Wie ernähren sich Empfänger von Grundrente in Deutschland? Werden sie satt?

6 Antworten

Hallo Rotfuchs716

nein werden sie nicht. Grundrente ist Altersarmut. 2024 lebten 730.000 Rentner in Grundsicherung. Das dürfte es in dem Ausmaß gar nicht geben. Das Rentner Flaschen sammeln, trotz Rente Mini Jobs machen müssen - sofern sie körperlich und Geistig das noch schaffen - ist ja nun auch schon lange kein Geheimnis mehr. Mehr als die hälfte aller Rentner hat weniger als 1250€ Rente !

Die Lebenshaltungskosten sind ja schon für Arbeitnehmer, die voll Arbeiten, kaum noch zu stämmen, sich auch mal was zu gönnen, oder gar in Urlaub zu fahren. Dann haben wir immer noch anhaltende Inflation. Das können die meisten Rentner nicht mehr abfangen.

Die Grundrente sollte eigentlich denen helfen, die trotz jahrelanger Arbeit eine geringe Rente beziehen und somit Aufstocken können sollten. Hört sich ja voll gut an, das den Rentnern so geholfen wird. Die Realität ist allerdings bitter. Denn bei der Grundrente handelt es sich um einen politischen Kompromiss. Somit wirken einige Regelungen widersprüchlich und sorgen dafür, dass es in der Praxis ziemlich kompliziert wird.

Wenn du:

  • auf 33 Jahre Grundrentenjahre
  • dein früherer Verdienst zwischen 30 und 80% der jeweils geltenden Durchschnittseinkommen lag
  • dein heutiges Einkommen monatlich zwischen 1250 und 1600€ liegt

Wenn du die 3 Punkte erfüllst, besteht mit hoher Sicherheit ein Anspruch auf Grundrente. In dem Fall muss man nichts machen, die Grundrente wird automatisch gezahlt.

Es gibt aber Etappen in deinem Leben, die gelten nicht als Grundrentenzeiten. So z.B. wenn du, warum auch immer, in Arbeitslosengeld I oder II mal rutschen solltest. Die Bundesagentur für Arbeit führt nur geringe Rentenbeiträge ab, so dass die Höhe Ihrer späteren Rente dadurch Schaden nimmt. Doch fällt man in den Bezug von Bürgergeld, ist längere Zeit arbeitslos und bekommen Leistungen des Jobcenters, fließen gar keine Beiträge mehr an die Rentenversicherung. Mit Erwerbsminderungsrente hat man da auch schlechte Karten. Versicherungsrechtlich gelten diese Phasen als Zurechnungszeit. Die nützen bloß bei der Grundrente leider gar nichts. Wer wegen Krankheit oder Behinderung weniger als 3 Stunden arbeiten kann, hat halt Pech.

Ich bin selbst in voller Erwerbsminderungsrente, darf mit sage und schreibe 60€ Wohngeld aufstocken, aber alle anderen Leistungsansprüche bleiben mir verwehrt. Es ist mehr als ungerecht. Ich wäre gerne gesund und würde zu gerne all meinen Tätigkeiten voll nachgehen können und Geld verdienen. Aber nein, ich bin mit Erkrankungen und EMR doppelt gestraft.

Bezüglich Ernährung; Früher haben wir täglich frisch gekocht, 3 Mahlzeiten am Tag, wie es sich eigentlich gehört. Heute wird definitiv Freitags gekocht, da ist Nudeltag, sonst die Woche wie es sich auch von Angeboten her ergibt. Es gibt vor allem häufig Suppen, weil das am günstigsten ist. Früher gab es täglich 1x Fleisch, heute nur zu besonderen Tagen oder wenn Angebote es her geben. Frisches Gemüse hab ich schon lange keins mehr gegessen, da greift man zu TK oder Dose, weil günstiger. Ebenso Obst, früher immer ein guter abwechslungsreicher Obstkorb hier stehen gehabt, heute bin ich froh, wenn was im Angebot ist, was ich essen kann. Hier greift man dann eher mal auf Dosenobst zurück. Auch zur Tafel bin ich mal gegangen. Doch die Tafeln haben es auch immer schwerer, da zu viele Bedürftige und zu wenig Spenden. Als es dann noch anfing, das die Produkte immer schlechter wurden, hab ich es sein lassen. Ich muss mir nicht halb verschimmelte Sachen andrehen lassen.

Man verzichtet auf verdammt viel, muss jeden Cent zehn mal umdrehen und trotzdem reicht es oft nicht für den ganzen Monat. Ich liege etwas über dem Bürgergeldsatz, weit unter 1250€. Hätte ich in all dem Unglück nicht unsere Kater-Chaos-Bande und würden wir nicht ab und an Pflegegäste versorgen, hätte ich vielleicht schon aufgegeben. Bislang sitzen wir hier ohne Warmwasser und Heizung, da aus eigener Kraft kein Heizmaterial beschafft werden kann. Amt hat ganze 350Liter Heizöl genehmigt, was absolut der Witz und eine Frechheit ist. Haben einen pro Bono Anwalt gefunden, der erklärte das sei Rechtswidrig und hat Klage eingereicht. Das ganze geht nun seit September. Ja, Rentner, Grundrente und Erwerbsminderungsrentner stehen verdammt schlecht da !

