man sich nie darauf verlassen. Was, wenn der Eigentümer des Pferdes versäumt hat, seinen Beitrag zu bezahlen und der Versicherungsschutz dann gerade nicht besteht, wenn etwas passiert. Oder der Eigentümer wechselt den Versicherungsvertrag und vergisst, bei zukünftigem Vertrag darauf zu achten? ... Daher besser die eigene Kranken-, Unfall- und BU-Versicherung prüfen, ob und inwieweit die einem hilft. Auf fremde Versicherungen hat man kein Recht.
- Auch hat man keinen Einfluss darauf, wie die Deckungssummen der THV sind, welche Ausschlüsse es womöglich gibt und vieles mehr, das heißt, auch für die Schäden, die das Pferd in Obhut der Reitbeteiligung anrichtet, kann die Reitbeteiligung besser selbst eine THV abschließen. In den Stunden, in dem sie das Pferd betreut, übernimmt sie gegenüber Geschädigten die Halterrolle. So teuer ist ein guter Versicherungstarif nicht, insbesondere nicht im Vergleich zum Schadenspotential.
Darüberhinaus muss noch die Problematik betrachtet werden, wie man die Kosten deckt, wenn in der Obhut der Reitbeteiligung dem Pferd oder seiner Ausrüstung etwas zustößt. Hier sollte man zusehen, selbst in der privaten Haftfplichtversicherung entsprechende Deckung eingeschlossen zu haben.
Bei Minderjährigen schließen all dies die Eltern für das Kind ab.
Meistens wird nicht so viel Aufwand betrieben. Aber immer wieder bekommt man mit, was im Fall des Falles passiert und das geht dann auch mal gut bis in die Privatinsolvenz ... der ganzen Familie. Da leiden dann auch die Familienmitglider mit, die gar nichts mit Pferden am Hut haben.
Eine Unfallversicherung ist sinnvoll.
Und nein, nicht jeder Pferdehalter sucht zwangsläufig nach einer Reitbeteiligung, die volljährig ist.
Wenn Deine Eltern das allerdings nicht wollen, dann musst Du das respektieren.
Wenn „was“ passiert…
- Für den Fall, dass DIR was passiert, ist es gut, eine Unfallversicherung zu haben. Den Vertrag müssen natürlich deine Eltern unterschreiben; aber du kannst ja anbieten, den Betrag von deinem Taschengeld zu bestreiten.
- Im Falle, dass dem Pferd was passiert, oder das Equipment beschädigt wird, muß der Eigentümer selbst zahlen, es sei denn, man kann dir schuldhaftes Verhalten nachweisen. Wenn du zum Beispiel den Sattel draußen vergisst, und er dann vom Regen ruiniert wird, habt ihr ein Problem.
- Für den Fall, dass Dritte zu Schaden kommen, sollte jeder Eigentümer für sein Pferd ein „Tierhalterhaftpflichtversicherung“ haben. Diese holt sich allerdings auch da segelnd vom Schuldigen zurück, wenn der Unfall leichtsinnigem Verhalten geschuldet ist.
Daher sollte bei Jugendlichen immer eine Aufsichtsperson dabei sein, oder andernfalls zumindest ein Nachweis der Befähigung vorhanden sein (wenn eine 14 -jährige das große Reitabzeichen vorweist, wird es niemand als Leichtsinn betrachten, sie allein mit einem braven Pferd auf dem Reitplatz zu lassen).
Dem entsprechend mußt Du Dir , wenn deine Eltern ja nicht als Aufsicht zur Verfügung stehen, als Reitbeteiligung einen Platz suchen, wo du immer mit dem Eigentümer zusammen, (manche haben ja mehrere Pferde), oder im Unterricht reitest, so dass deine Eltern die Verantwortung an die entsprechende Aufsichtsperson abgeben können.
Wenn du das alles so klar regelst, beweist du ihnen, dass du sorgsam und verantwortungsbewusst deine Sachen regeln kannst, und sie nichts zu tun haben, als die Unterschrift zu leisten, und sich dann beruhigt zurücklehnen können.
Wenn deine Eltern es nicht wollen, dann wollen sie es auch dann nicht, wenn du eine extra Versicherung hast (denn die wollen sie sicher auch nicht bezahlen).
Warum kann man das nicht einfach akzeptieren und stattdessen höflich fragen, ob man Reitstunden nehmen darf?
Also wer zahlt wenn mal was passiert.
Kommt drauf an WAS passiert. Da kann ja so einige passieren.
- du tust dir weh
- das Pferd tut sich weh
- das Pferd tut jemand anderem weh
- du machst was kaputt
- das Pferd macht was kaputt
Und dann noch die Frage, ob eines von den Dingen passiert während
- du ganz alleine bist
- deine Eltern dabei sind
- der Pferdebesitzer dabei ist
- ein Reitlehrer dabei ist - der vielleicht oder vielleicht auch nicht dazu ausgebildet ist und vielleicht oder vielleicht auch nicht nochmal selbst eine Versicherung besitzt
Deine Frage ob man "das denn versichern kann" ist also bei weitem nicht einfach mal so beantwortet.
Klar akzeptiere ich das, aber ich kann mich doch informieren. Das das ohne Einwilligung nicht klappt ist mir klar. Trotzdem vielen Dank für die Antwort
Meine Frau hat eine ich glaube 12 oder 13 jährige als Reitbeteiligung. Allerdings ist meine Frau da meist mit dabei und wenn nicht dann MINDESTENS die Mutter der kleinen.
Soweit ich weis meinte meine Frau das es für die versicherung teurer wäre FALLS was passiert, ergo würde meine Frau dann vermutlich auch höhere Beiträge zahlen falls was passieren sollte.
Aber gut. Das Mädchen ist wohl recht vernünftig und vorsichtig. Bisher ist nochnie was nennenswertes passiert.
Allerdings steht eben ihre mutter halt auch voll dahinter.
Meine Frau holt dieses Mädchen teilweise auch von zuhause ab, geht mit ihr in den Stall und bringt sie dann wieder zu ihren Eltern.
Also da benötigt es schon auch eine gehörige Portion vertrauen der eltern.
Wenn aber deine Eltern da blockieren... Dann kann man nix machen. Letztlich MÜSSEN die Eltern das erlauben sonst geht da garnix.
Dennoch wie gesagt. Ein gewisses risiko auf höhere kosten hat man durchaus im vergleich zu einer erwachsenen reitbeteiligung.
Meine Frau wollte diesem Mädl einfach nur einen Gefallen tun. Nicht mehr und nicht weniger.