Sind Teile des Universums unsterblich?

Ja 43%
Nein 29%
Wird werden immer Teil des Universums sein - selbst nach dem Tod 29%

7 Stimmen

5 Antworten

Unendlich und unsterblich haben genau gar nichts miteinander zu tun. Unsterblich ist ein philosophisches Konstrukt wohingegen unendlich eine mathematische und physikalische Eigenschaft ist.

Das Universum soll ja unendlich sein - somit wäre es auch unsterblich.

Ob das Universum endlich oder unendlich ist, kann keiner sagen. Es ist nämlich kein Experiment oder keine Beobachtung vorstellbar, das zwischen diesen beiden Fällen unterscheiden könnte. Denn das Universum ist nur endlich alt, und wir können nur den Teil des Universums sehen, von dem uns in dieser Zeit das Licht erreichen konnte.

Aber selbst wenn das Universum unendlich groß ist, folgt daraus keineswegs, daß es „unsterblich“ wäre (ich meine an, damit meinst Du, daß es in alle Ewigkeit existieren wird). Immerhin hatte es einen zeitlichen Anfang, daher könnte es auch ein zeitliches Ende haben. Solche Modelle (“big crunch”) werden unter Kosmologen diskutiert, aber man weiß nicht, ob sie auf die Realität zutreffen.

Dazu kommt, daß das Universum, selbst wenn es sehr lange oder sogar unendlich lan­ge existieren sollte, zu späteren Zeiten nicht notwendigerweise so aussehen wird wie heute. Erstens könnten Atome instabil sein und in sehr langen Zeiträumen zer­fal­len; dann ist irgendwann nichts mehr davon übrig, und das Universum existiert zwar im­mer noch, enthält aber keine Materie mehr. Selbst wenn das nicht eintritt, könnte irgendwann einmal fast alle Materie in Schwarze Löcher gefallen sein; in diesem Fall wird das Universum auch sehr langweilig. Wenn Schwarze Löcher instabil sind (Haw­king-Strahlung), dann würden sie sehr, sehr langfristig zerfallen, und wir wären wieder beim ersten Punkt.

Es gibt noch weitere, wesentlich exotischer Alternativen: Beim “big rip” würde alles im Universum irgendwann zerrissen werden, so daß nur Elementarteilchen übrigbleiben, die niemals ein anderes Elementarteilchen treffen könnten. Die Stringtheoretiker mur­meln etwas von einem möglichen Phasenübergang (“false vacuum”), bei dem sich das ganze Univer­sum restrukturiert und von vorne anfängt, aber mit anderen physika­lischen Gesetzen.

Du siehst, die Möglichkeiten sind enorm. Was man aber sicher weiß, ist, daß die Ära der Sterne irgendwann einmal zu Ende gehen muß, weil die ja von der Kernfusion le­ben, und wenn aller Wasserstoff aufgebraucht ist, geht das nicht mehr. Immer voraus­gesetzt, daß nicht vorher etwas noch Exotischeres passiert.

Aber auf keinen Fall hat das etwas mit Deiner Existenz zu tun. Denn nach Deinem Tod bleiben zwar die Atome übrig, aus denen Du bestehst (und viele davon waren vorher schon in den Körpern anderer Menschen verbaut), aber die sind nicht Du, und wie oben gesagt ist auch die Existenz der Atome nicht für alle Zeiten gesichert.

Ja

Es gelten ja schließlich Erhaltungssätze (z.B. einer für Energie)

So jedenfalls die Aussage der Physik.

Das bedeutet aber natürlich nicht, dass wir unsterblich seien.


SEKschulz  26.03.2025, 21:47

Würde dann nicht die 3. Aussage mehr zutreffen ??b (Teil des Universums...)

grtgrt  26.03.2025, 21:55
@SEKschulz

Das sehe ich nicht so, denn: Alles Materielle besteht aus Energie.

Wer sich jedoch (wie offenbar Du) auf den Standpunkt stellt, dass etwas Existierendes immer auch durch bestimmte Form der Verteilung seiner es darstellenden Energie gekennzeichnet ist, der könnte mit Recht sagen, dass nichts auch nur eine Sekunde lang existiert: Es wäre dies aber, wie mir scheint, kein besonders hilfreicher Standpunkt.

SEKschulz  26.03.2025, 21:59
@grtgrt

Leben und Tod sind ja biologische Definitionen. Wenn wir sterben, dann sind unsere Atome/Moleküle etc. ja noch immer in diesem Universum. Es geht nichts verloren. Das war ja meine Aussage. Damit blieben wir quasi auch immer Teil eines Universums. Auch wenn wir uns verändert hätten.

grtgrt  27.03.2025, 01:15
@SEKschulz

Für (die meisten der) Atome, aus denen unser Körper irgendwann bestand, stimmt das. Unser eigentliches Ich aber sind ja nicht sie gewesen, sondern ein emergenter Effekt, genannt unsere Psyche (= unser denkender Geist). Der aber hat mit dem Tod des Körpers begonnen, schnell in sich zusammenzubrechen, da unser ehemaliges Gehirn ja aufgehört hat zu arbeiten und somit auch nicht mehr ständig neue, ihn aufrecht erhaltende Gehirnwellen aussenden kann.

