Ungerechtfertigte Kündigung?
Kurzer Hintergrund:
Ich habe im September 2022 meine Ausbildung angefangen. Ich habe alle 2-3 Monate nach Feedback und Kritik gefragt, wurde ständig für meine Arbeitsweise und meine Leistung gelobt und habe meine Ausbildung im Februar verkürzt abgeschlossen.
Im November 2024 wurde eine Kollegin in Teilzeit gekündigt mit der Begründung, dem Unternehmen geht es wirtschaftlich schlecht. Ich habe ohne Einarbeitung oder Übergabe 90% ihrer Arbeit übernommen, zusätzlich zu meiner schon bestehenden, während ich weiterhin nur 4 Tage die Woche auf Arbeit war, da ich zu dem Zeitpunkt noch die Schule besucht habe 1x in der Woche, weil ich erst im Februar meine mündliche Abschlussprüfung hatte.
Ich bin mit meiner Arbeit nicht mehr zurecht gekommen, weswegen ich die Hand gehoben hatte. Mir wurde gesagt sie können mich absolut verstehen und die Aufgaben werden neu verteilt in einem Gespräch.
In diesem besagten Gespräch, welches 45 Min. lang ging, wurde ich jedoch auf einmal nur noch runtergeredet, mir wurde gesagt es würde an meiner Arbeitsweise liegen, ich könnte mich nicht organisieren und würde mich treiben lassen. Ab da ging alles nur noch den Bach unter. Ich wurde nur noch kritisiert, mir wurde bei jedem Schritt über die Schulter geguckt und der Druck wurde einfach immer schlimmer.
Ich hatte die Hoffnung, dass ich dann Mitte Februar, wenn ich vollzeit anfange (den Vertrag hatte ich schon im November unterschrieben, denn sie mussten sich zwischen der Teilzeitkraft oder mir entscheiden), dass ich mich dann beweisen kann wenn ich jetzt doch mehr Zeit habe + mich komplett auf die Arbeit konzentrieren kann.
Am Freitag habe ich meine Kündigung bekommen. Nach einem Monat angestellt sein. Als ich nach dem Grund gefragt habe hieß es, es würde einfach nicht mehr passen, es sind viele kleine Dinge die nicht laufen und es läuft eben nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten. Mein Chef war nicht mal anwesend bei diesem Gespräch. Ich war völlig aufgelöst, mi wurde gesagt wir könnten am Montag nochmal drüber sprechen, jedoch sind mein Chef & und die Person die mich gekündigt hat, jetzt 2 Wochen im Urlaub.
Meine Frage ist jetzt: Kann ich dagegen auf irgend eine Art und Weise vorgehen? Kann ich nach einem richtigen Kündigungsgrund fragen? Ich wurde nicht einmal abgemahnt.. Das kann doch nicht rechtens sein?
Danke im Voraus
Ergänzung: In meinem Vertrag steht ausdrücklich, dass keine Probezeit vereinbart wurde, jedoch ist die Kündigung fristgerecht zum QWuartal erfolgt. D.h., ich wurde Ende März gekündigt, bis zum 30.06. bin ich noch offiziell angestellt.
Weitere Ergänzung: Auf meiner Kündigung ist auch kein Feld für eine Unterschrift..muss ich die nicht eig auch unterschreiben?
Warst du in der Probezeit? Wenn ja dürfen die dich kündigen ohne Grund
Nein, war ich nicht aber weniger als 6 Monate angestellt, um gfenau zu sein knapp einen Monat
War im neuen Vertrag eine Probezeit vereinbart? Wenn ja, wie lange?
Nein, es wurde keine Probezeit vereinbart
4 Antworten
Es ist davon auszugehen, dass ein Kleinstbetrieb hier vorliegt.
Da hat kein Kündigungsschutzgesetz die Geltung und es gelten zudem leichtere Voraussetzungen für eine Kündigung.
Daher müssen wohl keine Gründe genannt werden.
Sollte es für den AN relevant sein, muss Kündigungsschutzklage binnen 21 Tage nach Erhalt der schriftlichen Kündigung anhängig gemacht werden. Vor Gericht müssen immer die Gründe genannt werden. Auch im Hinblick auf die vorangegangene Ausbildung ist nicht zwingend eine Probezeit statthaft.
Tatsächlich ist allerdings nach vorne zu blicken. In dieser Unternehmung gibt es wohl noch mehr Probleme als hier genannt und auf Dauer wird es schwer dort glücklich zu werden. Bereits bei der Teilzeitkraft war schon zu sehen, wie weit des mit der Wertschätzung her ist.
Übrigens wird Arbeit mittlerer Güte geschuldet.
Weitere Ergänzung: Auf meiner Kündigung ist auch kein Feld für eine Unterschrift..muss ich die nicht eig auch unterschreiben?
