Ich komme selber aus Syrien, bin hier aufgewachsen und fliege jedes Jahr nach Syrien. Hier meine Meinung:
Auch wenn der Krieg vorbei ist, ist das Land noch lange nicht stabil. Es gibt für junge Männer kaum Arbeit, die einen am Leben hält, Strom und Wasser sind oft für gerade mal 2-3 Stunden pro Tag verfügbar und die Preise von allem steigen jedes Jahr.
Aber dennoch, schaffen es die Leute irgendwie immer zu überleben und ich bin erstaunt darüber, wie viel Vertrauen die Menschen dort in Allah/Gott haben und einfach weitermachen, egal wie schwer es ist.
Letztes Jahr als ich in Syrien war, saß ich mit meiner gesamten Familie bei meiner Großmutter bis auf einmal mein Onkel mit meinen Cousins weg ist, weil in der Straße wo er wohnt eine Bombe explodiert ist (und das ist einer der reichen Gegenden).
Es ist immer ein Kampf und Leben und Tod und Sicherheit gibt es dort nicht. Aktuell ist es ohne ordentliche Regierung nochmal schwerer: Es gibt Diebstähle ohne Ende, Autos werden geplündert und Menschen ausgeraubt - es gibt nämlich keine Polizei, die die Leute verantwortlich macht.
Fazit:
Klar, kannst du zurück nach Syrien und versuchen dein Leben zu leben. Aber könntest du dich dort entfalten? Haben deine Abschlüsse dort einen Wert? Ist dir klar, WIE schwer es dort ist? Kannst du mit deiner deutschen Mentalität dort überleben?
Und mal allgemein gesprochen: Ist dein Arabisch/syrisch gut? Oder wirst du direkt, wenn du dein Mund aufmachst, als Europäer abgestempelt, der auf einmal das 100-fache zahlen muss?