Wieso sprechen alle davon ideologieneutral zu sein... und keiner erkennt die Lüge?

6 Antworten

In unserer Gesellschaft spricht deshalb niemand über die Mittel der Macht - tatsächlich, alles ist Lüge und Heuchelei.


dfgdsfgdsfgdsfg 
Beitragsersteller
 22.01.2025, 07:31

"Alles ist Lüge" geht für mich zu weit, ich denke unsere Demokratie an sich ist schon ein faires und gutes Konzept. Aber wie die einzelnen Parteien handeln, das kritisiere ich.

User321412849  22.01.2025, 15:00
@dfgdsfgdsfgdsfg

Hm, theoretisch ein gutes Konzept, aber die Praxis sieht etwas anders aus, wenn man weiss, was die Mittel der Macht bedeuten. Als Deutschland vom Faschismus befreit wurde, da hatten die Befreier schon etwas im Gepäck, das allem anderen als einer freiheitlich demokratischen Praxis förderlich war, das war etwas ganz Neues, nämlich die radioelektronische Überwachung. Was das bedeutet, kann nur als ungeheuerlich empfunden werden. Erst so richtig wirksam wurden diese neuen Mittel durch die Schaffung gesellschaftlicher Untergrund- strukturen, illegal und geheim, im Dienste erst der Besatzungsmächte, dann der beiden deutschen Staaten.

Für mich war und ist seither alles Lüge und Heuchelei. Helmut Kohl sprach offen von einer Parteien-Demokratie und wenn man den Zusammenhang mit der radioelektronischen Überwachung findet, kann man schnell herausfinden, dass die etablierten Parteien damit gemeint waren, und warum man die linken wie rechten Parteien außen vor halten will, obwohl die nach und nach auch involviert werden müssen früher oder später. Sollst du mal sehen, wie schnell "Brandmauern" fallen werden, wenn im eigenen Interesse der Etablierten so etwas für nötig erachtet werden wird. Einst wurden die Grünen auch angeätzt und nun sind sie genauso etabliert und machen wie selbstverständlich den ganzen Schwindel mit. Joschka Fischer war es, der als Außenminister die Bombardierung einer europäischen Hauptstadt auch durch die deutsche Luftwaffe auf den Jahrestag genau, als Belgrad schon durch die Nazis bombardiert wurde, billigte.

Den AfD-Leuten erscheint deshalb alles links in der Bundespolitik, weil sie noch nicht so dazugehören dürfen wie etwa die Linken und das BSW, die schon vorbelastet aus der "DDR" gekommen sind, und die man deshalb nicht links liegenlassen darf ...

Die sogenannte Mitte ist in Wahrheit alles andere als politisch ausgewogen, sondern wirklich rechts. Der moderne Faschismus kommt heute anders daher als im Dritten Reich. Man hat eben heute die Mittel und Methoden, um die Gesellschaft halbwegs zusammenzuhalten ohne militarisierte Umgangsformen, ohne Uniformen und entsprechendes Brimborium. Deshalb halte ich die Behauptung, man sei frei von Ideologie für besonders verlogen und für extreme Heuchelei.

Aufklärung ist auch eine Ideologie ;)

Aber ansonsten stimme ich dir zu. Ideologisch sind immer nur die anderen, man selbst ist neutral oder normal oder vernünftig...


dfgdsfgdsfgdsfg 
Beitragsersteller
 22.01.2025, 04:21

Ja, zugegeben, damit hast du Recht.

Spinnt man den Gedanken weiter, dann landet man dabei, dass man nichts weiß und eigentlich nichtmal dem eigenen Verstand vertrauen kann, aber dann kann man halt direkt das Handtuch schmeißen😂

Randy870  22.01.2025, 04:23
@dfgdsfgdsfgdsfg

Naja, ich finde man kann schon nach seiner Ideologie leben. Solange man sich halt ihrer Relativität bewusst ist und nicht andere Leute da reinzuzwingen versucht.

Wo sind die aufgeklärten der Gesellschaft nur hin...?

