Anspruch auf die Hälfte des Hauses, obwohl nie etwas dafür bezahlt bzw. getan wurde?

10 Antworten

Ein Ehepaar hat vor 25 Jahren ein Haus gekauft. Da auf einen Ehevertrag verzichtet wurde

Das alleine reicht eigentlich schon aus.

Der Mann hat da etwas nicht verstanden. Das Haus war nicht "sein Eigentum". Es gehörte BEIDEN.


Yasir786  15.04.2024, 02:13

Genau das frage ich mich auch, einer zieht aus, der andere zahlt ab. Warum hat der Partner, der auszieht noch Anspruch auf den Zugewinnausgleich? Er oder sie muss doch 50% Schulden begleichen. Sonst wäre das Verhalten nach Paragraph 1381 grob unbillig.

InaHae 
Beitragsersteller
 12.09.2019, 11:12

Das weiß er jetzt auch..zwinker

Hat er überhaupt noch eine Möglichkeit, sein Eigentum zu behalten, ohne sich im Alter zu verschulden?

Er ist nicht Alleineigentümer. Wenn er den anderen Miteigentümer ausbezahlen kann, dann braucht er keine Schulden machen.

Abgesehen davon, die Frau wird doch wohl auch Geld verdient haben. Wenn sie Hausfrau war, dann hat sie sich um den HAUShalt gekümmert. Man muss nun die Frau in der retrospektive nicht als „Scharotzer“ darstellen. Beide wollten in der Form leben. Beide sollten Eigentümer sein mit allen Konsequenzen.

Hätte der Mann eine Hypothek aufgenommen und wäre gestorben hätte die Frau auch ein belastetes Eigentum und zahlt die Hypothek.

Rechtlich ist es vollkommen in Ordnung, dass man die Auszahlung seinen Teileigentums verlangt. Dafür bekommt er ja immerhin das gesamte Eigentum. Als wenn die Frau sich 25 Jahre denk, hehe, das Haus hole ich mir... Klar was für ein teuflischer Plan und diese Geduld.


iQvaubewe1  12.09.2019, 10:59

Du glaubst gar nicht, wie teuflisch und gleichzeitig geduldig Frauen sein können. Das nennt man dann multitaskingfähig. 😁

Bergfex49  12.09.2019, 11:10

Wie schaut es denn mit dem Konstrukt der Schenkung in der Ehe aus, da der Mann angeblich alles bezahlt hat und die Frau ohne Gegenleistung als Miteigentümerin eingetragen wurde, handelt es sich nicht doch um Ausgleichspflichtigen Zugewinn und die Hälfte des Zugewinns steht ihm zu?

mich wundert sowieso, dass kein Zugewinnausgleich erfolgte; danke für eine Antwort

InaHae 
Beitragsersteller
 12.09.2019, 11:22
@Bergfex49

Da muss ich mich erstmal einlesen, habe von Ausgleichspflichten noch nie gehört. Er hat nachweislich alles bezahlt, auch nach der Scheidung. Sie sagt zwar, sie konnte das Haus nicht nutzen, hat aber alle alten Möbel ect. noch im Haus. Und was bedeutet Schenkung in der Ehe? Sie hat den gesamten Haushalt mitgenommen, einschließlich Auto....lief alles auf seinen Namen...nur die Hausratsversicherung lief auf sie, die er aber bezahlte. Nach Auszug hat sie die ohne Ankündigung gekündigt, so dass er auf den Kosten eines Wasserschadens kurz darauf auch sitzen blieb.

juraerstie2019  12.09.2019, 11:24
@Bergfex49

Bei der Scheidung wird das alles mit berücksichtig. Der Zugewinnausgleich umfasst die Schenkung also auch. Wäre aber auch egal, da eine Schenkung immer ohne Gegenleistung erfolgt. Das ist ja der Sinn.

Sie ist (Mit-)Eigentümerin und somit kann sie ihren Teil verkaufen — z.B. an den Ehemann.

juraerstie2019  12.09.2019, 11:27
@InaHae

Irgendwie klingt es so als sei der Ex-Ehemann nicht wirklich geschäftsfähig. Ist das mal überprüft worden?

