Haflinger bockt, ich weis nicht so was ich tun soll?
Hallo Leute. Ich brauche dringend ein paar Ratschläge. I Folgendes: Seit letzter Woche reite ich einen 8 Jährigen Haflinger Wallach zur Korrektur. Er ist laut Besitzerin ziemlich Schwierig, läuft nicht vorwärts und buckelt dann auch. Sie selbst hat Angst vor ihm(sie ist auch schon runter geworfen worden) und weis eben nicht weiter. Daher holte sie mich zur Hilfe.
Letztes Mal viel mir gleich der Sattel nun einmal auf, der nicht gut auf dem Pferd sitzt. Die Kammer ist für einen Hafi zu hoch und sein Widerrist passt nicht richtig rein. Zudem ist es auch ein sehr alter Sattel der kaum Polsterung hat. Also nach meiner Meinung geht der Sattel eben gar nicht.
Ich habe mir den Hafi trotzdem einmal unter dem Sattel angeschaut. Schnell bockte er, doch ich setzte mich durch. Er ist ein sehr Respektloser Kerl der auch nicht immer mitmacht wenn man etwas von ihm will. Für eine halbe Stunde verlief das reiten des Pferdes ohne weitere Probleme. Die Besitzerin war auch sehr Zufrieden, wie er auf mich reagierte. Zuerst war eben mein Gedanke, das dieses Pferd einfach mal gelernt hat wie er gewinnt und die Leitposition übernimmt.
Heute ritt ich ihn wieder auch mit dem Sattel. Der Hafi ist so ein ganz liebes Pferd, sehr Menschen bezogen. Er machte gut leichte Übungen mit, Stellung Biegung. Er nahm sehr gut die Schenkel an und machte Übergänge einwandfrei. Zwischendurch sah er immer in den Wald und wirkte leicht nervös. Zudem versuchte er hin und wieder seinen Dickschädel durchzusetzen und wollte woanders hinlaufen.
Als wir ca 30 Minuten geritten waren und auch Galoppiert sind, wollte er nicht mehr weiter. Im Schritt konnte ich ihn noch zum weiterlaufen bewegen, aber sobald ich mit mehr Hilfen kam, gerade für Trab, verweigerte er sich mir Komplett. Die Besitzerin und ihre Freundin waren der Meinung das man sich einfach mal durchsetzen muss und ihm halt auch mal verhauen soll mit der Gerte. Sie sich aber eben auch selbst nicht trauen. Ich war abgeneigt dies zu tun, denn für ein Pferd kann das auch Traumatisierend sein und sagte ich würde mir eben bis nächstes mal was überlegen, da die Situation ohne Verhauen, einfach nicht in den Griff zu bekommen war.
Also wie erwähnt, bin ich eben der Meinung, das der Sattel eben nicht passt. Das Pferd deshalb zu verprügeln, finde ich ist keine Lösung und möchte ich auch nicht. Er ist einfach sehr ungezogen, aber er macht ja anfangs sehr gut mit und dann auf einmal Schluss.
Ich bin auch am überlegen ob ich vielleicht bis nächstes ein Reitpad besorge, und es damit zu probieren. Die weitere Problematik ist eben, das sie nicht unbedingt einen Sattel kaufen will, da sie noch nicht weis ob sie das Pferd behält.
Ausführlicher geht´s nicht. Vielleicht habt ihr ein paar Tipps was ich tun soll und vor allem wie ich die Besitzerin überzeugen soll. Ich habe sie ja schon auf den Sattel angesprochen. Bin über jeden Tipp dankbar. Danke schon einmal
7 Antworten
Ich würde mit der besi mal abklären, ob sie mit einem Pad einverstanden wäre. Erkläre ihr auch inwas du den vorteil siehst wenn sie ein Pad unter den Sattel machen. Wenn sie keinen neuen sattel kaufen will, könnt ihr ja mal andere leute nach einem fragen den ihr ausleihen könnt (natürlich nur wenn dieser sattel auch passt). Denkt aber dann aucg daran die schabracke des hafis drunter zu machen. Ansonsten würde ich den Hafi vom TA kontrollieren. Leider kannst du das auch nur tun, wenn die besi einverstanden ist. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass sie über Rücken-/Kieferprobleme bei Pferden Bescheid weiß und auch über deren Wirkung auf die Reitweise.
Ich würde ansonsten noch auf Bodenarbeit setzen. Hierbei würde ich die Besitzerin hinzu ziehen, damit sie auch "hilft".
