Würdet ihr eure Kinder unbedingt aufs Gymnasium schicken?
Hallo miteinander,
ich selber habe keine Kinder. Warum ich die Frage stelle liegt daran, dass ich in meiner Umgebung wahrnehme, dass Eltern sozusagen auf biegen und brechen ihr Kind aufs Gymnasium schicken möchten. Auf der einen Seite weiß ich, dass die Eltern es gut meinen und wollen, dass ihr Kind für die Zukunft eine Perspektive haben. Dennoch finde ich es persönlich sehr kritisch, dass Kinder direkt "einfach aus Prinzip" in das Gymnasium zugeteilt werden.
Es ist nun mal so, dass Gymnasium mehr Lernleistung in Anspruch nimmt, als eine Mittel- bzw. Realschule. Ich nehme auch war, dass Kinder nicht für Gymnasium geeignet sind und trotzdem diesen Druck ausgesetzt sind, nur weil die Eltern das wollen. Und das finde ich echt schade. (Natürlich sind nicht alle Eltern so)
Ich persönlich würde mein Kind nicht auf das Gymnasium schicken...egal wie es gut es in der Grundschule ist. Nicht, weil ich mein Kind abwerten wollen würde, sondern damit es Zeit hat, "Kind zu sein." Außerdem wäre es die perfekte Gelegenheit zu sehen, wie es sich wirklich mit der schulischen Leistung verhält. Wenn mein Kind bspw. in der 10. Klasse wäre, mittlere Reife macht, und sagt, "ich möchte Abitur machen und Studieren gehen", da wäre ich sofort dabei, da es alt genug ist, das einzuschätzen und es selber zu wissen. Versteht ihr, was ich meine? Mir wäre lieber eine niedrigere Schulstufe zu besuchen und immer noch zu steigern (falls man sieht, dass die Leistung passt), als direkt in ein hohes Level zu gehen.
Was sagt ihr dazu? Was wäre eure Ansicht?
Mir geht es hauptsächlich um die Übergangssituation von 4. Klasse zu 5. Klasse.
32 Stimmen
17 Antworten
Lustigerweise war ich in meiner Mittelstufenzeit auf allen drei Schulformen, die es in Österreich gibt:
- Hauptschule (DE: neuerdings Mittelschule)
- Mittelschule (DE: Realschule)
- Unterstufengymnasium
Beim Gymi hatte ich die schlechtesten Erfahrungen und ich wurde dort diskriminiert, von Mitschülern gemobbt und rausgeschmissen, nur weil ich Autist bin (ich war damals sogar in den Medien wegen diesem Thema).
In der Hauptschule waren manche Leute, wie soll man sagen primitiv und es ging drunter und drüber, also auch nicht das wahre. Ich wurde dort jedoch wenigstens nicht von den Mitschülern gemobbt, weil mir ein Schulbegleiter bereitgestellt wurde und dieser auch so eine Art Leibwächter/Bodyguard war.
Die Mittelschule, sprich die goldene Mitte war das beste von allen. Ich hatte auch Glück so eine tolle Mittelschule zu erwischen, wo wirklich alles stimmte. So eine Schule ist aber leider unwahrscheinlicher zu bekommen, als ein 6er im Lotto. Deswegen würde ich für mein zukünftiges Kind sagen, die goldene Mitte, sprich Mittelschule (DE: Realschule).
Moin
Ich selber gehe noch auf ein Gymnasium, was sehr anstrengend ist und mir quasi meine ganze Freizeit raubt. Ich bin in der 11. Klasse und habe sehr große Schwierigkeiten. Für Hobbys habe ich sogut wie nie Zeit. Auch meine Mutter hat mich gezwungen und sagt bist heute das sie mich auch nicht runter nimmt. Problem an der ganzen Sache ist, dass ich aber auch weiß, dass es nur das beste ist und auch sein wird. Viele sagen dann, dass man auch nach der Sekundarschule noch auf das Gymnasium kann. Ja, aber nur sehr schwer und das wäre eine extreme Umstellung, zumal es dann sogar noch Oberstufe ist. Was natürlich auch noch dazu zählt, ist das wenn man auf einem Gymnasium seit der 7. Klasse war und man dann nur 2 Jahre Abi macht zählt das Abitur viel mehr, als ein Abi das 3 Jahre geht von einer Sekundarschule. Ich würde dem Kind auf der Grundschule helfen und ihm auch bei Hausaufgaben usw Dinge erklären aber ich würde dann sehen ob das Kind in der 6. Klasse eine Gymnasialempfehlung hat oder nicht. Wenn es eine hat, dann würde ich dem Kind mit dann ca. 12 Jahren erklären, was auf ihm zukommt. Ansonsten würde ich es auf ein Gymnasium schicken und es probieren lassen, denn auch dort ist die 7. Klasse ERSTMAL NUR EIN PROBEJAHR. Dort stellt sich dann heraus ob es dafür geeignet ist, oder komplett versinkt.
Lg;)
In meinen Augen gibt es für eine Versetzung in die gymnasiale Oberstufe immer noch keine Chancengleichheit. Realschüler sind hier klar benachteiligt!
Daher würde ich mein Kind in Absprache immer aufs Gymi schicken. Wenn es halt die Erprobungsstufe, nicht schafft auch nicht schlimm. Motto: Wenigstens versucht! Nur wenn es per du selbst nicht da hin will, dann eben nicht.
Wir brauchen auch MSA-Zentralprüfungen fürs Gymi mit Notenhürden. Wieso haben die Kids des Bildungsbürgertums immer Extra-Würste?
Meine Thesen werden übrigens von ausländischen Bildungsforschern bestätigt!
Ich bin kinderlos, habe dazu aber eine Meinung:
Die Kindheit ist nicht dafür da "Kind zu sein", sondern soll auf das Erwachsen sein vorbereiten, deshalb muss Kindern einiges zugemutet werden (was offensichtlich immer weniger gemacht wird).
Was aber gar nicht geht, ist ein Kind durchs Gymnasium zu schleifen und zu peitschen, welches aus welchen Gründen auch immer dafür wenig geeignet ist. Hier spreche ich aus eigener, leidvoller Erfahrung.
Wenn das Kind gute Noten hat und auch aufs Gymnasium möchte, soll es auch gehen. Man würde es sonst unnötig ausbremsen, und das wäre genauso falsch wie es unter Druck zu setzen. Da würde viel Potential verloren gehen.
Allerdings sollte man auch offen bleiben, wenn es dem Kind zu viel wird. Und gut abklären, was dir richtige Lösung ist: Schulwechsel, inwieweit können schlechte Noten in Kauf genommen werden, wäre Nachhilfe angebracht? Also nicht das Kind irgendwie durchboxen, weil es nicht scheitern darf.
Ich finde es also nicht schlimm, wenn ein Kind zurückwechseln "muss".