Er soll sich einfach mal einen Anwalt nehmen. Das ist hier alles viel zu wirr und ich bin mir irgendwie fast sicher das du einiges Durcheinander bringt. Allein bei der Scheidung wäre schon einiges geklärt worden.

Also geh zu einem Anwalt! Ne warte, wer bist du überhaupt?! Der Ex-Ehemann soll zu einem Anwalt gehen.

InaHae 
Beitragsersteller
 12.09.2019, 11:37
@juraerstie2019

Der Mann ist geschäftsfähig..grins...hat im Management gearbeitet, viele Jahre. Er ist einfach in dieser Beziehung blauäugig gewesen. Er beruft sich immer wieder auf mündliche Vereinbarungen..ein Mann ein Wort!... Das kriegt man nicht so einfach raus.

InaHae 
Beitragsersteller
 12.09.2019, 11:40
@juraerstie2019

Mein Mann ist nicht mein Ex....und ja natürlich haben wir einen Anwalt. Die Frage war ja auch, ob es eine andere Möglichkeit gibt, weil er alles bezahlt hat. Wenn nicht, ist das eben so..muss er jetzt durch. Ich hab damit kein Problem, mir tut nur unser Kind leid, wenn sie hier weg muss. Aber da sie ja sowieso bald auf die weiterführende Schule muss, kann man es ihr so erklären.

ErsterSchnee  12.09.2019, 11:53
@InaHae

Er hat im Management gearbeitet und fabriziert im Privatleben SO einen Murks? Wie geht das denn zusammen?

juraerstie2019  12.09.2019, 11:59
@InaHae

Ja aber dann ist das doch überhaupt nicht dein Problem. Klar ist interessant, aber das muss er mit seiner Ex-Frau klären.

juraerstie2019  12.09.2019, 12:01
@InaHae

Das kann der Anwalt euch doch erzählen.

Aber nein, so wie geschildert gibt es keine andere Möglichkeit. Dein Kind muss da nicht weg wenn ihr einen Kredit aufnehmt. Der muss ja nur 50% des Hauswertes haben und ihr habt das Haus als Gegenwert. Das wird der Bank wohl reichen und ist das normalste der Welt.

Im schlimmsten Fall erbt dann ein Kind Schulden. Aber selbst das würde ich bezweifeln, denn das Haus könnte immer noch verkauft werden.

Also wo ist das Problem einfach mal einen Bankberater zu fragen. 62 ist nun auch nicht so alt und es gibt als Gegenwert ein Haus. Am Ende ist dann der Mann Alleineigentümer.

InaHae 
Beitragsersteller
 12.09.2019, 11:07

Sie hätte im Haus bleiben können, wollte sie nicht. Sie hätte sofort bei der Scheidung ihren Anspruch geltend machen können, hat sie aber nicht. Der Mann ist in all den Jahren davon ausgegangen, dass sie alles erhalten hat, was sie brauchte. Sie war Lehrerin, wollte aber in den Beruf nie arbeiten...wollte zwei Kinder und zu Hause bleiben.Er hat das Haus für die Kinder all die Jahre erhalten, damit sie es mal erben. Weil er selbst durch den Bruder um das Erbe seiner Eltern gebracht wurde. Sie wusste das alles... hat sich jetzt selbst verwirklicht und ist gut im Geschäft.

juraerstie2019  12.09.2019, 11:20
@InaHae

Ja, dann ist das doch okay. Ich bezweifle einfach das die Frau erst 25 Jahre wartet bis die Ehe geschieden wird, sich dann sagt, ich warte weitere acht Jahre und dann erfülle ich meinen ursprünglichen Plan und hole mir einen Teil am Haus.

Der Mann ist 62, hat ein minderjähriges Kind? Zufällig sieben/acht Jahre alt? Hm. Man weiß ja nicht. Also man braucht die Frau hier nicht so darstellen, als wäre es ihr einzig und allein darum gegangen Geld zu bekommen. 33 Jahre lang.