SEKschulz  28.03.2025, 03:16
@grtgrt

Interessante Ansicht. Ich vertrete da eher den Teil mit den Atomen. Die Psyche ist doch eigentlich nur ein Effekt von Atomen und chemischen Prozessen im Körper, oder nicht ?

grtgrt  28.03.2025, 07:48
@SEKschulz

Das glaube ich nicht. Meiner Ansicht nach hat Rupert Sheldrake eher recht.

Seiner These nach sind sogar unsere Gedächtnisinhalte nicht in unserem Körper gespeichert (im Gehirn jedenfalls fand sie bisher niemand), sondern in einem durch unsere Gehirntätigkeit mit geprägten Teil des elektromagnetischen Feldes: Unser Gehirn, so sagt er, sei zu sehen als ein Gerät (ähnlich einem Mobilfunktelefon), das diesen durch es selbst geprägten Teil des Feldes weit besser auslesen kann als andere Gehirne das schaffen. Aber natürlich bricht dieser Teil des Feldes in sich zusammen, wenn das Gehirn stirbt.

Sheldrake ist Biologe und Verhaltensforscher und hat nahezu sein gesamtes Berufsleben der Erforschung dieser These gewidmet.

Wird werden immer Teil des Universums sein - selbst nach dem Tod

Bei der Auswahlmöglichkeit "Wir werden immer Teil des Universums sein - selbst nach dem Tod" ist das entscheidenste Wort das erste, also "Wir". Denn wer wir eigentlich sind, ist vielen Menschen nicht wirklich klar:

In unserer westlichen Welt identifizieren sich (also ihr "Ich") die allermeisten Menschen mit ihrer Individualität (Aussehen, Charakter, Vorlieben, Gefühle u. Gedanken). Dieses individuelle Ich ist sterblich (obwohl es ebenfalls für immer Teil des Universums ist, da es ja in dem Zeitraum der Lebensspanne des betreffenden Menschen fraglos existiert, und insofern für immer Teil des Universums ist, denn in meinen Augen koexistieren alle Momente des gesamten Zeitablaufs des Universums, gehen also nicht kaputt oder verloren, bzw. in die Nichtexistenz über, wenn sie für uns unerreichbar in dem Bereich verschwinden, den wir Vergangenheit nennen.

Man braucht hier bloß mal die aktive Rolle und die passive Rolle vertauschen, um es besser zu verstehen:

Wir denken immer, die Zeit wäre aktiv und flösse irgendwie an uns, bzw. durch uns vorüber. Und wir wären dabei die Passiven, denen das eben einfach passiert.

Vertauschen wir die Rollen, so dass die Zeit mit all ihrem Momenten passiv und koexistent ist, und wir die Aktiven sind, die sich durch das Älter-Werden durch diese passive Zeit-Landschaft hindurch bewegen, dann wird plötzlich deutlich, dass das Wort "Jetzt" in diesem Fall einfach nur den zeitlichen Standort beschreibt, an welchem wir uns gerade in dieser Zeitlandschaft befinden.

Das ist wie im Zug: Nicht die Landschaft ist die aktive, die an uns vorbei saußt, wenn wir im Zug fahren und aus dem Fenster sehen, sondern der Zug mit uns drin ist der Aktive, der sich durch die ruhende Landschaft bewegt.

Zurück zum individuellen Ich:

Es gibt außer dem individuellen Ich, das maßgeblich auch von dem einmaligen individuellen Körper geprägt ist, auch noch die Tatsache, sich ÜBERHAUPT in IRGENDEINER Verkörperung vorzufinden, und diese mit all ihrer Individualität zu ERLEBEN. Also wie ein Regisseur, der mehrere Kameras mit diversen Vorsatzlinsen und verschiedenen Filtern aufgestellt hat, und während alle Kameras filmen, abwechselnd mal durch den Sucher der einen, und der anderen Kamera schaut. Er erlebt also, wie die Kamera die Welt sieht, durch all ihre individuellen Filter und Einstellungen, und wenn er zur nächsten Kamera geht, erlebt er, wie diese nächste Kamera die Welt sieht.

Wir denken, wir seien die Kamera und sehen die Welt wie wir sie sehen, weil wir individuell so sehen und erleben, wie diese eine Kamera (unsere Verkörperung in EINEM Körper) nun mal voreingestellt ist. Dass wir das nicht selbst SIND, sondern diese individuelle Sichtweise dieser einen Kamera lediglich erleben, fällt uns dabei gar nicht auf.

Diese erlebende Ich, erlebt unser individuelles Ich lediglich, und wer dieses erlebende Ich eigentlich unabhängig davon sein könnte, ist uns ziemlich verborgen. Menschen, die öfter meditieren, haben häufig das Bedürfnis, bei der Meditation möglichst viel des individuellen Ichs quasi herunterzufahren, um dadurch eine Chance zu haben, mehr von dem dahinter erlebenden Ich zu erkennen.

