Barrierefreiheit auf der Website?
Hallo,
ab Juni 2025 müssen Webseiten barrierefrei sein.
Ich erstelle Webseiten für kleinere Betriebe und Startups, die oftmals weniger als 10 Mitarbeiter haben oder wenigen 10 Mio Umsatz, was sie von dieser Regelung ausschließt.
Muss man dann irgendwo notieren oder erwähnen, dass man von der Regelung nicht betroffen ist?
Zum Beispiel erwähnt man im Impressum, dass man nicht an der Online-Streitschlichtung teilnehmen möchte.
4 Antworten
Wenn das einen nicht betrifft muss man das in der Regel auch nicht extra erwähnen.
So schwierig sollte es aber allgemein nicht sein eine Webseite barrierefrei zu gestalten, für viele CMS wie z.B. WordPress (> 60% aller Webseiten) gibt es da ja auch vorgefertigte Plugins, die aber auch manuell nicht allzu schwierig umzusetzen sein sollten.
Es handelt sich um 10 Mitarbeiter und gleichzeitig weniger als (!) 2 Mio Bilanzsumme.
Das ist schnell erreicht.
Es werden die Marktüberwachungsbehörden die Umsetzung kontrollieren. Bei Verstößen wird wohl genauer nachgeprüft.
Es ist wohl auch nicht anders, als bei Nichtvorhandensein einer USt-IdNr.. Dann muss keine angegeben werden, auch kein Hinweis zum Sachverhalt.
Mir wäre nicht bekannt, daß das Vorschrift wird.
https://www.aktion-mensch.de/inklusion/barrierefreiheit/barrierefreie-website
Das betrifft aber auch dann nur diejenigen, die Online Produkte oder Dienstleistungen aktiv anbieten. Wer nur informative Seiten erstellt, den betrifft das gar nicht - eben solange dort keine Waren und/oder Dienstleistungen online vereinbart bzw. gebucht werden können.
Zitat:
"Beispiel 3: Das Friseurgeschäft Musterhaare betreibt ein Geschäft mit mehr als 10 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 2 Millionen Euro. Es handelt sich bei dem Unternehmen demnach nicht um ein Kleinstunternehmen im Sinne des § 2 Nummer 17 BFSG. Auf der Webseite des Unternehmens können die Kunden Termine buchen und Haarpflegeprodukte kaufen. In § 1 Absatz 2 werden Haarpflegeprodukte nicht genannt, in § 1 Absatz 3 wird die Friseurdienstleistung nicht erfasst. Dennoch muss das Unternehmen Musterhaare die Barrierefreiheitsanforderungen beachten. Denn es betreibt über die Webseite sogenannte „Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr“. Dabei handelt es sich um Dienstleistungen der Telemedien, die über Webseiten und auf Mobilgeräten angebotene Dienstleistungen elektronisch und auf individuelle Anfrage eines Verbrauchers im Hinblick auf den Abschluss eines Verbrauchervertrags erbracht werden. Hierunter fallen sowohl der Verkauf der Haarpflegeprodukte (e-Commerce) als auch die Buchung der Termine.
Die gesamte Webseite inklusive Check-out ist nach den Vorschriften des BFSG barrierefrei zu gestalten. (...)"
Zitat Ende, Quelle: https://www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de/SharedDocs/Downloads/DE/Externe-Veroeffentlichungen/bmas-leitlinien-bfsg.pdf?__blob=publicationFile
Im Umkehrschluss besagt das, das die Webseite alleine samt ihren Inhalten nicht barrierefrei ausgeführt werden muss; die Pflicht tritt erst durch das entsprechende Buchungs- bzw. Kaufangebot ein.
Die IHKs sind u.a. dazu aufgefordert, ihre Mitglieder über die rechtlich Konsequenzen zu dem Thema zu informieren. Vgl. https://www.ihk-muenchen.de/de/Service/Recht-und-Steuern/Werbung-Fairer-Wettbewerb/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz/
Dies betrifft in erster Linie bestimmte Branchen sowie eine entsprechende Unternehmensgröße. Es gelten z.B. Ausnahmeregelungen für Kleinstunternehmen (Shops), es sei denn, sie stellen betroffene Produkte selbst her. (so meine Lesart)
Die IHK macht außer viel Geld einzukassieren einen Scheißdreck
Genau auf dieser Seite ist es erwähnt.
Wichtig! Ab Mitte 2025 müssen Websites barrierefrei sein.