Und die Zahlen sprechen für sich. Wie gesagt, 2024 lebten 730.000 Rentner in Grundsicherung, die also alleine von ihrer Rente nicht leben konnten. Tendenz steigend !

Alles Gute

LG

Satt werden ist nicht das Problem Nudel und Tomatensoße selbst gemacht aus Tomatenmark ist sehr billig und sättigend. Tatsächlich sind solche und andere billige Gerichte häufig auf dem Essensplan.

Ausgewogene Ernährung ist was anderes.

Häufig können oder wollen sie nicht selber kochen, dann wird es teurer. Wenn dann auch noch immer wieder der Pizza oder Dönerdienst bestellt wird, reicht das Geld oft nicht.

Auch Zigaretten und Alkohol könnten ein Problem sein.

Aber längst nicht alle sind suchtgefährdet.

Dennoch bleibt noch das Problem wie man die viele freie Zeit sinnvoll nutzen kann ohne den Geldbeutel zu schröpfen.

Einfach ist es nicht mit dem wenigen Geld zu leben - aber möglich.


NaniW  09.01.2025, 03:54

wie alt bist du ? Bitte ehrlich Antworten,

NaniW  09.01.2025, 06:01
@WAYKOW

ne Sorry, kann ich dir nicht wirklich glauben. Ich bin selbst jenseits der Jugend und in Rente. Und die Rentner, die heute in Rente, oder Grundrente sind, die ich so kenne, sind definitiv keine großen Pizza und Döner Besteller. Die haben Tatsächlich noch ohne Thermomix und Ninja Airefryer kochen gelernt. Und die Rentner wissen ihre freie Zeit zu nutzen, es gibt genug selbst organisierte Treffen, Kaffekränzchen ect.! Auf der anderen Seite sind dann noch leider viele in Einsamkeit, die sich in ihrem zuhause zurück ziehen, lesen, Rätseln, ganzen Tag TV laufen haben. Da sind die Flaschensammler, die Doktor hocker, oder jene die sich dann Ehrenamtlich einsetzten sofern sie es noch können.

Alles Gute

LG

WAYKOW  09.01.2025, 12:42
@NaniW

stimmt - die gibt es auch
ich selbst bin seid 10 Jahren in Frührente und hab weniger als Grundsicherung und überlebe auch. Für Grundsicherung hab ich zu viel Eigentum. Mit dem Vorteil dass ich Obst und Gemüse großteils selber anbaue.

warum sollten sie nicht satt werden. Natürlich nicht von Filetsteak, dafür aber durch Bsp. Nudelgerichte

Wie sie sich ernähren, das wird sehr unterschiedlich sein. Wer Wert drauf legt und seine örtlichen Möglichkeiten erkundet, kann durchaus in der Lage sein, sich günstig und gesund zu ernähren. Ich übe das schon seit 10 Jahren.

Im Supermarkt kaufe ich so gut wie nie ein. Meine Anlaufstelle ist der Bioladen und dort die Restekiste. Alles in der Restekiste kostet 1,99 Euro je Kilo. Die "Ausbeute" ist sehr abwechslungsreich und wenn mal nicht, kaufe ich mir was dazu. Im Schnitt hält mich die Restekiste 2 Wochen über Wasser.

Ich kaufe fast keine industriell verarbeiteten Lebensmittel. Dinge, die ich regelmäßig brauche, kaufe ich in größeren Mengen oder kartonweise.

Kartonweise kaufe ich z.B. Schampoo, Zahnpasta, Sesamöl, Kaffee, Getreidekaffee, Olivenöl, Erdnussbutter, Tahini.... Bei "kartonweise" bekomme ich 10% Rabatt.

In größeren Mengen kaufe ich Dinkelmehl, Haferflocken, Soja-Bratzeug in verschiedenen Formen, das nur aus Soja besteht, als Beispiel. Bei größeren Mengen sinkt der Kilopreis.

Ich setze auf Vorräte und komme nicht so schnell in die Situation, dass ich nichts zu essen habe.

Das ist dann natürlich ein ganz anderer Lebensstil, als wenn man hungrig ist, in den Supermarkt geht und industriell verarbeitete Fertignahrung kauft.


Rotfuchs716 
Beitragsersteller
 09.01.2025, 12:26

in welcher Region lebst du? Ich hab noch nie eine Restekiste in einem Bioladen gesehen! Üblicherweise sind die Bioläden auch noch teurer als die Supermärkte wenn diese vergleichbare Bioware haben.

5Leonarda  09.01.2025, 12:40
@Rotfuchs716

Ich wohne in Norddeutschland und Restekiste hab ich schon in mehreren Bioläden gesehen.

Ich mache das mittlerweile schon so lange, und manchmal rufe ich im Laden auch an, wann ich komme, wie vorhin. Dann wird nochmal geschaut, was man mir noch mitgeben kann. Ich weiß nicht, ob es andere gibt, die regelmäßig die Kiste abholen. Ich komme ja meist alle zwei Wochen.

Reguläre Lebensmittel sind im Bioladen natürlich teurer, aber weil ich im Durchschnitt so wenig bezahle, kaufe ich dann auch gerne ein paar Kilo Kartoffeln für 3,39Euro/Kg. Aber ich bin schon froh, dass es die Restekiste gibt.