Christentum und buddhismus?

9 Antworten

Es gibt Ähnlichkeiten zwischen beiden Religionen, aber auch fundamentale Unterschiede, die man kaum in Einklang bringen kann.

Das Christentum lehrt, dass der Mensch aus sich selbst heraus zu schlecht und zu schwach ist, um Erlösung zu erlangen, und dass er sich deshalb Gott/Jesus unterordnen, an ihn glauben und nach seinen Worten leben muss.

Der Buddhismus lehrt das genaue Gegenteil: es gibt keine überirdische Macht, die den Menschen befreien kann - das kann man nur aus eigener Kraft und durch stetiges Streben nach der rechten Lebensweise schaffen.

Im Christentum hat bzw. ist der Mensch eine "lebendige Seele", es gibt eine Existenz nach dem Tod und man muss sich eines Tages vor Gott verantworten für alle Entscheidungen, die man getroffen hat.

Der Buddhismus lehnt die Existenz einer Seele bzw. eines Weiterlebens nach dem Tod im christlichen Sinne ab. Er kennt zwar die Reinkarnation/Wiedergeburt, diese ist aber nicht leicht zu verstehen und hat nichts mit einer "Seelenwanderung" zu tun.

Je detaillierter man sich mit der Sache befasst, desto auffälliger werden die Unterschiede. Man kann also nur dann "gleichzeitig" Jesus & Buddha folgen, wenn man in unterschiedlichen Fragen jeweils dem einen oder dem anderen einen Vorrang gibt, und damit führt man das ganze Prinzip ad absurdum.


CarinaSchoppe  18.03.2025, 20:57

Jain also der Buddhismus lehnt die Existenz einer Seele nicht ab aber bestätigt dessen Existenz auch nicht.

Buddhas Lehre vom samsara bzgl. Dem Kreislauf einer nicht Seele zeigt dies auf.

Clippy  20.03.2025, 18:58
@CarinaSchoppe

Das buddhistische Anatta-Konzept ist mit dem Gedanken an eine individuelle Seele nicht vereinbar. Das ist ja gerade einer der zentralen Unterschiede zum Hinduismus, der eine solche Seele (Atman) behauptet und dessen Reinkarnationslehre auch darauf basiert, indem ausdrücklich eine "Seelenwanderung" behauptet wird.

Die Aussage, dass es kein "ewiges Selbst" und generell nichts gibt, das keinen Veränderungen unterworfen ist und ewig existiert, ist ein Grundpfeiler der buddhistischen Weltanschauung.

Jemand hat man formuliert: Ein halber Christ ist ein ganzer Unsinn...

In der Bibel warnt uns Gott immer wieder vor Götzendienst, also der Anbetung anderer Götter bzw. dem Ausüben anderer Religionen. Daran sollten wir uns halten.

Man kann wahrscheinlich eher Schalke 04- und Dortmund-Fan zur gleichen Zeit sein als Christ und Buddhist. Auch wenn eingefleischte Schalke- und Dortmund-Fans vielleicht widersprechen würden, ergibt sich diese Analyse allein aus der Tatsache, dass sich die Lehre der Bibel und die Lehre des Buddhismus in vielen wichtigen Punkten und Fragen widersprechen: Gibt es Gott? Was ist der Sinn des Lebens? Wo kommen wir her und werden wir einst nach unserem Tod sein? Welches Buch ist die Offenbarung Gottes für die Menschheit? Wie werden unsere Sünden vergeben? Wie können wir das ewige Leben bei Gott in Herrlichkeit erreichen?

Viele weitere solcher Fragen und Themen könnte man nennen, bei denen sich die christliche Lehre von der buddhistischen unterscheidet. Deshalb erscheint es allein von der Logik her nicht möglich, an beides zu glauben. Man müsste dazu wohl eine eigene Mischreligion erfinden. Biblisch wäre eine solche Praxis nicht...

Was ist z. B. nach dem Tod? Der Buddhismus lehrt die Wiedergeburt und hat das Ziel, aus dem Kreislauf der Wiedergeburten auszusteigen und ins Nirwana (ins Nichts) zu gelangen. Die Bibel lehrt, dass wir hier nur einmal leben und danach zu Gott in den Himmel gelangen, wenn wir an ihn glauben. Es erscheint nicht möglich, an beide Lehren gleichzeitig zu glauben oder sie auch nur annähernd miteinander verbinden zu wollen.

Die Bibel lehrt uns, dass es nur einen Gott gibt, den wir anbeten sollen und dass Menschen immer nur einem Herren folgen können. Usw.

