Findet ihr das auch besser?
Hey Leute,
Ich habe den Anfang meiner Geschichte neu überarbeitet dadurch dass ich von euch super hilfreiche Kritik bekommen habe. Ich steige statt in die Erklärung in eine Szene ein. Ich bin wirklich dankbar für alle Tipps die ihr mir gegeben habt.
Ich finde den neuen Anfang super. Viel besser als den alten. Was denkt ihr dazu?
Voher:
Mein Name ist Angel Morgayne. Ich bin 16 Jahre alt, habe orangenes, lockiges Haar und strahlend blaue Augen. Ich bin selbstbewusst und abenteuerlustig. Ob über die Dächer zu klettern oder von einer Klippe ins Wasser zu springen, ich kenne keine Grenzen.
Momentan wohne ich bei meiner Mutter in einer kleinen Stadt mit dem Namen Mariku. Bevor mein Leben sich drastisch veränderte
Nachher:
,,Nicht schon wieder Mutter! Du kannst uns nicht schon wieder zwingen!", beklagte ich mich lauthals. Tränen sammelten sich in meinen Augen. "Das ist so unfair!"
"Wir haben keine Wahl, Angel. Die Arbeit ruft.", entgegnete meine Mutter betont.
"Ist dir die Arbeit wichtiger als wie es uns geht?" Hasserfüllt starrte ich sie an. Es war schon wieder so weit. Ein weiterer Umzug sollte stattfinden. Meine Schwester Mellice und ich sollten wieder Mal alles hinter uns lassen. "Was ist mit unseren Freunden? Wir haben uns gerade hier eingefunden. Ich kann nicht schon wieder von neu beginnen!"
Traurig blickte sie mir in die Augen. ,,Ich weiß mein Schatz nur kann ich nichts dagegen tun. Und nein, die Arbeit ist mir nicht wichtiger. Das weißt du ganz genau. In drei Wochen ziehen wir um. Keine Wiederrede." , antwortete sie endgültig und machte sich bereit das Haus zu verlassen.
Ungläubig sah ich ihr hinterher. Bevor sie hinter der Wohnzimmerwand verschwand stampfte ich ihr fassungslos hinterher und fasste ich meinen Mut zusammen sie zur Rede zu stellen: ,,Nein Mutter. Ich möchte die Wahrheit! Deine Arbeit ist nicht der Grund für unseren Umzug. Ich weiß es ganz genau."
Kurz schockiert drehte sie sich um. Ihre Augen verengten sich zu kleinen Schlitzen. Ich wusste, dass ich richtig lag. Ich weiß es einfach, dachte ich und zuckte zusammen als sie antwortete.
"Gar nichts weißt du!", klagte sie und verschwand hinter der Wand.
Bin voll Happy über meinen neuen Entwurf.
Was meint ihr?
4 Antworten
Es ist besser als der alte Entwurf, allerdings war der halt im wesentlichen Beschreibung, das hier ist im wesentlichen Dialog.
Ich würde tatsächlich versuchen noch mehr auf das Innenleben deiner Protagonistin einzugehen. Also im wesentlichen mehr aus ihren Gefühlen und ihren Handlungen heraus schreiben. Du schreibst ja schon in der Ich-Perspektive... da würde ich einfach mal empfehlen: Versuche dich in deine Figur hineinzuversetzen, gib ihr ein paar Gedanken und Gefühle. Die Perspektive eignet nämlich super, um wirklich 'eins mit dem Hauptcharakter' zu werden, wenn du das zulässt und ermöglichst.
Auch würde ich die Szene nutzen, um vielleicht ein BISSCHEN Beschreibung der Charaktere und des Umfeldes mit reinzubringen.
Auch hier... nutze dynamische Beschreibungen. Eine Handlung oder einen Gedanken, der dazu dienen kann, dass der Leser die Figur ein bisschen besser kennen lernt.
,,Nicht schon wieder Mutter! Du kannst uns nicht schon wieder zwingen!" Tränen sammelten sich in meinen Augen, doch ich hielt sie zurück. Ich durfte nicht weinen! Nicht jetzt! Immerhin war es Mum gewesen, die uns beigebracht hatte, dass man seine Meinung mit Argumenten durchsetzte. Nicht mit Tränen und Schmollen. "Das ist so unfair!"
"Wir haben keine Wahl, Angel.", erwiderte meine Mutter. Ihr Blick über die Gläser der Halbmondförmigen Brille hinweg war so kühl und emotionslos, dass ich am liebsten ein Sofakissen nach ihr geworfen hätte. Lieber drei Wochen Hausarrest als noch fünf Minuten mit Mums übermenschlicher Sachlichkeit.
"Also ist dir deine Arbeit wichtiger als wir?"
Bingo! Mom zog die Brille ab. Ihre blauen Augen waren müde, wie immer wenn sie vom Büro nach Hause kam, doch zumindest schimmerte jetzt ein Funke der Wut in ihnen.
"Die Antwort darauf kennst du bereits, Angel. In drei Wochen ziehen wir um, damit ist die Angelegenheit erledigt.
Ist nicht perfekt, aber vielleicht ahnst du worauf ich hinauswill. So bekommen wir eher einen Einblick in den Charakter und vielleicht auch die Absichten von Angel. Hier möchte sie ihre Mom ein bisschen provozieren, weil sie diese Rationalität von Mom so aufregt.
