Wie war es damals ohne Handy und Internet?

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Sagen wir so, man ist damals auch ohne Handy, PC, Internet usw. gut durchs Leben gekommen. Kinder und Jugendliche waren mehr draußen und haben eben öfter an den Videospielautomaten gezockt oder Musik gehört via Walkman. In der Schule lernte man eben klassisch mit Büchern und Notizen oder mit Klassenkameraden zusammen. Ansonsten traf man sich, telefonierte ganz klassisch oder schrieb Briefe. Zu meiner Schulzeit waren Internet, Windows PCs, Handys, Tablets usw. völlig unbekannt, obwohl der erste Prototyp des Handys schon 1973 rauskam und das erste echte Handy 10 Jahre später. Erst gegen Ende meiner Schulzeit kamen verstärkt die ersten Heimcomputer auf wie der Commodore C64, die auch damals schon sehr beliebt waren bei der Jugend. Mein erstes Handy habe ich 1999 gekauft, meinen ersten PC ein Jahr vorher.

Auch wenn ich noch keine 30 bin, aber meine Kindheit war auch ohne Handy & Internet, mein erstes Handy (Nokia Tastenhandy) habe ich mit 12 Jahren bekommen.

Bis zu meiner Einschulung 2006 hatten wir nicht mal einen PC zu Hause, geschweige denn irgendwelche anderen internetfähigen Geräte. Den PC schaffte mein Vater dann irgendwann für seine Arbeit als Selbstständiger an - an diesen durfte ich dann auch mal und mit Paint malen oder die vorinstallierten Spiele spielen. Natürlich nur äußerst vorsichtig damit keine Arbeitsdaten meines Vaters verloren gehen.

Das Handy habe ich damals von meinem Onkel geschenkt bekommen, wobei mein Vater das gar nicht witzig fand. Und ich? Mir war es schlicht egal - der nächste Band meiner damaligen Lieblingsbuchreihe war mir wichtiger. Das Buch war am 25.12. morgens schon halb ausgelesen, während das Handy zu dem Zeitpunkt immer noch unausgepackt im Karton lag ...

Ich habe viele Nachmittage mit den Kindern aus der Nachbarschaft verbracht. Bei gutem Wetter waren wir auf dem Spielplatz, haben auf dem Bolzplatz gekickt oder sind einfach Fahrrad, Inliner oder Tretroller gefahren. Bei schlechtem Wetter waren wir bei irgendwem zu Hause. Auch mit den Freundinnen aus der Schule bzw. aus der Kirche habe ich mich oft getroffen oder ich war in der Bücherrei.

Ich war aber auch schon als Kind eher introvertiert und habe viel Zeit zu Hause verbracht. Ich habe gelesen, geschrieben, Musik gehört und dazu getanzt oder mit meinem Spielzeug gespielt.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Katharina894  02.02.2025, 23:31

Ich habe mein erstes Handy mit 30 Jahren bekommen, und es diente nur zum Telefonieren. Internet hatte ich dann wenig später auf einem Computer, den mir mein Bruder zur Verfügung stellte.

Man hat sich verabredet. Ging ins Kino, auf Partys, Eis essen, Radtouren, hat gemeinsam handwerkliche Projekte umgesetzt, gechillt, gezockt, gechattet. Ist zu Schule gegangen, hat Hausaufgaben gemacht oder hat seine Ausbildung gemacht. Eben alles, was man nach wie vor ganz ohne Handy und Internet heute auch noch machen kann.

Ich fand es gut. Ich bedaure auch die nach mir gekommenen Generation, die durch das Internet und Sozial Media, vor einer endlosen Flut an (belanglosen) Eindrücken stehen, die sich auch noch ständig verändern. Das Stelle ich mir sehr schwer vor, sich unter solchen Bedingungen noch selbst finden zu können.

M35

Nicht anders, man hat sich halt mit anderen Dingen beschäftigt.

Beste Zeit! Mir tun die Kinder und Jugendlichen leid, die nichts anderes mehr mit sich anfangen können, außer irgendeine dämliche Challenge mitzumachen.