Eine Kündigung muss lediglich Empfangen werden; Der Empfänger muss nicht unterschreiben. Macht man oft so, damit der Empfang rechtssicher bestätigt ist.
Es war zwar keine Probezeit vereinbart, aber offenbar auch keine Vereinbarung, die zu einem Kundigungsschutz auch schon vor Ablauf der ersten 6 Monate der Beschäftigung führt. (Guck nochmal in deinem Vertrag, vermutlich wird aber nichts dazu drin stehen)
Somit durfte ohne Angaben von Gründen gekündigt werden. Deine Zeit als Azubi wird hier nicht angerechnet, da ein Ausbildungsverhältnis nicht als Arbeitsverhältnis zahlt.
Du kannst natürlich zu den Gründen nachfragen. Eine wahrheitsgemäße Antwort ist dein AG aber nicht schuldig. Sollte der Grund in der Situation des Unternehmens liegen, wird man dit das wahrscheinlich auch nicht offenlegen und eher Gründe die in deiner Person liegen erfinden. Daher finde ich nicht, dass die Nachfrage lohnt.
Lass dir ein Arbeitszeugnis ausstellen. Das solltest du dann prüfen, ob es der Wahrheit entspricht.
Weitere Ergänzung: Auf meiner Kündigung ist auch kein Feld für eine Unterschrift..muss ich die nicht eig auch unterschreiben?
Nein. Eine Kündigung ist immer eine einseitige Willenserklärung. Der gekündigte muss sie daher auch nicht unterschreiben, damit sie wirksam sein kann.
Manchmal wird man um Unterschrift gebeten, um den Erhalt der Kündigung zu bestätigen.
Sprich mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, prinzipiell kannst du schon eine Kündigungsschutzklage einlegen.
Hast du denn eine grobe Ahnung, ob sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens inzwischen stabilisiert hat oder ob es immer noch schlecht aussieht? Wenn der Teilzeitkraft schon deswegen gekündigt wurde, kann sich das mit einer Vollzeitkraft ja nicht wirklich ausgehen - es sei denn, es hätte sich was verbessert.
Davon unabhängig würde ich mich umgehend bei der Agentur für Arbeit melden, damit du dir Leistungen sicherst und möglichst übergangslos ins nächste Arbeitsverhältnis kommst.
Nein, die wirtschaftliche Lage hat sich sogar eher verschlechtert..
Mach ich, vielen Dank
Sprich mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht ...
Und auch hier fehlt wieder der Hinweis, dass man seinen Anwalt in der ersten Instanz beim Arbeitsgericht auch dann selbst bezahlen muss, wenn man das Verfahren gewinnt. Das wissen naemlich viele nicht und die wundern sich dann, wenn der Anwalt Geld haben will.
Gibt es irgendwelche kostengünstige Optionen?
Gibt es irgendwelche kostengünstige Optionen?
Ja klar. Reiche eine Kuendigungsschutzklage ohne Anwalt beim Arbeitsgericht ein. Dafuer hast du genau 3 Wochen ab Zugang des Kuendigungsschreibens Zeit. Bei Gericht wird ma dir bei der Formulierung der Klageschrift helfen. Dazu brauchst du keinen Anwalt. Die Dreiwochenfrist fuer die Klageeinreichung musst du allerdings unbedingt einhalten.
Hoere nicht auf Leute, die irgendetwas von einer Probezeit faseln! Der Kuendigungsschutz des Kuendigungsschutzgesetzes hat rein gar nichts mit einer Probezeit zu tun und die sechsmonatige Wartezeit hast du schon waehrend deiner Ausbildungszeit erfuellt.
Kuendigungsschutz nach dem Kuendigungsschutzgesetz besteht allerdings nur in Betrieben mit mehr als rechnerisch 10 Vollzeitmitarbeitern (Teilzeitler zaehlen anteilig). Hat der Betrieb jedoch nicht mehr als rechnerisch 10 Vollzeitmitarbeiter, kannst du dir die Klage sparen, weil du dann sowieso keinen Kuendigungsschutz hast und dir jederzeit fristgemaess gekuendigt werden kann, ohne dass der Betrieb das gegenueber irgendjemanden begruenden muss.
Gibt es bei euch im Unternehmen einen Betriebsrat?
Wie viele fest angestellte Arbeitnehmer sind im Betrieb beschäftigt?
Wurde ein neuer Arbeitsvertrag erstellt mit Angabe einer Probezeit?
Es gibt leider keinen Betriebsrat
im Büro sind wir zwei drei vollzeitkräfte, zwei teilzeitkräfte und der geschäftsführer, außerdem haben wir noch 4 Freelancer/Berater
nein, in eminem vertrag wurde keine probezeit vereinbart
Ich danke dir vielmals.
Ja, es gibt noch viele weitere Probleme leider, aber ich denke ich kann da wenig machen.
Was genau ist hiermit gemeint?