Womit Astschnitt versiegeln?
Jahrelang habe ich die „flüssige Rinde“ auf die Wunde gestrichen. Darunter fault es aber und man sieht es nicht. z.B. Apfelbaum
Dann gab es den Rat, die Schnittwunden gar nicht zu behandeln. Das trocknet aus, es entstehen Risse. z.B. Flieder.
Jetzt (Mrz '25) habe ich testweise Leinöl draufgestrichen, damit versiegelt man ja auch Holzplatten. Ob das taugt, wird sich zeigen.
Welche Erfahrung hast du gemacht mit der Wundversorgung?
7 Antworten
Hallo,
ich versiegle Schnittwunden generell nicht. Der Grund ist, wie du schon geschrieben hast, die Gefahr, dass man möglicherweise bereits auf der Schnittwunde vorhandene Pilzsporen von Holzzersetzern mit versiegelt, und die sich dann hinter der Schutzschicht fröhlich viel besser vermehren können als auf einer unbehandelten Schnittwunde. Gelegentlich habe ich meinen Obstbäumen schon größere Äste mit der Motorsäge entfernt. Bei diesen größeren Wunden wird das freiliegende Holz in der Mitte natürlich nach einiger Zeit schwarz und rissig, aber man sieht bereits, wie die Überwallung vom Rand her voranschreitet. Wenn man schon einmal Holz von älteren Bäumen aufgeschnitten gesehen hat, dann weiß man, dass sich darin gelegentlich dunkle, abgestorbene Äste finden, die aber in der Regel scharf abgegrenzt vom helleren, umgebenden Holz sind. Der Baum schafft es normalerweise, beim Überwachsen den Ast mit seiner eventuellen Fäule vom gesunden Gewebe abzukapseln. Wenn sich Fäulen entwickeln, die der Statik des Baumes gefährlich werden können, dann zumeist erst zu einem Zeitpunkt, an dem der Baum in seiner Vitalität bereits eingeschränkt und am Ende seiner Lebenszeit angekommen ist. Solche Uraltbäume sind dann aber wertvolle Lebensräume für allerlei Tiere, denen sie in ihren Faulhöhlen Unterschlupf bieten.
Wichtig finde ich nur, dass die Wundränder möglichst glatt und nicht ausgerissen und faserig sind, das erleichtert dem Baum die Überwallung. Tipp: bei größeren Schnitten zuerst einen Stummel schneiden (zuerst ein Schnitt auf der Druckseite, idR unten, und dann von der Zugseite her durchschneiden.) im zweiten Schritt dann den Stummel sauber auf "Astring" zurückschneiden. Wenn da beim ersten Schnitt etwas abreißt, aufplatzt, dann lässt es sich mit dem zweiten noch korrigieren.
Wundverschluß grün ist eigentlich sehr gut geeignet für sowas. Ist eine grüne Paste und wird im Öffentlichen Bereich von gärtnern angewandt. Sie ist Pilzresistent und löst sich nach geraumer Zeit wieder ab. Dann gibt es den Lehmverband. Du brauchst kittige bis lehmige Erde und einen Jutesack. Nach Bedarf kannst du den zurechtschneiden,Stücke rausschneiden. Den feuchten Lehm auf die wunde,etwas Jute darüber,fest andrücken,darüber nochmals eine Schicht Lehm(muss wirklich feuchtnass sein),dann einen schmalen streifen Jute stramm um den baum wickeln so als ob du eine wunde abbindest. Das würde ich bei größeren wunden empfehlen. In der feuchteren Jahreszeit kann man dieses noch mit einem Plastiksack,-tüte schützen. So habe ich schon manchen Baum gerettet der schon abgeschrieben war. P.S; diesen grünen wundverschluß bekommst du nur im Fachhandel,LHG´s,Raifeisenmarkt,Gartenfachhandel,nicht Baumarkt.
Auch ein abgeschnittener Ast fördert weiter Flüssigkeit. Versiegelst Du den Schnitt, dann sammelt sich unter der Versiegelung Flüssigkeit und das Ergebnis ist entweder Fäulnis oder Pilzparty.
Es braucht also eigentlich einen diffusionsoffenen Verschluss und auch der ist kein Garant dafür, daß die Schnittfläche ausreichend trocken gehalten wird. Deswegen muß man den Wundverschluss regelmässig entfernen und nachschauen.
Ob ich überhaupt etwas benutze und wenn ja was, mache ich immer ein wenig von den Umständen abhängig. Ich habe da keine Patentlösung.
Ich nutze keine Wundverschlussmittel und würde auch niemandem zu welchem raten. Mittlerweile rät auch die Fachliteratur davon ab.
Schnittführung, Schnittzeitpunkt und Wundgröße beeinflussen maßgeblich die Heilung, sonst erstmal nichts. Fest steht aber, dass kein Wundverschlussmittel die Heilung beschleunigt und/oder ihr zuträglich ist.
Du kannst Leinöl oder Bienenwachs nehmen.
Das Problem ist ,bei allen Behandlungen, wenn es sehr nass ist ueber den gesamten Herbst und Winter ,schliesst Du die Nässe ein,dadurch entstehen Pilzkrankheiten.
Wenn es aber mild ,bzw.frostfrei und trocken ist ,sollte man Gehölze schneiden,jetzt ist es eigentlich zu spät,da die Säfte schon aufsteigen,und man kann dann besser unbehandelt lassen.Die meisten Gehölze bluten und verschließen dann selbst gut Ihre Wunden.
Der ganze Garten ist voll davon.