Kommt drauf an, wie ernst man die Lehren des Buddhismus nimmt. Wenn man nur den Lehren folgt, die Wahrheit (also Jesus Christus) zu suchen und die Kraft in sich selbst zu erwecken und das viel mehr in dir steckt, als du denkst, ist das wohl kein Problem. Ebenfalls finde ich die Vorstellung von Karma recht passend, aber etwas anders ausgelegt. Gutes zieht Gutes an und schlechtes schlechtes. Tu anderen gutes und dir wird es gut gehen, verzeih anderen und es wird dir verziehen.

Im Christentum gibt es so ziemlich alles, auch wenn sich vieles von diesen Kuriositäten an den Randgebieten aufhält. Wenn es um die Frage geht, ob Christentum und Buddhismus miteinander vereinbar sind, lautet die Antwort: teils, teils. Auf der einen Seite gibt es in der spirituellen Praxis, insbesondere in der Meditation, eine gewisse Übereinstimmung im Streben nach Geistigkeit und der Abkehr vom Materiellen. Auch die Friedfertigkeit, die im Christentum durch Nächstenliebe gelehrt wird, kann eine Verbindung zum Buddhismus herstellen. Auf der anderen Seite unterscheiden sich die beiden Religionen grundlegend in ihren Ansichten zu zentralen Themen wie Eschatologie und Soteriologie sowie im gesamten göttlichen Konzept.

Der Buddhismus kennt keinen Gott, lehnt die Vorstellungen von Himmel und Hölle ab und glaubt nicht an ein ewiges Leben in einem paradiesischen Himmelreich voller Wohlergehen. Für Buddhisten geht es um die Selbsterlösung aus dem Samsara, dem Rad der Wiedergeburten, um ins Nirvana zu gelangen. Dies bedeutet, dass man nach Erreichung der Erleuchtung eins mit dem Universum wird und das individuelle Bewusstsein schwindet, als hätte man nie existiert. Den tieferen Sinn dahinter habe ich persönlich nicht ganz verstanden. Ich finde die Vorstellung, nach all dem Leid, das man in vielen Leben erfahren hat, nicht belohnt zu werden und einfach für immer zu verschwinden, sehr frustrierend und gruselig. Selbst der Hinduismus, der an Gott/Götter glaubt, erscheint mir in dieser Hinsicht attraktiver.

Wenn es jedoch darum geht, ob ein Christ die Lehren Buddhas befolgen kann, steht dem grundsätzlich nichts im Wege. Buddha wird als eine Art Meister betrachtet und nicht als Gott, den man verehrt. Wenn die Lehren oder Praktiken übereinstimmen, wie zum Beispiel Meditation oder eine vegetarische Ernährung, sollte das kein Problem darstellen. Tatsächlich gibt es zwischen Christen und Buddhisten einen interreligiösen Dialog, in dem ein Austausch stattfindet.

Für mich persönlich kommt der Buddhismus aufgrund seiner Ablehnung Gottes und des Fehlens einer Belohnung im Himmelreich nicht infrage. Dennoch gibt es Christen, die mit dem Buddhismus liebäugeln, was ich tatsächlich öfter höre.

LG.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Praktizierend im christlich spirituellen Glauben

Meiner Meinung nach geht es nicht, weil die Lehre des Buddha nicht mit dem Heiland Jesus Christus vereinbar ist.

Um in Momenten Ruhe zu finden, oder für Entspannungsübungen sind die Lehren des Buddha vielleicht hilfreich, aber die Wiedergeburt, das Nirvana, das anstreben der Leere in sich selber ect., diese Dinge widersprechen dem Evangelium und dem lebendigen Gott.

Ich habe absolut nichts gegen Buddhisten, aber ich finde man sollte bei den Anschauungen schon ehrlich sein. ✝️

Einen wichtigen Punkt habe ich noch vergessen: im Buddhismus wird die Welt als eine Art Illusion gesehen, aus der man aufwachen muss. Und es gibt einen sehr ausgeprägten Gurukult, weil jeder Mensch erleuchtet sein kann, oder sogar Gegenstände die Buddha-Natur in sich tragen können... Diese Dinge sind absolut nicht mit den Lehren der Bibel und mit Jesus Christus vereinbar.


Mahakaruna  16.03.2025, 09:49

Hallo mein Freund! Ja gerade deshalb ist es aber auch wichtig, sich mehr mit der eigenen Tradition aber auch anderen Systemen, wie dem Buddhismus genau auseinanderzusetzen um wirklich dessen Konzepte zu verstehen.

Gerade in Punkto Illusion könnte ich dir einiges erzählen..

Auf der anderen Seite gibt es aber auch zb. buddhistische Lehrer die Trennungen zwischen den Religionen für falsch halten.

Liebe Grüße