Viel Glück ^^
wenn du ein pferd korrektur reitest und auch entsprechend qualifiziert bist, brauchst du keinen rat aus dem internet.
du wüsstest auch, wie man pferde korrigiert und du wüsstest auch das verhalten des pferdes zu interpretieren und könntest die konfliktsituation zwischen besitzerin und pferd befrieden.
wenn der sattel nicht passt, schaue ich mir das pferd unterm reiter gar nicht erst an.
ich rate dir, bleib von dem pferd weg. du wirst da nichts bessern. im gegenteil.
die besitzerin sollte sich einen profi holen. aber in den wird sie wohl nicht investieren, wenn sie nicht mal einen passenden sattel kauft...
Mit Pad auf einen kaputten Rücken - das nehme ich zumindest mal an da der Sattel nicht passt- ist auch nicht wirklich besser... Du musst der Besitzerin - hoffentlich auch Eigentümerin - bewusst machen das es sich so NIE bessern wird! Obwohl, wenn ihr weiterhin so grausam seid, brecht ihr das arme Pferd vielleicht... Aber hoffentlich habt ihr es nicht vor...
Ja das Problem ist ja das sie eben auch am Arsch der Welt wohnt und eine guter Beritt eben viel kostet. Im übrigen habe ich auch schon eine Antwort von einer befreundeten Reitlehrerin bekommen.
Ich habe ja gesagt das der Sattel nicht passt und das war ihr irgendwie egal. Ich habe bisher eben auch kein Pferd mit sollchen Problemen gehabt und unpassenden Sattel.
Da der Hafi ja nicht großartig Anstalten macht mich runter zu schmeißen probiere ich es beim nächsten mal einfach mit nem Reitpad bis was gescheites dabei raus kommt.
Immerhin versuche ich etwas und besser als wenn das Pferd nachher zu Salami verarbeitet wird, nur weil der Sattel nicht passt und er im Grunde genommen gar nichts dafür kann.
Am Besten die Besi drauf ansprechen dass der Sattel nicht passt und einen Sattler kommen lassen um das zu richten, anders wird es nix. Trage das in einem ruhigen Ton (ohne beleidigend oder verletzend zu werden) vor. Der Sattel ist das A und O und wenn dieser nicht passt, hat man garantiert verloren.
Desweiteren ist es so, dass Haflinger keines Wegs die lieben und immer treuen Reitponies sind. Nein, die haben ihren eigenen (manchmal blöden) Schädel, den so manch einem Reiter in den Wahnsinn treibt.
Das hat mit der Aufzucht, der Haltung und dem Zuchtziel zu tun: Der Hafi wurde eigentlich einst als Rücke-, Saum-, Fahr- und Zugpferd gezüchtet. Die Haltung auf den Almen in Südtirol/Österreich/Italiens haben aus ihm einen sehr selbstbewussten, freundlichen, äusserst genügsamen aber durchaus eigensinnignen Charakter gemacht, da er auf den Almen von April bis (meist) 10. Oktober auf sich allein gestellt war/ist. Man muss das Wesen "Haflinger" verstehen, sonst wird´s schwierig, in jeder Hinsicht.
Einen Haflinger zu bändigen, zu erziehen und zu lehren, ist schwerer, als einen Mann treu an der Seite zu haben, so mein leider verstorbener Tierarzt.
Hat man aber seine Treue, seine Zuneigung und seine Loyalität, geht dieses Pferd mit dir durch Feuer, Flamme und jegliches Höllenfeuer ohne mit der Wimper zu zucken, und ja dies kann ich bestätigen, da mein erstes Pferd (und auch mein erstes Pflegepferd vor 25 Jahren) ein Haflinger war.
Gewinne sein Vertrauen, sei einfach nur Freund, löse für ihn Probleme (Sattel!!!) und arbeite mit ihm vertrauensvoll zusammen (mit Rücksprache der/des Besitzers/ der Besitzerin), gib Rückhalt wo er keinen findet, fordere und fördere ihn und es gibt kein Buckeln, kein Steigen, keine Sperenzchen mehr.
----------------------------------------
Heute habe ich eine Südd. Kaltblutstute (verdiene "nebenbei" mein Geld damit) und einen Barockpintohengst (Traum(a)pferd), meine nächste Wahl fällt auf einen Haflinger. Warum? Na, wer aus dem Rahmen fällt, hat mehr Freiraum zum selbstständigen Denken und Handeln.
-------------------------------------
Ob du geeignet bist für den Beritt eines solchen Temperamentpaketes/Charakterunikats weiß ich nicht, ich kenne dich nicht, somit kann, will und darf ich kein Urteil darüber fällen.
Einzig und allein entscheidend ist, ob dieses Tier dir traut und ob du diese Aufgabe auch meistern kannst und willst.
kann ich nur bestätigen hat man das Vertrauen eines Hafis machen Sie fast alles für dich sogar die größten angsthasen meine nächste Wahl ist auf jeden Fall wieder ein Hafi
Ja ich hab einen ganz guten Draht zu ihn. Er vertraut mir und ich merke aber auch das er noch etwas unsicher ist.
