Ausbildung Pferdewirt/-in Haltung und Service Erfahrungen?
Der Beruf als Pferdewirtin war eigentlich seit meiner Kindheit mein Traumjob aber momentan bin ich hauptsächlich aufgrund der schlechten Bezahlung am zweifeln, ob es sinnvoll ist diese Ausbildung zu machen.
Deswegen würde ich gerne wissen welche Erfahrungen andere damit gemacht haben und ob diese Ausbildung mehr oder weniger empfehlenswert ist?
Ich bin mir sowohl über die körperliche Arbeit, als auch den Umgang mit Azubis in diesem Bereich bewusst, allerdings glaube ich dass mich ein gewöhnlicher Bürojob auf Dauer nicht erfüllen würde.
Vielleicht hat ja jemand auch einen guten Tipp für eine alternative Ausbildung, die kein gewöhnlicher Bürojob ist aber bessere Umstände bietet ;)
7 Antworten
Der Beruf des/der Pferdewirt:in mit der Fachrichtung Haltung und Service bietet eine vielseitige, praxisorientierte Ausbildung mit einer zukunftssicheren Perspektive für alle, die ihre Leidenschaft für Pferde zum Beruf machen möchten.
Praxisnahe und abwechslungsreiche Ausbildung
Du lernst alles rund um die professionelle Haltung, Pflege und Versorgung von Pferden. Dazu gehören moderne Fütterungskonzepte, Stallmanagement und der sichere Umgang mit den Tieren. Die Ausbildung ist strukturiert und ermöglicht eine direkte Anwendung des Gelernten im Alltag.
Synergie von Hobby und Beruf
Wenn du bereits eine Leidenschaft für Pferde hast, kannst du deine Begeisterung direkt in deine berufliche Tätigkeit einbringen. Der Umgang mit Pferden und Gleichgesinnten macht die Arbeit besonders erfüllend.
Automatisierung reduziert körperliche Belastung
Durch den technischen Fortschritt und moderne Maschinen sind viele körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten heute deutlich erleichtert. Automatische Fütterungssysteme, moderne Mistentsorgung und innovative Stalltechnik reduzieren die Belastung erheblich.
Gute Ausbildungsvergütung & Weiterbildungsmöglichkeiten
Die Ausbildungsvergütung ist fair und steigt mit jedem Lehrjahr. Zuzüglich der ganzen Fachscheine die man erwerben sollte, Schlepperführerschein, Kettensägen , Freischneiderschein diverse Fach und Sachkundenachweise.
Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Karrieremöglichkeiten: Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister, Spezialisierung in Bereichen wie Pferdephysiotherapie, Turniermanagement oder Reitsporthandel.
Zukunftsorientierte Berufsperspektiven
Mit der wachsenden Bedeutung von Tierschutz, nachhaltiger Pferdehaltung und professionellem Reitmanagement wird qualifiziertes Fachpersonal immer gefragter. Der Beruf bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten – von der Arbeit in renommierten Reitställen bis hin zur Selbstständigkeit.
In unserer Welt heute bleibt kaum ein Mensch das Leben lang da, wo er die erste Ausbildung begonnen hat. Weiterbildungen, Umschulungen, 2. Bildungsweg…
Man „surft“ durchs Leben. Ich kann jungen Leuten nur raten, einfach erst mal mit dem anzufangen, was sich anbietet und wofür das Herz schlägt. Oft läßt sich auch später einiges kombinieren. Ich sag es mal ganz „märchenhaft“: vielleicht heiratest du einen Stallbetreiber, und deine Ausbildung als Pferdewirt kommt dir so zunutze. Oder du hast nach einem Jahr die Nase voll, brichst die Ausbildung ab, und freust dich aufgrund dieser Lebenserfahrung für den Rest deines Lebens an einem Bürostuhl. Und dann brauchst du nie zu denken: „ach, hätte ich es doch versucht…“
Vielleicht steht, aufgrund deiner praktischen Erfahrung im Reitsport, dein Bürostuhl dann ja sogar in einem Gestüt, oder, wenn du auch Freude am Umgang mit Menschen hast, in einer Fachschule für Pferdeberufe, wo du den ganzen Tag mit reiterlichen Belangen zu tun hast, und nach Feierabend selbst reitest.
Ich kenne jemanden, der hat eine Verkäuferlehre in einem Schraubenladen gemacht, und arbeitet heute in der IT. Oder eine andere Bekannte, die eben auch Pferdewirtin gelernt hat, und nun die Buchführung einer Bäckerei macht - und dabei plant, später mal eine Kinderreitschule zu eröffnen.
