Wie ist eure Einstellung gegenüber Ramadan?
Hallo,
ich bin Atheist und finde Ramadan in keiner Weise gut. Natürlich soll aber jeder machen was er will, solange ich es nicht muss:)
Danke im Voraus für die Antworten.
LG
26 Antworten
Jeder sollte das tun, was er für sich für richtig hält. Wer es möchte, soll fasten.
Hallo,
ich respektiere deine Meinung als Atheist und verstehe, dass du dem Ramadan kritisch gegenüberstehst.
Dennoch gibt es medizinische Studien, die auf gesundheitliche Vorteile des Fastens während des Ramadan hinweisen.
Bei gesunden Personen können sich während des Ramadan-Fastens bestimmte Blutwerte, wie Cholesterin und Triglyceride, verbessern.
Einige Studien zeigen, dass übergewichtige Personen während des Ramadan an Körperfett verlieren.
Das Fasten kann auch die Regenerationsfähigkeit von Körper und Geist unterstützen und zu einer bewussteren Wahrnehmung sowie gesteigerter Achtsamkeit führen.
Medizinische Fachleute betonen, dass das Fasten während des Ramadan für gesunde Menschen gesundheitliche Vorteile haben kann, wie eine Gewichtsabnahme oder eine Verbesserung der Blutlipidwerte.
Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, wie Diabetes, sollten vor dem Fasten ärztlichen Rat einholen, da das Fasten in solchen Fällen negative Auswirkungen haben kann.
Das hat aber nichts mit dem Ramadan zu tun und es gibt aus medizinischer Sicht sicher sinnvollere Formen des Fastens, als tagsüber auf Essen und Trinken zu verzichten und sich dann nachts den Wanst vollzuschlagen! Und für die dauerhafte Regulierung von Lipiden, insbesondere den Triglyceriden ist es nachweislich sogar eher schlecht.
Ich hatte viele muslimische Schüler, die z. T. Ramadan gemacht haben und habe in einem Quartier mit vielen Muslimen gearbeitet. Ausserdem war ich mal während dem Ramadan in Marokko. Die Mehrheit der Muslime war in dieser Zeit ausserordentlich genervt. Das empfand ich als Belastung. Die Schüler wollten ständig Ausnahmeregelungen, auch wenn sie gar nicht wirklich Ramadan gemacht haben. Ausserdem haben sie das Thema missbraucht, um andere Muslime unter Druck zu setzen und zu verkünden, wie religiös sie selbst seien. Alle sollten sie dafür bewundern, dass sie so gute Menschen seien. Ich fand das nervig.
In Marokko traf ich aber einen Muslim, der meiner Ansicht mit der richtigen Einstellung gemacht hat. Der war freundlich und bescheiden und rieb uns das nicht unter die Nase. Das gibt es schon auch.
Ich kann mir vorstellen, dass das Ritual des Ramadan Familie und Freunde näher zusammen bringen kann. Wenn man gemeinsam fastet und danach gemeinsam und bewusst isst und das Essen feiert, dann ist das sicher sehr schön. Natürlich stört es dann, wenn einzelne nicht mitmachen. Wenn ich in einer muslimischen Familie leben würde, würde ich da sicher auch mitmachen.
Das würde ich tatsächlich auch nicht unbedingt machen. Auch weil ich mir dann unhöflich vorkommen würde, wenn ich da mittags in der Öffentlichkeit esse und trinke, wenn die Einheimischen alle fasten. Als Tourist versuche ich mich besser zu verhalten als in meiner Heimat. Ich spucke im Ausland nicht mal Kaugummi auf die Straße, in Deutschland schon. Das wäre zu dieser Zeit aber nicht möglich, denn soweit den ganzen Tag nicht zu rauchen und zu trinken geht die Höflichkeit dann wieder nicht.
Ramadan ist ja auch irgendwie eine Zeit, wo man sich besonders auf das Verhältnis Gott zu Mensch und Mensch zu Gott besinnt. Da stört Tourismus nur, es sei denn, man ist privat eingeladen, aber das zählt für mich nicht als Tourismus.
Du spuckst in Deutschland auf die Staße? Wie eklig ist das denn?
Ab und zu. Jedenfalls eher als im Ausland, aber nicht oft. Seit es keine Wrigley's Extra Kaugummistreifen mehr gibt, sondern nur noch diese harten Drops, kaue ich kaum noch Kaugummi, wenn es Dich beruhigt.
Ja, beruhigt ein ganz klein wenig! ich hab mal einen Anhalter mitgenommen, der dann seine Kippe aus dem Fenster geworfen hat. Ich hab angehalten und der musste die holen 🤣. Und dann hab ich mich bei ihm bedankt.
Was viele wohl vergessen wenn sie gegen den Ramadan hetzen ist das die Christen auch ne Fastenzeit haben.
Da sagt aber komischeise keiner was gegen.
Diejenigen die den Ramadan "mitmachen", tun ja keinem weh oder stören. Also bitte, was soll man dagegen haben?
Natürlich gibt es auch im christlichen Glauben eine Fastenzeit, nur funktioniert die nicht so, daß man tagsüber gar nichts ißt und trinkt und sich dann nachts den Wanst vollschlägt. Als Mediziner kann ich da auch nur sagen: dieses Fasten ist im Gegensatz zum islamischen Fasten sogar durchaus gesund!
Man kann auch einfach vegan leben, denn genau das machen die doch bei der christlichen Fastenzeit oder?
Nein, Fisch, Milchprodukte und Eier sind in der christlichen Fastenzeit erlaubt. Man muß also nicht vegan leben. Man kann aber natürlich auf vegetarische oder vegane Ernährung zurückgreifen.
Bei den nicht katholischen vllt. Und das was die anderen machen ist nicht fasten, das ist einfach ein bisschen konsumverzicht
Fisch, Eier und Milchprodukte sind auch Katholiken in der Fastenzeit erlaubt!
Ich denke gläubige Menschen haben auch mehr Verständnis für den Glauben anderer Leute, auch wenn sie nicht dieselbe Religion haben. So sollte es zumindest sein.
Naja.. über den Tag Sonderrechte verlangen und dann die Nacht zum Tag mit Fressorgien machen, stört zuweilen sehr heftig.
In der Nacht ist Ramadan ein Party Monat.
Ich kenne keinen Moslem der Sonderrechte haben will. Und die "Party Nacht" dauert vllt 2 Stunden und geht nicht bis in die Nacht.
Ich bin katholischer Christ und stehe dem Ramadan positiv gegenüber.
Ich respektiere den Glauben anderer Menschen und kann mich auch gut in die fastenden Muslime hineinversetzen. Die 40 tägige katholische Fastenzeit und der Ramadan sind in diesem Jahr wieder fast gleichzeitig gestartet. Die Muslime waren etwas früher, die Katholiken fasten seit Aschermittwoch. Auch wenn die Art des Fastens anders ist habe ich dazu einen Bezug und wüsste nicht, was es am Ramadan zu kritisieren gäbe.
Vielleicht sollte man als Tourist nicht gerade an Ramadan in ein muslimisches Land in Urlaub fahren.....