Wenn Du mit "Wir" also unser erlebendes Ich meinst, gebe ich Dir uneingeschränkt recht, dass wir für immer und über jeden Tod eines individuellen Ichs hinaus, zum Universum gehören. Deutlich eindeutiger, als dass das individuelle Ich für immer zum Universum gehört, wobei auch das der Fall ist, wie ich ja oben schon beschrieben hatte.

Woher ich das weiß:Hobby

Authenti  27.03.2025, 14:58

Ist eine Sicht die in unterschiedlichen Teilen in Religionen und spirituellen Kreisen vertreten ist. Auch erlebt in zum Beispiel Nahtoderfahrungen, oder außerhalb dieser (siehe Jim Carey Video): https://www.youtube.com/watch?v=uIaY0l5qV0c Mit Awakening ist das lösen des Ichs/Egos und verbinden mit dem "allgemeinen Bewusstseins des Universums" gemeint. Nach 10 Jahren Forschung zu Nahtoderfahrungen (hatte selbst keine), stellte sich für mich dar dass kein Element, von allen geteilt wird und es auch Widersprüche gibt. Auch kann es ein Stück weit hergestellt werden, der Zustand ("God-Helmet"), Drogen, Erkrankungen. Es gibt jedoch auch Berichte wo Menschen mit bewustlosem Körper mit ihrem Bewustsein an andere Orte reisten und angeblich korrekt davon berichteten. Ob es also eine Eigenschaft unseres Gehirns ist, oder danach so bleibt, ist für mich eine offene Frage. Geistige Überlegungen dazu sind für mich ehr EGO, als jemand der zum Beispiel Müllmann ist und einfach seine Arbeit macht, ohne eine interlektuelle Gefolgschaft hat. Eckhart Tolle mag über sein Ego hinausgekommen sein, nur um es wieder in neuer Form als Dauerdenker vielleicht noch intensiver wieder zu bekommen, wo sein Ego, sein Ego beschreibt.

Mannimanaste  28.03.2025, 05:08
@Authenti

Was Du mit Ego beschreibst, ist immer das individuelle (und selbstsüchtige sowie eitle und gierige) Ich. Sollte dieses out of body Erfahrungen machen, sind diese von dem phantastischen Organ namens Gehirn verursacht, sofern das "Out of body - Ich" sich als die gewohnt individuell abgegrenzte Person erlebt.

Eckhart Tolle kenn ich nicht, kann ich aber mal googeln.

Niemand hat je Belegt dass das Universum unendlich ist.

Wer sich nicht vorstellen kann, dass das Universum endet und wie, stell ich die Gegenfrage wie sich ein Unendliches vorstellbar zu machen ist?

Wir wissen es schlicht nicht.

Es gibt eine Theorie dass, da der leere Weltraum krümmbar ist (soviel wissen wir, als Fakt), dass wer immer gerade aus düst, durch die Raumkrümmung wieder am Anfang rauskommen *könnte*

Wie gesagt unterm Strich: Wir wissen viel, aber noch nicht wie groß das Universum ist oder ob es unendlich ist. Wir sehen nur das sichtbare Universum und können das beschreiben.

Woher ich das weiß:Hobby

Mannimanaste  26.03.2025, 23:04

Ein Ball hat eine endliche Oberfläche, die aber dennoch unendlich ist, denn niemand kann definieren, wo die Kugeloberfläche beginnt oder endet. Sprich, man kann sich etwas unendliches durchaus klar vorstellen.

Authenti  27.03.2025, 14:26
@Mannimanaste

Du hast eine Vorstellung davon. Ich teile Sie nicht. Nur weil es keine allgemeine Definition gibt wo der Anfang ist, der Kugel, ist die Kugel an sich weder unendlich in ihrer Existenz, noch in der Möglichkeit Sie zu umrunden. Von wo ich starte ist für mich der relative Anfang, für andere wo diese stehen. Die Kugel z. B. Erde und die Sie umrunden, sind in meinen Augen endlich. Jemand müsste schon unendlich lange leben um Sie unendlich lange zu umrunden und auch "unendlich, unsterbliche" Objekte sind es nicht, die Atome zerfallen nach gewisser Zeit. Die Kugel Erde Begann und sie wird enden in ihrer Existenz. Von dem her meines Wissens nach gibt es in der Natur aktuell weder etwas unendliches noch das absolute Nichts.

Authenti  27.03.2025, 14:39
@Mannimanaste

In der Mathematik / Geometrie kriegst dafür 100 Punkte, seit die Mathematik mit dem Konzept der Unendlichkeiten arbeitet. Ich beziehe mich halt auf die Wirklichkeit. Natürlich kann ich nicht ausschließen dass das Universum sich als unendlich her ausstellt, in welcher Form auch immer. Aktuell sehen wir ein sichtbares Universum mit einem Durchmesser von 92 Milliarden Lichtjahren. Wir wissen dass der Raum sich schneller ausbreitet als das Licht (daher Durchmesser größer als das Altere von 13-15 Milliarden Jahren) und uns daher manches Licht noch nicht erreicht hat und es mehr gibt. Wie dass dann aussieht, ist offen.