Eine andere, die nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung zum Pferdewirt resigniert feststellte, dass sie nun überlegt, zu studieren, weil sie keine Lust hat, „zeitlebens für wenig Geld ihre Knochen hin zu halten“, ist dann doch ihrem Beruf treu bleibend nach Amerika ausgewandert, weil sie dort einen Traumjob angeboten bekommen hatte.
Tu das, wofür dein Herz schlägt, auch wenn das, was du anfängst , noch nicht der Weisheit letzter Spruch sein sollte - getreu dem Motto „Umwege erweitern die Ortskenntnis. 😉
Ich hab nun so einige Pferdewirte kennen gelernt und sowohl einen Ausbildungsbetrieb, als auch einen Ex-Ausbildungsbetrieb (Meister nicht mehr da) kennen gelernt. Ich bin froh, dass ich es damals nicht gelernt habe, muss ich wirklich so sagen. Und ich arbeite trotzdem mit Pferden im Nebenerwerb.
Aber mein letzter Betrieb war ein Augenöffner. Ja, ich war da als ungelernte Kraft und habe entweder "Ponyschicht" gehabt oder gemistet. Man braucht nicht nur in der Ausbildung, sondern dann auch später zum Arbeiten einen wirklich guten Betrieb und die sind sehr, sehr selten, wenn man auch mal Reiten möchte bzw. mal mehr lernen möchte als Misten. Und ja, das in beiden Betrieben festgestellt. 2 Betriebe sind natürlich noch lange kein Durchschnitt!
Wenn dein Herz dafür schlägt - mach zumindest ein Praktikum.
Mich erfüllt 100% Bürojob auch nicht (mehr). Hab ich trotzdem gelernt und habe dadurch innerhalb von 2 Wochen Arbeit gefunden, als klar war, dass ich gehen musste. Das findet man als Pferdewirt nicht mal eben so in der direkten Umgebung. Büro heißt aber auch nicht immer stumpfes Büro.
Inzwischen bin ich nebenbei als Huforthopädin, Angstreitercoach und Trainer für Bodenarbeit unterwegs. Das erfüllt mich. Vll. wird das ja auch irgendwann mal mein Hauptjob - bis dahin reicht es als Nebenerwerb, ich bin nur noch 30 Stunden im Büro und happy damit.
Alternativen zum Pferdewirt - ich kenne einige, die TFA gelernt haben, die eine danach jetzt noch bei der Krankenkasse eine zweite Ausbildung hinterher schiebt. Als gute (!) TFA findest du auch eigentlich überall Arbeit - bezahlt wird trotzdem nicht allzu gut.
Ich würde meinen Weg jederzeit wieder gehen - etwas solides lernen (gut, in meinem Fall Steuerfachangestellte..... Aber sehr solide und wird gesucht wie blöd!) und Pferde nebenbei machen.
"Lehrjahre sind keine Herrenjahre" trifft in diesem Beruf immer noch zu. Und es braucht Enthusiamus und Anpacken, auf's Geld schauen lohnt einfach nicht. Kommt natürlich auch den Stall an, in dem du später mal arbeitest. Bist du irgendwo dann zB mal als Betriebsleiter auf einer größeren Anlage, oder du machst den Meister, ist das Gehalt natürlich schon ganz ordentlich.
Mach doch die Ausbildung und setz noch was drauf, zB Agrarwissenschaften studieren oder sowas, damit hast du ein breiteres Spektrum.
Pferdewirt ist die Ausbildung auf der untersten Ebene; letztlich der Stallknecht oder die Stallmagd. Du solltest reiten können, aber eigentlich bist Du nur für Pflege und Unterhalt von Pferd und Stall verantwortlich. Je nach Größe des Betriebes sitzt Du mehr auf dem Schlepper oder Hoflader als auf einem Pferd oder Du sitzt im Büro und rechnest Futtermenge und Zusammensetzung der Futters aus.
Ja nach schulischer Vorbildung ist ein Einstieg in der höheren Ebene ein. Es gibt Kooperationen mit Hochschule, da wird in der Praxisphase des Studium der Berufsabschluss "Pferdewirt" erworben, Du hast nachher aber einen Bachelor of Science oder of Arts in Richtung Tierzucht.
Du sprichst aber nicht von Deutschland?