Das hab ich nebenbei als Kontrast zu deiner 'Mom' gewählt, denn die ändert sehr wild ihre Stimmungslagen. Am Anfang ist sie sehr bestimmt, dann knickt sie ein, wird sehr liebevoll bis zum Grad der Entschuldigung, um im selben Atemzug quasi rauszuhauen 'keine Widerrede!'.
Auch am Ende: Sie ist geschockt und... klagt... dann? 'Klagen' ist ja eher ein pathetisch-trauriges Äußern von seelischem Schmerz... das hier klingt eher weniger danach. Da wäre ich glaube ich an ihrer Stelle eher wütend.
Was ich auch noch mitnehmen würde: Wenn Emotionen wechseln, dann würde ich sagen, hat das meist einen Grund. Grade bei diesem 'keine Widerrede' kann ich den Wechsel von Liebevoll zu SEHR streng eigentlich nicht so perfekt nachvollziehen.
Versuche darauf zu achten und vielleicht auch ein bisschen darauf welche Wortwahl du benutzt. EInerseits dieses 'klagen', was am Anfang noch gut passen würde aber dann am Ende etwas seltsam wirkt, andererseits fälle es mir immer mal wieder auf, dass du mit etwas mehr Beschreibung oder einer etwas präziseren Wortwahl vielleicht noch mehr rausholen könntest.
Aber wie gesagt... es ist schon viel besser als der erste Entwurf, der mit einer doch eher platten Beschreibung der Hauptfigur einsteigt, die man in dem Moment auch nicht zwingend braucht.
Viel Spaß und Erfolg beim Weiterschreiben wünsche ich dir auf jeden Fall!
Der Einstieg in die Geschichte ist deutlich besser als dein erster. Man wird nicht mehr einfach nur mit Informationen überschüttet, sondern kriegt jetzt wirklich eine Geschichte erzählt. Das ist meiner Meinung nach schon ein wirklich großer und wichtiger Fortschritt.
Tatsächlich hättest du in dieser Szene meiner Meinung nach auch eine Erklärung mehr einbauen dürfen. Als Leser kann man nämlich nicht nachvollziehen, warum deine Hauptfigur ihrer Mutter, die Arbeit als Umzugsgrund nicht abnimmt. Gerade weil sie vorher auch noch genau auf den eingegangen ist, kommt der Umschwung sehr plötzlich. Den Grund für ihre Zweifel könntest du zum Beispiel kurz über die Gedanken deiner Hauptfigur einfließen lassen oder sie könnte ihre Mutter damit konfrontieren.
Ich würde dir außerdem raten, dich jetzt erstmal darauf zu fokussieren, das Einbauen von Erklärungen zu automatisieren. Das heißt, die restlichen Kapitel werden mit Blick auf diesen einen Punkt überarbeitet und wenn du damit fertig bist, schreibst du die Geschichte erstmal weiter. Dabei achtest du eben besonders darauf, dass du wirklich erzählst und nicht alles nur erklärst. Irgendwann wirst du dann bemerken, dass du dir beim Schreiben über diesen Punkt keine Gedanken mehr machen musst.
Natürlich könntest du auch weiter an dieser Szene arbeiten, um sie noch perfekt abzurunden. Meiner Erfahrung nach bringt das allerdings relativ wenig, weil man bis zur nächsten Szene schon wieder sehr viel vergessen hat, was man zur ersten noch alles als Kritik gehört hat. Dadurch, dass man noch nichts verinnerlicht hatte, fängt man gefühlt wieder bei null an. Gleichzeitig hängt man aber eben auch Ewigkeiten an einer Szene fest, weshalb man das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten.
Am Ende ist es aber deine Entscheidung, wie du vorgehen willst. Wenn du also meine Tipps hören willst, wie du die Szene noch runder machen kannst, werde ich sie dir natürlich noch schreiben.
Und du kannst wirklich sehr stolz auf dein Ergebnis sein. Auch wenn es nicht perfekt rund ist, ist das für dich als Anfängerin ein wirklich großer Schritt in die richtige Richtung. Schreiben lernt man halt nur nicht innerhalb von zwei Tagen. Lasse dich auf jeden Fall nicht von deinem neuen Hobby abbringen.
Vielen lieben Dank. Ich finde meinen Fortschritt auch echt toll.
Ich denke ich fokussiere mich erstmal auf das gelernte und wie ich die Geschichte jetzt umbaue, weil die Story vom Anfang nicht mehr ganz dazupasst.
Ich habe übrigens in den Absätzen danach erklärt wieso sie es der Mutter nicht abläuft. Sie hat ein Gespräch mitgehört
Vernünftig lesbar, zusammenhängend, verständlich. Sehr direkte, eindimensionale Formulierung. Aber da bin ich auch schon bei meinen speziellen Ansprüchen, und du bist ja noch jung, und schreibst noch nicht so lange, von daher nachvollziehbar und voll akzeptierbar.
Was ich jedoch gar nicht mag, wenn man mir englische Namen vorsetzt, die ich auch als deutschen Begriff kenne. "Angel" ist für mich maximal verwirrend, und unnötig ablenkend.
Ich habe den Namen zu Kaya gewechselt. Mir Angel anfangs gefallen aber dann fand ich das doch ein wenig zu kitschig.
Danke für deine Meinung
Hab absolut keine Ahnung um was es hier geht, die zweite Version klingt aber um Welten besser
paar kleine Grammatikfehler aber ansonsten supi :)
Dankeschön :)