Wieviele Quadratmeter Wohnfläche besaß eine durchschnittliche Familie im Mittelalter und in der Antike?
Hallo allerseits. Wieviele Quadratmeter Wohnfläche besaß eine durchschnittliche Familie im Mittelalter und zuvor in der Antike? Ich spreche von freien Leuten z.B. Kaufleute, Handwerker, Bauern? Sind es oft mehr als 30-35 Quadratmeter gewesen?
4 Antworten
Die einfache Bevölkerung der römischen antiken Städte wohnte in sogenannten Insulae https://de.wikipedia.org/wiki/Insula während die Reichen sich teilweise riesige Villen leisten konnten. Latifundienbesitzer waren beispielsweise Großbauern, welche in großen Villen lebten, auch Großhändler lebten in der Regel in prächtigen Villenanlagen.
Im Mittelalter bis frühen Neuzeit lebten die Bauern in einfachen Katen https://de.wikipedia.org/wiki/Kate_(H%C3%BCtte) Dieses waren einfache frei sehende Gebäude mit beengten Platz, doch sicher um einiges größer, als 30-35 m³. Du musst bedenken die feinfachen Bauern lebten nicht einzeln, sondern als Großfamilie. Meine Urgroßeltern väterlicher Seite wohnten um 1890 noch in so einer Kate. Da gab es eine große Diele und in der Mitte einen Rauchabzug, denn es wurde mit offenen Feuer gekocht und im Winter geheizt. Auf der einen Seite waren in der Wand Nieschen mit Betten, wo mehrere Kinder gemeinsam in einem Bett geschlafen haben. Nur die Eltern hatten für sich eine einzelne Bettniesche. Auf der anderen Seite gab es abgetrennte Bereiche für Hühner und für das Schwein. Die Urgroßeltern hatten ursprünglich 10 Kinder, von denen 7 erwachsen wurden und immerhin 5 heirateten und eigene Familien gründeten.
Die Häuser der Handwerker waren schon etwas größer. Da gab es getrennte Wohn- und Schlafzimmer und die Schlafzimmer von Eltern und Kindern waren getrennt. Es gab einen abgetrennten Handwerksbereich, eine separate Küche und oft noch angenzend einen Hühnerstall.
Kaufleute lebten natürlich in größeren Wohnungen. Dabei waren die Wohnungen der Krämer (Kleinhändler) ähnlich groß, wie die der Handwerker, während die Kaufleute der Hanse in wirklich großen Villen leben konnten.
Allgemein ist es schwierig konkret deine Frage zu beantworten, da die Wohnsituation sehr individuell war, wie es auch heute noch der Fall ist. So beengt, wie Arbeiterfamilien zu Beginn der Industriellen Revolution hausen mussten, war die Situation zum Glück sonst nicht.
Durchaus sehr viel mehr:
Damals gab's noch keine Miete oder Grundstückspreise.
Diese Konzepte hat der Staat eingeführt, um die Leute in jedem Bereich besteuern und mitverdienen zu können.
Wollte man aber in einer bestimmten Stadt oder einem bestimmten Haus wohnen, musste man schon für Kost und Logis an den Besitzer zahlen.
Wenn man aber auf dem Land selbst ein Haus gebaut hat, musste man keine Grundstückspreise oder so bezahlen.
Als der Staat diese steuerlichen Erfassungen eingeführt hat, hatte das natürlich mit heftigen Widerstand vor allem in der bäuerlichen Gesellschaft ausgelöst. Denn die Bauern sahen nicht ein, warum sie für ihr eigens gebautes Haus Miete an den Staat zahlen sollten.
"Damals gab's noch keine Miete oder Grundstückspreise."
Ach damals wurden Häuser umsonst zur Verfügung gestellt. Muss ja cool gewesen sein in dieser Zeit.
Es kommt drauf an wer es war. Aber definitiv haben alle viel enger und beieinander gewohnt wie heute.
Das "Gesinde" eines größeren Hofs hatte keine Privatsphäre. Man schlief auf dem Boden in den Küche neben dem Herd weil es warm war. Stand auf und arbeitete gleich weiter.
