Hast du schonmal Radikalisierung erlebt?
Hast du in deinem Umfeld schonmal eine Radikalisierung erlebt? Wenn ja, in welche Richtung ging sie und wie bist du damit umgegangen bzw. War überhaupt Handlungsbedarf? Jenachdem wie viel Kontakt man pflegt, empfindet man das oft ja nicht so.
5 Antworten
Im unmittelbaren Sinne zwar nein, aber der Aufstieg der AFD hat mich wenig gewundert und auch die Haltung einiger Männer gegenüber Frauen sind mir nicht unbekannt.
Wegen der AFD habe ich viele Leute gehört, die einfach mit der Demokratie aufgrund der Leute frustriert waren. Sehr viele Leute in meinem Umfeld haben zumindest mit der AFD geliebäugelt, haben sich nicht mit diesen Identifiziert. Handlungsbedarf in dem Sinne sehe ich weniger, weil viele die AFD in gleicher Weise abfällig bezeichneten wie die anderen Parteien. Und so wie sie klingen, würden sie zu den bisherigen Parteien zurückkehren, wenn die Politiker sich nicht nur in Berlin über die Lage des Landes Informieren, sondern bewusst aufs platte Land fahren und die Leute nach ihren Sorgen, Nöten und Meinungen befragen. Zudem würde es Helfen, offen zu Problemen und Fehlern zu stehen und nicht eigene Sachen schön zu reden. Vor allem sollten die Politiker dringend differenzierter über Lösungen nachdenken und dann auch lösungsorientiert zu handeln statt dem idiologischen Richtig und Falsch. Sprich, eine gute Lösung sollte unterstützt werden, einerlei wer den Vorschlag machte.
Was die Haltung einiger Männer gegenüber Frauen angeht, so habe ich ein paar erlebt, die schon ins Mysogyne abdriften. Sie sind auch mit wenigen Frauen befreundet - alle schon vergeben - was zumindest dafür sorgt, dass sie auf dem Boden bleiben. Einzelne sind auf (fremde) Frauen überhaupt nicht gut zu sprechen und leider nicht unbegründet. Sie haben immer von einer Beziehung geträumt, aber weil sie jetzt nicht reich, berühmt und überdurchschnittliche Fotogen sind, haben sie beim Dating keinen Blumentopf zu gewinnen. Und das frustriert. Zumal wenn ich daran denke, was manche Frauen ihnen als Tipp geben: "Du musst dann halt deine Ansprüche zurückschrauben" - ich glaube, bis auf 'Frau' und 'eigenständig atmen' habe die meisten kaum weiteren Ansprüche - oder "es kommt auf den Charakter an" - da denke ich bei einzelnen, warum prügeln sich die Frauen dann nicht um diesen oder jenen Mann - oder "gibt dir einfach mehr Mühe" - ich denke, die meisten versuchen schon alles und kommen doch nirgendwo an -. Entsprechend ist das Abrutschen in meinen Augen vielleicht nicht gut, aber eine Entwicklung, die so kausal ist wie dass eine Verletzung schmerzt.
Politisch noch nicht, aber zu Zeiten der Pandemie gab es doch sehr oft radikale Positionen die mir entgegenschlugen. Da half auch das Darlegen von Sachverhalten bzw. Widersprüchen nichts. Jeder muss selbst zum Schluss kommen, dass Extreme selten hilfreich sind und das Leben bunter ist als schwarz-weiß. Gewisse Beziehungen kamen letztlich zum Bruch.
ja, bei mir selber. Bin immer linker geworden und bin jetzt Kommunist. Das word „linksradikal“ ist leider bei vielen Menschen negativ konnotiert. Viele Menschen denken direkt an irgendwelche vermummten, die Steine schmeißen und Autos anzünden. Bei Kommunismus denke viele Leute zuerst an Stalin, Holodomor usw.
Trotzdem würde ich mich als linksradikaler bezeichnen.
Es gibt jetzt aber auch keine negative Folgen für die Beziehungen zu meinem Umfeld.
Selbst wenn wir nach der Definition des VS gehen bin linksradikal.
Auf dem Weg zum Kommunismus ist der Sozialismus eine Zwischenstufe. Ich bin demokratischer Sozialist und arbeite nicht gegen die fdGO. Deshalb bin ich linksradikal.