Er hat das Haus für die Kinder all die Jahre erhalten, damit sie es mal erben.

Können sie doch immer noch. Er bekommt das Alleineigentum. Er muss es nichtmal den gemeinsamen Kindern mit der Ex-Frau geben. Kann die auch Enterben. Am Erbe ändert sich gar nichts. Wird bei zwei Familien nur etwas komplizierter wer was bekommen soll. Kann man alles regeln.

Also bleibt es dabei, die Frau tut nichts ungehöriges. Ihr gehört ein Teil des Hauses und den möchte sie zumindest Ausgezahlt haben.

InaHae 
Beitragsersteller
 12.09.2019, 11:33
@juraerstie2019

Ich lernte diesen Mann 2006 kennen, da lebte er schon in Trennung. Ich lernte die Familie kennen und wir einigten uns gemeinsam im Sinne der Kinder, das sich die Partner erst nach Schulabschluss trennten. Bis 2009 pendelte er zwischen den Wohnorten. Allerdings wurde ich 2009 schwanger und wollte mein Kind gemeinsam mit meinem Mann großziehen.So blieb ich, wie besprochen bis 2012 in meinem Wohnort. Zwischenzeitlich erfolgte die Scheidung und sie zog aus. Die Geschwister haben ein gutes Verhältnis untereinander, auch wenn der Altersunterschied sehr groß ist. Auch die Exfrau hatte bis dato ein gutes Verhältnis zu uns. Sie konnte auf Hilfe und Unterstützung unserseits jederzeit zurückgreifen. Auch war sie auf der Kommunion unserer Tochter im April mit eingeladen. Ich hatte ihr vor 5 Jahren ihre Arbeit besorgt, die sie sehr gern macht und bei der sie sich noch einmal beruflich umorientieren konnte. Ich bin auch mittlerweile 54 und habe in meinem Beruf als Erzieherin kaum noch Chancen auf eine Festeinstellung.

juraerstie2019  12.09.2019, 11:56
@InaHae
Er bezahlte das Haus und alle entstandenen Verbindlichkeiten bis es 2011 abgezahlt war. Genau in diesem Jahr, reichte die Ehefrau die Scheidung ein und zog aus.

2012 war die Scheidung; 2006 hast du ihn schon kennengelernt.

Die Frau hat die ganze Zeit gewartet. Die hat es überhaupt nicht verdient hier so negativ dargestellt zu werden als ginge es ihr nur um Geld; so wie es aus der Frage oben wirkt.

Das eine Scheidung und Patchworkfamilien zu Probleme führen ist doch normal. Die Frau möchte nun vielleicht komplett unabhängig sein und euch euer Leben leben lassen. Dafür trennt sie auch die Verbindung mit dem Haus. Ist doch nett.

Ihr gehört die Hälfte, wie man die nun besorgt, dass liegt an euren Finanzen. Wollt ihr das Haus behalten, dann zahlt ihr sie aus. Wenn nicht, dann verkauft ihr das Haus und sie bekommt 50% vom Verkauf.

Hier hilft nur ernsthaft Ein Anwalt.

Unabhängig vom zugewinnherausgleich. Gehört ihr die Hälfte des Hauses. (Die wäre dann in der Zugewinnberechnung verrechnet worden)

Hier ein Beispiel dafür:

Mann macht 100 000 mehr als Frau im Einkommen. Sie hätte Anspruch auf 50k

Wenn Mann nun Allein ein haus im Wert von 100 k gekauft hat und ihr die Hälfte überschreibt wäre die Frau ausbezahlt und man muss nichts mehr ausgleichen.

Aber darum geht es hier nicht unbedingt.

Die Frau hat leider Recht mit ihrem Anspruch. Ihr gehört die Hälfte. Sie kann diese Hälfte nicht nutzen also kann sie Nutzungsendgeld geltend machen.

Sie kann ihm anbieten sie auszuzahlen. Oder sie kann ihre Hälfte des Hauses verkaufen. Oder sie können beide das gesamte haus verkaufen und den wert teilen.

