Eigenes Pferd kaufen aber kein interesse am Reiten?
Hallo Leute,
Viele kaufen sich ein Pferd weil sie Pferde lieben sowie das Reiten. Ich aber habe spät versucht reiten zu Lernen aber habe gemerkt das Reiten nicht meins ist. Ich liebe Pferde sehr und finde das man auch ein Pferd ohne es zu reiten haben kann.Viele meinen wenn man ein Pferd hat muss man es ja Reiten, sei ja mit dafür da . Mir würde es Reichen einfach Spaß zu haben, lange spaziergänge, Bodenarbeit, Klickertraining ,Loonge etc. Es gibt so viele schöne Sachen und Alternativen im Austausch zum reiten.
Bei diesem Thema habe ich gemerkt das die Meinungen ziemlich auseinander gehen ( andere Foren schon mal geschaut)
Nur bin ich etwas verunsichert ob jemand überhaupt Züchter/ Privat sein Pferd verkauft, wenn kommt ach übrigens es wird nicht geritten. Ich bin nicht daraufaus mir ein Beistellerpferd zukaufen was noch Krankheiten besitzt oder sonstige sachen hat.
Ich bin sehr interessiert an Kaltblütern Schleswigerund Schwarzwälder Pferde.
Hinzu kommt das es mein erstes Pferd wehre.
Habt ihr evtl ein paar Ratschläge oder Tipps.
LG Fluffy
PS entschuldigt die evtl. Rechtschreibfehler
11 Antworten
Grundsätzlich muss ein Pferd nicht geritten werden, dass ist richtig. Aber es muss ausgelastet werden, Pferde sind von Natur aus Bewegungstiere und spezielle Rassen auch auf spezielle Anforderungen gezüchtet. Gerade Kaltblüter können maximal unangenehm werden, wenn sie unterfordert sind, selbst bei artgerechter Haltung und erst recht, wenn sie dann auch noch 10h+ in der Box verbringen müssen. Ein bisschen Klicker, Longe und Spazieren reichen da nicht aus. Zudem ist zu bedenken, dass viele Stallbetreiber keine KB einstellen, Hufbearbeiter dankend ablehnen, und extra groß bedeutet auch oft extra teuer (Ausrüstung,...).
Natürlich wird dir jmd ein Pferd verkaufen, dass ist ja das geringste Problem. Aber du solltest wirklich genau überlegen, was unter diesen Voraussetzungen in Frage kommt. Mit einem älteren Tier, vllt auch aus diversen Gründen gar nicht mehr reitbar aber sonst noch soweit fit, oder auch zB eine ausgemusterte Zuchstute,... wären vllt eine Option.
Ein junges/jüngeres, fittes und gesundes Pferd ist uU damit einfach nicht wirklich glücklich. Ich reite zB seit Anfang des Jahres eine 8j. WB-Stute an, die bisher nicht geritten wurde und die Besi sehr viel Bodenarbeit, Spazieren, etc. macht - das Pferd, obwohl im Aktivstall mit wirklich riesigen Koppeln, Trails, etc. flog der Dame aber schon seit letztem Sommer nur noch um die Ohren. Eigentlich ist sie eine ganz Liebe und Brave - aber sie will einfach was tun.
Grundsätzlich ist das möglich und kommt häufiger vor als du denkst. Meistens ist es zwar nicht ganz freiwillig, aber es gibt sehr viele Pferdebesitzer, die nicht reiten. Entweder weil das Pferd unreitbar ist oder der Reiter aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen nicht reiten kann/darf.
Pferde sollten ausgelastet werden, was vom Boden aus nur eingeschränkt möglich ist, zb. ein Galopp geradeaus, welcher zu einem ausgewogenen Training gehört. Da muss dann wenigstens die Haltung zur Bewegung anregen. Für Bodenarbeit muss man kreativ sein und es ist nicht weniger aufwändig als reiten. Im Gegenteil: Oft bewundere ich die Mädels, die sich Stangen, Dualgassen, Pylonen, Rampen, Wippen usw aufbauen um das Training effektiv und abwechslungsreich zu gestalten. Man kann außerdem genau beobachten, wie das Pferd Übungen ausführt und gezielt korrigieren. Das bedeutet aber auch, dass es nicht ohne Weiterbildung geht.
Was die Verkäufer betrifft, hab ich da wenig Bedenken. Wenn das kein hochkarätig gezüchtetes, viel versprechendes Sportpferd ist, ist es denen doch egal. Nur wenige möchten ausschließlich „in fördernde Hände“ vermitteln.
Dein spezielles Vorhaben ist deshalb meiner Meinung nach umsetzbar, wobei ich ein uneingeschränkt reitbares Pferd dafür nicht empfehlen würde. Da hab ich das Bild vom Schäferhund in der Neubauwohnung im Kopf, verstehst du? Und es gibt auch noch was zwischen „reitbar“ und „schwer krank“.
Wo ich ebenfalls Bedenken habe ist, dass du als Anfänger möglicherweise nicht genug Erfahrung hast, um den Auslastungsmangel zu kompensieren. Gerade spezielle Rassen wie Kaltblüter haben noch mal andere Bedürfnisse. Da würde ich dringend zu einer Pflegebeteiligung raten um erstmal ohne Verantwortung Erfahrungen zu sammeln. Mit deinem Anliegen bist du für viele Pferdebesitzer eine begehrte Person!
Wenn du ein relativ junges , gesundes Pferd anschaffst, tust du ihm nichts Gutes, wenn du es wie einen Hund behandelst. Ein Pferd muß reichlich bewegt werden und arbeiten, um gesund zu bleiben. Es sein denn, du hast eine besonders gute Haltungsform mit riesigen Koppeln, wo es ganzjährig Anreize findet, täglich 20 - 40 km zurück zu legen.