Aha. Aber kommunistische Staaten hielten bis dato nicht viel von Pluralität. Der Kommunismus ist eine Utopie.
Kommunismus= kein Geld, keine Klassen, kein Staat
Es kann also keinen kommunistischen Staat geben.
Es gab in der ganzen Weltgeschichte keine Kommunistischen Staaten, da der Kommunismus einen Staat jedenfalls nach unserem Verständnis ausschließt.
Das was es gab war entweder real oder Scheinsozialismus.
Du hast das ja selber mit deinem letztem Satz ausgeschlossen.
Wenn Kommunismus deiner Meinung nach eine Utopie ist, darf man immer noch dran glauben ;)
Ja, einige Male in den letzten Jahrzehnten.
Da dies aber auch meist mit einem einseitigen Kontaktabbruch einherging, habe ich das nicht weiter verfolgt.
Zudem war mir damals erst gar nicht bewusst, dass das für mich seltsame Verhalten mit deren Religion zu tun hat.
Es wirkte auf mich eher so, als ob die Leute mich plötzlich grundlos ablehnten.
Aktuell erlebe ich es bewusster und es betrifft Tankstelle und Gastronomie.
Es begann damit, dass der langjährige MA merkwürdig wurde. Er verweigerte offiziell den Handschlag aus 'hygienischen Gründen. Jedoch deutlich erkennbar bei Frauen, sonst schlug er schon mal (versehentlich)ein.
Er wollte öfter die Nachtschicht tauschen. (Dort sind dann nur 2 MA und eben auch mal 1 Frau und 1 Mann) Man merkte bald, dass dies nur vorkam, wenn er zusammen mit einer Frau eingetragen war. Tausch, oder es folgte eine Krankmeldung.
Er drückte sich, wenn es um das Handling mit bestimmten Getränken, Tabakwaren aber auch Speisen ging.
Was natürlich nicht geht, wenn es mitten im Verkauf ist.
Jedenfalls kamen Beschwerden von anderen MA, dass teils eine Arbeitsverweigerung stattfindet. Sowohl beim Verräumen der Waren, als auch der Vorbereitung und Zubereitung mancher Produkte, sowie deren Verkauf.
Aber auch von Kunden, die aus ihrer Sicht ohne erkennbaren Grund an die andere Kasse geschickt wurden.
Das fällt den Kunden bei einmal nicht auf. Aber wenn es immer wieder mal bei denselben Kunden passiert, fragen die sich auch, ob der Typ was gegen sie hat.
Es folgten dann Gespräche, Abmahnungen und schließlich Entlassung.
Und die Drohung seinerseits: "Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt !"
Sowohl bei mir selber - wo ich immr noch entscheide, wie ich damit umgehe. In Richtung Antitheismus.
Aber ich habe es auch bei Bekannten erlebt, in andere Richtungen. Zu mindstens einer Person habe ich daher den Kontakt abgebrochen. Zu zwei anderen ist er auf Grund der Radikalisierung abgebrochen.
Ach an sowas hätte ich gar nicht gedacht. Warum bezeichnest du dich als radikaler antitheist und nicht nur antitheist?
Mein Beileid an die verlorenen Kontakte. Spannend, wie häufig Menschen sowas doch begegnet.
Ich bin eher der Ansicht, Antitheismus ist an sich eine Radikalisierung.
Mein Beileid an die verlorenen Kontakte.
Mir selber tun zwei dieser Leute leid, weil sie halt wirklich in Welten abgedriftet sind, die nicht gut sind, aber um den Verlust des Kontaktes tut es mir eigentlich nicht wirklich leid.
Weil Theismus als mehr verbreitetes Modell Global die Norm bildet?
Ich empfinde mit meinen verlorenen genauso. Man kann Menschen nicht auf Krampf verbiegen.
Nein, weil Antiheismus per Definiton die (strikte) Ablehnung der Religionen, religiösen Glauben, Theismen ist.
Ich muss da einfach aufpassen, dass dann nicht auf die Menschen zu übertragen, per sé-
Wenn du dich selbst als Kommunist verstehst, bist du linksextrem, nicht bloß radikal. Kommunisten arbeiten gegen die fdGO, auch wenn nicht alle gewaltorientiert sind.
Quelle: https://www.verfassungsschutz.de/DE/service/glossar/Functions/glossar.html?cms_lv2=678586