Wie behandle ich am besten eine offene Stelle am Widerrist vom Pferd?
Hallo zusammen,
ich habe eine Stute, sie steht auch komplett im Training und ihre Sättel passen beide (sowohl Dressur als auch Springen).
Ihr Widerrist ist relativ hoch gebaut.
Zu meiner Frage:
An ihrem Widerrist ist jetzt eine offene Stelle, wo sich Hautschuppen mit Fell lösen und es dann etwas wund aussieht. Es ist keine große Stelle, es ist wirklich nur eine kleine Stelle am Widerrist. Ich kann leider nicht sagen woran das liegt. Ich könnte mir vorstellen, dass es von einigen Schabracken kommt, die diesen typischen luftigen Ausschnitt auf dem Widerrist haben bzw. der Wirbelsäule… sicher bin ich mir diesbezüglich aber nicht. Heute bin ich dann mit Lammfell unter der Schabracke geritten und ich würde behaupten das war effektiver.
Ich habe die letzten Tage einmal Heilerde draufgeschmiert und einen Tag danach Melkfett.
Ich finde diesbezüglich nichts spezifisches im Internet und dachte mir, dass ich mal versuchen hier auf hilfreiche Antworten zu stoßen.
Ich freue mich über jede nette Antwort und hoffe, dass ihr mir helfen könnt!☺️
6 Antworten
Bei offenen Wunden ist Beta isodona das Mittel meiner Wahl. Von (echtem!!) Fell bin ich überzeugt. Nur muß man aufpassen, dass das zusätzliche Material die Passform nicht verändert. Deswegen würde ich gern den Sattler mal um Rat fragen.
Bei kleinen, oberflächlichen Wunden mache ich calendulasalbe drauf. Wenn infektionsgefahr besteht erstmal propolistinktur, das verschließt schnell die Wunde. Aber natürlich sollte man abwarten bis die Stelle geheilt ist, bevor man da wieder was drauflegen, was womöglich scheuert.
Naja, wenn da eine Schabracke oder gar der Sattel Druck ausgeübt hat, hast du da einen Dekubitus.
Und ja das meine ich vollkommen ernst, durch den Druck wurden die tieferen Gewebeschichten verletzt und zeigen tut sich das durch Haarausfall einer Schädigung der Dermis.
Reiten bzw. Sattel und Druck gilt es für die nächsten Wochen absolut zu vermeiden.
Das Gewebe muss sich erholen.
Und dann bitte den Sattler kommen lassen und deine Ausrüstung überprüfen, damit sowas nicht mehr vorkommt.
Zur Heilungsförderung kannst du eine gute Hautpflege durchführen, Melkfett und Heilerde gehören nicht zu einer guten Hautpflege.
Kauf dir eine Cremer mit Panthenol Urea oder Nachtkerzenöl.
Halt was hochwertiges, was du auch benutzen würdest.
Auskammern der Schabracke sollte absolute Pflicht sein. Normalerweise rutscht dann auch nichts wieder runter.
Trägt das Pferd eine Decke? Davon wäre das auch eine Variante. Gerade jetzt im Fellwechsel kommt es ja generell öfter zu solchen Sachen.
Machen würde ich da erstmal gar nichts, außer die Stelle nicht zu belasten. Haut heilt prima von ganz allein.
Vielen Dank für deine Hilfe!
Ich Kammer meine Schabracken immer aus.
Und ja, über Nacht trägt sie eine Decke, die allerdings an der Stelle keine besonderen Nähte oder Ähnliches ausweist…
Wenn du Lammfell unter eine Schabracke packst, und auf Stein und Bein schwörst, dass der Sattel vorher gepasst hat.... dann machst du ihn entweder mit dem Lamm viel zu klein oder der Sattel passt dann halt doch nicht so wie du das angenommen hast.
Versorge die Wunde erstmal wie man jede oberflächliche Wunde versorgt: einmal reinigen und wenn es nicht nässt einfache Wundsalbe drauf.
Und dann reite bitte einfach ein paar Tage nicht mehr bis die Wunde eine Chance hatte sich auch mehr als nur einen halben Millimeter von Oben zu schließen.
In der Zeit telefonierst du rum und lässt einen kundigen Sattler kommen!