Sie interpretiert den Ideologiebegriff anders:

https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/320506/ideologie/


dfgdsfgdsfgdsfg 
Beitragsersteller
 22.01.2025, 07:25

D.h. hier wird mit Ideologie nicht nur die Weltanschauung gemeint, sondern auch die damit verbundene Einstellung, dass diese Weltanschauung richtig und vollständig sei. D.h. ideologieneutral soll bedeuten, dass man nicht diese Einstellung habe. Ja, sehe ich zu einem gewissen Punkt ein. Aber so wie diese Parteien sich äußern, finde ich, dass das nicht wirklich zutrifft, alle meinen alles zu wissen und Kompromisse werden heute nur ungern eingegangen.

dfgdsfgdsfgdsfg 
Beitragsersteller
 22.01.2025, 07:36
@dfgdsfgdsfgdsfg

Gerade die AfD, die diese Begriffe nutzt, ist doch wohl kaum eine Partei, die zwischen verschiedenen möglichen Konzepten abwägt, die klare Ideologie ist "Deutschland", "Fremdenfeindlichkeit", usw. Und alle anderen Parteien werden mit ihren Gedanken als Ideologen bezeichnet, inwiefern soll das "ideologieneutrales" Verhalten (laut der bpb Definition) sein?

Jede Partei definiert halt Vernunft anders, und Wahrheit leider auch.

Man muss halt genau hinschauen und hören, schönen Mittwoch.

Daher gibt es auch kein richtig oder falsch, kein gut oder böse, sondern nur konkurriende Ideen.

Wenn du das wirklich glaubst, dann kann dir niemand helfen.


dfgdsfgdsfgdsfg 
Beitragsersteller
 22.01.2025, 07:29

Naja, wie definierst du "Böse"? Ist das nicht immer abhängig vom Betrachter? Und wer definiert unsere Moral? Was ist Moral überhaupt?

Wenn man ein bisschen in diese Richtung fragen stellt, kommt man relativ schnell darauf, dass "gut" und "böse" nur menschengemachte Konzepte sind. Man vereinbart, wie man sich zu verhalten hat und das, was die eine Gruppe daher für "gut" hält, ist für die andere "böse". Damit verschwimmen diese Begriffe...

dfgdsfgdsfgdsfg 
Beitragsersteller
 22.01.2025, 07:39
@dfgdsfgdsfgdsfg

Kann dir auch das Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" empfehlen. Das, was eine Gruppe als gut ansieht, hat sich über Jahrtausende nicht selten ins totale Gegenteil verkehrt. Daher spricht man auch oft vom "Werteverfall", vergisst aber, dass damit neue Werte kommen.

Fuchssprung  22.01.2025, 08:24
@dfgdsfgdsfgdsfg

Ich verstehe zwar, was du meinst, aber du bist auf dem falschen Dampfer. Menschen glauben immer, dass sie moralisch handeln. Doch das ist falsch. Moral ist das biegsamste Material auf diesem Planeten. Man kann die Moral immer genau so hinbiegen, wie man sie braucht. Das bedeutet, die Menschen handeln nicht moralisch, sondern so, wie das Gesetz es von ihnen verlangt. (zumindest meistens) Gesetz und Moral überschneiden sich oft, sind aber vollkommen unterschiedliche Dinge. Das Gesetz definiert klar Gut und Böse. Moral hingegen nicht. Denn selbst ein verurteilter Verbrecher hat im Knast eine ganz eigene Moral.

dfgdsfgdsfgdsfg 
Beitragsersteller
 22.01.2025, 08:31
@Fuchssprung

Ich verstehe dich nicht ganz. Du meinst doch jetzt auch selbst, dass Moral biegsam wäre. Damit ist "gut" und "böse" subjektiv und verschwommen...

Und das Gesetz ist doch nur ein Abbild der vorherrschenden Moral, nicht aber andersherum. Daher wird es ja ständig angepasst. Mit dem Wandel der Moral kommen neue Gesetze und Reformen.