Du mußt das Pferd nicht reiten, du kannst, grade mit einem Kaltblut, auch Kutsche fahren oder den Acker umpflügen. Aber mit Spazierengehen und Bodenarbeit wird es ziemlich schwierig, einem Pferd genügend Bewegung zu verschaffen. Auch Galopp sollte möglichst reichlich vorkommt, und das nicht nur im Kreis rum an der Longe.
Ein Pferd zu halten kostet übrigens einige hundert, unter Umständen auch 1000€ im Monat. Grade die Haltung von Kaltblütern ist nicht zu unterschätzen - fängt schon damit an, dass du einen speziell verstärkten Pferdehänger benötigst.
Über die Kosten eines Pferdes bin ich mir sehr im Klaren. Klickertraining ist nicht gleich Klickertraining wie bei einem Hund da gibt es schon ziemliche Unterschiede.
Du kannst ja tun und lassen was du willst. Du hast hier nach Meinungen gefragt, und ich habe schon zu viele Pferde leiden gesehen, die an Unterforderung und Wohlstandserkrankungen leiden.
Pferde sind Fernwanderwild. Früher, als das Pferd des Bauern täglich 8 Stunden am Tag den Acker umgepflügt hat, gab es kein Cushing, keine Fettleibigkeit, keine wahnsinnig schmerzhafte Hufrehe…. Pferde werden heute zutode verhätschelt, mit unsäglichem Leidensweg. Sie schreien ja nicht.
dass du vorhast, das pferd wie einen hund zu behandeln schreibst du ja selber in deiner frage.
das hat mit dem klickertraining wenig zu tun.
Gleich erzählst du mir noch, dass es im Krieg auch viele fettleibige Menschen gab - nur , dass die keiner gesehen hat…
Es liegt doch Audi der Hand, dass mit einem Ungleichgewicht zwischen zielgerichteter Bewegung und Ernähnrung Wohlstandserkrankungen einhergehen. Bei Menschen genauso wie bei Tieren.
Aber wie gesagt - kann ja jeder halten wie er will. Leider.
Gab es wirklich nicht, da die Menschen einfach einen gänzlich anderen Fokus hatten! Notwendigkeiten zwangen die Menschen einfach in das Funktionieren!
Vieles starb simple auch einfach aus. Weil die Lebenserwartungen bei Veranlagung dazu das Leben vorzeitig beendeten.
an deiner Stelle würde ich mir das mit einem Pferd als eigenes Pferd alleine schon wegen der Kosten nicht antun.
Mit einer Anzeige findest du garantiert genug Besitzer, die selber reiten wollen, aber dir die mitunter langweilige Arbeit Lounge usw. abgeben würden.
Es gibt sicher in grossen Pferdeställen immer wieder mal kranke Pferde oder Pferde, die das gerade mal nicht aushalten geritten zu werden, weil sie was am Fuss haben oder so. Kümmere dich doch darum. Viel Spass für dich und gegebenenfalls bekommst du auch noch Geld dafür....
Ja,
es ist absolut möglich, ein Pferd zu halten, ohne es zu reiten – besonders, wenn man sich bewusst für eine Rasse entscheidet, die nicht vorrangig als Reitpferd gezüchtet wurde. Schleswiger und Schwarzwälder Kaltblüter sind tolle Pferde, aber sie sind ursprünglich Arbeitstiere und brauchen eine sinnvolle Beschäftigung.
Gerade Kaltblüter aus echten Arbeitslinien sind oft sehr leistungsbereit und brauchen regelmäßige körperliche und geistige Arbeit. Spaziergänge, Bodenarbeit und Clickertraining sind tolle Alternativen, aber reicht nie aus. Manche dieser Pferde brauchen wirklich mehrere Stunden Arbeit täglich – sei es als Zugtier im Zuggeschirr oder mit anderen fordernden Aufgaben. Wenn sie nicht ausreichend ausgelastet werden, können sie schwierig oder sogar schwer händelbar werden.
Wichtig ist auch, dass dein Stall Erfahrung mit der Haltung solcher Pferde hat. Kaltblüter haben besondere Anforderungen an Haltung, Fütterung und Bewegung. Ebenso sollten im Umkreis Dienstleister wie Hufschmiede, Tierärzte und Therapeuten vorhanden sein, die sich mit diesen Pferden auskennen.
Ein weiteres Thema ist die Pferdesuche. Es gibt durchaus Züchter oder Privatpersonen, die ihr Pferd auch an jemanden abgeben, der nicht reiten möchte – das hängt vom jeweiligen Verkäufer ab. Manche Züchter oder Besitzer legen Wert darauf, dass ihr Pferd eine sinnvolle Aufgabe hat – wenn du ein gutes Konzept hast, kann das auch überzeugen.
Da es dein erstes Pferd wäre, solltest du dich intensiv mit den Bedürfnissen dieser Rassen auseinandersetzen. Kaltblüter sind durch ihre Kraft und Eigenständigkeit sehr anspruchsvoll.
Bei der Anschaffung von Kaltblütern ist zudem zu bedenken, dass außer den immensen Kosten für den Unterhalt die Tragik hinzu kommt, wenn das Tier mal krank ist. Ich habe ja einige Jahre auf einem Kutscherhof geholfen. Auch, indem ich die reitbaren Pferde im Winter, wenn nicht gefahren wurde, geritten habe.
Da habe ich es Mieter, dass ein Pferd an einer Kolik starb - weil auch die Klinik das Pferd nicht aufgenommen hätte, weil auch deren Epuipmemt nicht für solche Lasten ausgelegt sind. Und ich rede hier nicht mal von einem Shirehorse, sondern von einem eher leichteren Kaltblut.