Deswegen sollte man vorsichtig sein wen man alles einträgt im Grundbuch von Immobilien.


InaHae 
Beitragsersteller
 12.09.2019, 10:55

Ja..stimmt ja..das weiß er auch, aber irgendwie ist das sehr ungerecht.

BeviBaby  12.09.2019, 11:11
@InaHae

Naja.. es klingt fies aber sowas muss nicht passieren wenn man sich im Vorfeld genau darüber informiert was sowas zur Folge hat...

Recht ist nicht gleich Gerechtigkeit, sondern nur ein Kompromiss... ein Kompromiss der zugegebenermaßen den unwissenden nicht schont

Hardware02  12.09.2019, 11:18
@InaHae

Was ist daran "ungerecht"? Er muss doch selber wissen, ob er da seine Frau im Grundbuch mit eintragen lässt oder nicht! ... Und wer nur "wegen der Steuer" irgendwas auf den Ehepartner überschreibt, der ist doch selber schuld.

FouLou  12.09.2019, 11:28
@InaHae

Was ist daran ungerecht wenn dir jemand etwas schenkt. Und du dann das nicht nutzen kannst und du aber trotzdem zur Verantwortung für negative dinge gezogen werden kannst.

Ich geb dir ein Beispiel:

Ich schenke dir einen hund. Mit Schenkungsvertrag etc. Der gehört dir. Du ziehst aus und der hund bleibt bei mir wohnen. Dann macht der hund was kaputt. Und du müsstest für den Schäden aufkommen ersteinmal. Weil es ist ja dein hund. In nicht meiner.

So ähnlich ist das mit dem haus. Ihr würde die Hälfte geschenkt. Aber sie kann es nicht nutzen und hat höchstens ärger davon.

Ist DAS nicht eher das unfaire?

Vorab ich bin kein Experte.

Ohne Ehevertrag gibt es die Zugewinngemeinschaft. Alles was ihm vor der Ehe gehörte, gehört ihm auch danach alleine. Der Mann wird nun nachweisen müssen, wie groß der voreheliche Anteil am Vermögen war und, dass er ins Haus geflossen ist.

Alles Vermögen, dass während der Ehe gebildet wurde, muss geteilt werden. Du brauchst also auch eine Ist-Bewertung zum Scheidungstermin.

Der Grundbucheintrag macht das Teilen nicht einfacher. Da sie uneingeschränkt im Grundbuch steht, gehört ihr die Hälfte. Sie muss aber den vorehelichen Anteil (vermutlich in bar) rausrücken. Um das auseinander zu rechnen braucht man Hilfe.

Jetzt gibt es noch eine weitere Komponente, die wichtig für dich ist:

Verjährung! dazu fand ich das.

Eine Zugewinnausgleichsforderung verjährt in drei Jahren. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der ausgleichspflichtige Ehegatte erfährt, dass der Güterstand beendet ist, d. h. mit der Kenntniserlangung von der Rechtskraft des Scheidungsurteils. Die Verjährung wird durch Einreichung einer so genannten Stufenklage (1. Stufe Auskunftserteilung, 2. Stufe Zahlung) gehemmt. Die Hemmungswirkung entfällt jedoch dann, wenn der klagende Ehegatte nach erfolgter Auskunft (Erledigung der Stufe 1) den Prozess nicht binnen angemessener Frist weiterbetreibt.

Ich kenne den Ablauf eurer Scheidung nicht. Aber da kann man doch hoffen, dass ihre Ansprüche einfach verjährt sind. Aber ein Grundbucheintrag ist ein Grundbucheintrag. Der behält seine Gültigkeit. Sorry, da brauchst du einen Anwalt.


Realisti  12.09.2019, 10:18

Oh Mist, was ist mit deinen Ansprüchen? Sind die evtl. auch verjährt?

InaHae 
Beitragsersteller
 12.09.2019, 11:09
@Realisti

Das war nicht meine Scheidung, ich bin nur die Neue, die den ganzen Mist ausbaten darf..seufz.