Tagelöhner konnten, mit Glück, in einer Scheune oder in einem Stall schlafen.
Ein Bauer mit ein paar Stück Vieh schlief in einem einzigen Raum gleich bei dem Vieh. Einmal weil die Tiere Wärme brachten, zum anderen, weil sie so gleich bewacht wurden gegen Diebe oder Wölfe ect.
Selbst in kleinen oder mittleren Burgen waren Tiere unterhalb der Wohnräume zu finden. Auch aus dem gleichen Grund wie bei den Bauern.
Das mit den "größeren" Bauern sah dann so aus wie hier in dem Bronzezeithaus https://www.bronzezeithaus.de/index_4.htm die Bauart der Höfe wurde viele Jahrhunderte so beibehalten. Aus Lehm wurden Steine, aus Reet Tonziegel. Aber der Rest war immer gleich, bis in das 19. Jhr. hinein!
sicher nicht!
Die Verhältnisse waren früher einfach und beengt und die Familien groß!
30 m² war der Durchschnitt Ende der 80er in D. In den Jahrzehnten davor war es deutlich weniger! Nach dem 2WK haben in den Wohnungen meiner Eltern und Großeltern in JEDEM Zimmer eine kleine Familie gewohnt. Im kleinsten eine Witwe, in den beiden größten je ein Paar mit zwei Kindern (ua mein Vater).
In London kann man sich Bakerstreet 221b anschauen, die fiktive Wohnung von Sherlock Holms, die es Ende des 19. Jahrhunderts noch gar nicht gab. Es ist ein einziges großes Zimmer, vllt. 25 m², während die Kammer von Dr. Watson unterm Dach winzig ist.
Ich habe die Frage nicht beantwortet, stimmt. Allerdings habe ich das auch nicht wirklich versucht, sondern seine Vorstellung 'zurechtgerückt'!
ER 'schätzt', dass es 30-35 qm pro Familie war und ICH 'leite damit ein', dass SELBST nach dem 2WK, oder zur Industrialisierung die Verhältnisse beengter waren als in seiner Vorstellung!
Mit dem fettgeschriebenen "SELBST" implizierst du jetzt irgendwie in meiner Wahrnehmung dass es davor noch enger zugeangen sein muss.
Aber die Verhältnisse im Mittelalter (immer noch ein riesiger Zeitraum) sind ganz andere als in der Industrialisierung, Neuzeit und WK-Zeit.
Die Wohnzustände um die WKs oder die zwei Jahrhunderte davor haben leider zero Aussagekraft bezüglich seiner Frage...
Ich habe das von Anfang an geschrieben und gemeint. Das Du es nicht glaubst...bitte!
Das es erst jetzt verstehst und nicht GROẞ und fett unterscheiden kannst sagt ja einiges über Dich aus. =;->
Mag sein...allerdings war das direkt nach dem Krieg, wo teilweise 50 % der Gebäude zerstört waren und die Wohnungsnot groß war!
Interessant wären daher zB die Quoten von 1930/35/39, vllt. 1960/65/70/75...
Iwann Ende der 50er wurde die ZwangsEinquartierung beendet, aber noch in den 70ern hat man Mio PlattenbauWohnungen gebaut, nicht nur im Osten!
Im Westen waren es keine Plattenbauten, sondern Stein auf Stein gebaute Wohnblocks, meist nicht höher als 4 Stockwerke. Wir sind 1962 in eine solche "Neubauwohnung" gezogen, und das war für uns Fortschritt. Nach heutigen Maßstäben war es natürlich schrecklich.
Auch im Westen gibt es Großwohnsiedlungen, mit Hochhäusern aus Beton!
Das ist richtig. Das beste Beispiel ist das Märkische Viertel in Berlin.
Ähm... der Fragesteller hat nach Mittelalter und Antike gefragt, nicht nach den Verhältnissen im letzten Jahrhundert nach den WKs....
Das sind ca. 1000 Jahre Unterschied ;)