Kommt für euch ein FSJ & FÖJ infrage? Bzw. welche Erfahrungen konntet ihr sammeln?
7 Antworten
Ich habe damals (2006/07) zwar kein FSJ gemacht, habe es aber in Erwägung gezogen und mich bereits informiert für den Fall, dass ich keine Ausbildung finde. Direkt forciert hatte ich es nicht, aber ich hätte es gemacht, allein um stupiden Projekten von der Agentur für Arbeit zu entgehen, die ihre Teilnehmer auch nicht nur indirekt als Loser abgestempelt haben ... wer damals bei EQJ, USS, BFZ usw. war, der hatte danach erst recht keine Chance, eine Stelle zu finden und galt als halb-asozial, weil er dort gewesen war -----> dazu muss ich sagen: damals war es so, dass es weitaus weniger Stellen als Bewerber gab und nur die Besten akzeptiert wurden, wenn überhaupt. Ich habe dann eine Stelle doch recht problemlos gefunden - dann war das Thema vom Tisch.
Meine damalige Freundin hat aber nach dem Abi ein FSJ in einer Ganztagsschule absolviert und hatte hier gute Erfahrungen gemacht bzw. wurde in ihrer Berufswahl schon vor dem Beginn des Studiums bestätigt; sie wollte sowieso Lehrerin werden (ist sie auch geworden). Sie hatte das FSJ gleich nach dem Abi bewusst eingeplant gehabt zur Berufsorientierung und hat in diesem Jahr schnell gemerkt, dass das genau ihr "Ding" ist. Ich habe damals auch gespürt, dass sie in dem Jahr reifer und ruhiger geworden ist, auch belastbarer und entspannter. Es kann also eine gute Orientierung geben, ist ein guter Einstieg auch in die eigene Persönlichkeitsentwicklung und ist dahingehend sehr empfehlenswert.
Mich hat es nach dem Abitur gleich an die Uni gezogen, unserer Tochter ging es ebenso. Mein Mann musste nach dem Abi gleich 20 Monate Zivildienst leisten. Damals hätte der Wehrdienst nur 15 Monate gedauert, aber das kam für ihn aus Gewissensgründen nicht in Frage.
Unser Sohn hat hingegen nach seinem Abitur einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst in einem Naturkindergarten geleistet. Er hat viel Verantwortung getragen und hat sich persönlich in dieser Zeit stark weiterentwickelt. Er ist reifer, offener und umgänglicher geworden. Er war beliebt bei den Kindern und kam gut mit den Kollegen aus.
Es war ihm ein Anliegen, nicht nach der Schule gleich an die Uni zu wechseln. Es war ein prägendes intensives Jahr für ihn mit bereichernden neuen Kontakten. Er hat dann im Anschluss an den Bundesfreiwilligendienst ein Architektur-Studium an seiner Wunschuniversität aufgenommen. In den Semesterferien arbeitet er oft als Betreuer auf Ferienfahrten und betreut am liebsten eher jüngere Kinder.😃
So wie bei eurem Sohn war das bei meiner damaligen Freundin auch und so, wie ich das heute sehe (wir haben immer noch Kontakt und uns 2011 auch nicht im Streit getrennt), ist sie eine tolle Lehrerin geworden, genau richtig für Grundschüler :-)
Alles richtig gemacht...!
Zu meiner Zeit damals stand so etwas gar nicht zur Debatte, ich wäre aber vielleicht nicht abgeneigt gewesen diese Erfahrung zu machen. ¯\_(ツ)_/¯
Mein Sohn war ein Jahr in Botswana. Er hat sehr davon profitiert. Konnte auch die Nachbarländer bereisen. Arbeiten in Deutschland kann man noch früh genug. Besonders direkt nach dem Abi ist ein gutes Alter. Es fördert die Selbstständigkeit und es lässt eunem sein Konsumverhalten überdenken. Ich finde das sehr empfehlenswert.
Nein, dann wäre ich ja ein Jahr später in den Beruf gekommen.