Allerdings ist er auch absolut treu gegenüber seiner Besitzerin. Ein ganz liebes Pferd eigentlich mit tollen Gängen.
Seinen Dickkopf habe ich auch schon bei kleinen Übungen am Boden kennengelernt. Aber eben nichts was man mit etwas hartnäckigkeit in den Griff bekommt.
Ich glaube auch das ich ohne einen neuen Sattel mit dem Rücken zur Wand stehe. Wenn die Besitzerin es nicht einsieht werde ich auch nicht weiterhelfen. Ich verschlage auch bestimmt kein Pferd wenn es einfach nicht kann.
Im übrigen versuche ich ja einfach nur zu helfen und möchte nicht das der dicke als Salami endet.
Danke für deine Tipps von dieser tollen eigensinnigen Pferderasse.
deiner Meinung nach passt der Sattel nicht, bereitet dem Pferd vielleicht Schmerzen und du steigst trotzdem auf?. Ich kann nicht nachvollzeihen, wie unsensibel, verantwortungslos man mit Tieren umgeht, mit Machtgebaren an ihnen herumerzieht, anstatt Verantwortung zu übernehmen. Wie wäre es einen Tierarzt und Osteopathen schauen zu lassen , ob das Tier unter gesundheitlichen Beschwerden leidet, aber bei solchen Besitzern wohl keine Option.
Irgendwie passt da ganz vieles nicht so recht zusammen. Wenn Du in Lage bist, zu erkennen, dass ein Sattel nicht passt, dann müsstest Du doch eigentlich auch wissen, dass ein unpassender Sattel einem Pferd Schmerzen bereitet. Trotzdem setzt Du Dich auf den unpassenden Sattel und den womöglich schon ziemlich geschundenen Rücken.
Hier kann wohl niemand beurteilen, ob das Pferd aus Bosheit bockt, oder weil ihm der Rücken weh tut, oder weil er aufgrund dessen, dass seine eigentliche Reiterin ihn kaum selber bewegt, überhaupt keine Kondition hat und sich auch "dicht machen" und buckeln entziehen will. Vielleicht fehlt es dem Pferd auch generell an Ausbildung und die Breitversuche der verschiedenen Reiter überfordern ihn. Und dann kommt erschwerend ja auch noch der ganz spezielle Charakter eines Haflingers dazu, mit dem auch nicht jeder Reiter zurecht kommt.
Du schreibst: "Er ist ein sehr respektloser Kerl, der auch nicht immer mitmacht, wenn man etwas von ihm will." und nur ein paar Sätze weiter: "Der Hafi ist so ein ganz liebes Pferd, sehr Menschen bezogen. Er machte gut leichte Übungen mit, Stellung Biegung. Er nahm sehr gut die Schenkel an und machte Übergänge einwandfrei."
Passt irgendwie nicht zusammen. Was aber passt, ist unter Umständen meine Vermutung, dass es ihm auf jeden Fall an Kondition fehlt. Denn dafür spricht, dass er Anfangs durchaus eine ganz gute Arbeitshaltung zu zeigen scheint und dann mit einem Mal - nämlich wenn die Kondition am Ende ist- sich versucht, zu wehren.
Ich bin ein absoluter Feind davon, auf unbemuskelte Rücken einfach ein Pad zu legen. Speziell, wenn es sich wie hier um Pferd handelt, welches wohl schon eine ganze Zeit inkonsequent und mit falschem Sattel geritten worden ist.
Was Du machen kannst? Im Prinzip nichts. Die Besitzerin sollte eines als erstes machen - und zwar sich schämen. Man schafft sich kein Pferd an und ignoriert, dass die Ausrüstungsteile nicht in Ordnung sind - schon gar nicht, wenn das zu Lasten des Pferdes geht, das sich bis auf Bocken nicht wehren kann.
Gibt es denn am ganzen Stall keinen Sattel, der sich besser eignen würde?
Wäre die Besitzerin nun mit einem Mal verantwortungsbewusst, würde sie sofort einen Sattler kommen und den Sattel kontrollieren, umbauen oder ersetzen lassen- Es gibt auch gute Gebrauchte. Dann einen Osteopathen kommen lassen und anschließend ein vernünftiges Training unter fachkundiger Anleitung beginnen, dass das Pferd Muskulatur und Kondition aufbaut. Dann muss sie es auch nicht wieder abgeben und gegen ein duldsameres eintauschen.
Solange wie der Sattel nicht passt, würde ich das dem armen Ding nicht zumuten geritten zu werden.