Woran liegt das Wind und sonnenstrom lieber ins Ausland fast umsonst abgeben statt Speicher zu bauen?
5 Antworten
Salue
Strom ist eine geniale Energieform, wenn es darum geht, diese zu nutzen. Leider hat er einen Nachteil, das Speichern ist sehr aufwendig und teuer. Man braucht dazu Batterien.
Aber vergleichen wir mal: Ein Liter Benzin entspricht 8.4 kWh Strom. Lithium-Ionen Batterien sind zwar viel biliger geworden, aber um eine kWh zu lagern, kostet dies rund 152 US-Dollar. Rechnen wir dies auf Benzin um, wären dies 1277 US-Dollar. Das Laden und Entladen hat zudem noch Verluste, die Batterie halten nicht ewig und müssen alle paar Jahre ersetzt werden.
Ein heutiges Elektroauto braucht zwischen 15 und 25 kWh Strom auf 100 Kilometer. Für die fast 1300 US-Dollar kommen wir mit den gelagerten Strom nicht weit.
Also ist es billiger, den überdrüssigen Strom einen Unternehmen zu verkaufen, welches ihn zu jeder Tages- und Nachzeit nutzen kann. Es sind die Speicher-Pumpwerke in den Bergen. Dort wird der Strom dazu genutzt, Wasser in den See hochzupumpen.
Dazu braucht es Gefälle, viel Gefälle. Also Berge mit Stauseen. In diesen Geschäft mischen die Alpenländer und die Norweger kräftig mit.
Tellensohn
Das funktioniert anders: Die größeren Erzeuger müssen bei einem Überangebot die Produktion drosseln. Auch bis auf "Null".
Wobei "größer" schon sehr relativ ist, da es auch schon private PVs ab 25 kWp erwischt.
Natürlich wäre es wesentlich sinnvoller Speicher zu bauen statt den Betreibern ein Entgelt für den Ausfall zu bezahlen. Pump-Speicherkraftwerke würden sich anbieten. Nur sind in Deutschland alle dafür sinnvollen Standorte quasi ausgeschöpft, der Rest wird von Bürgerinitiativen verhindert.
Aber ja, auch das von Dir beschriebene kommt vor, ist aber eigentlich noch schlimmer: Ist wirklich viel zu viel da, wird der Abnehmer bezahlt, dass er den Strom abnimmt. Den können wir dann später - zum Höchstpreis - aus den dortigen Speicherkraftwerken zurückkaufen.
Wo und welche Art von Speicher sollte man bauen?
Egal, welche Art, wohin?
Es müsste schon irgend ein größeres Projekt sein. Überall, wo etwas in die Landschaft gesetzt werden soll, was den anliegenden Menschen unbekannt erscheint, hat man doch sofort zahlreiche Bürgerinitiativen, die sich dagegen wehren. Ein solches Projekt dauert also viele Jahre. Deshalb geben wird jetzt der Strom ins Ausland fast umsonst abgegeben.
Macht man doch. Sind aktuell nur noch nicht genügend vorhanden.
Nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur, haben wir inzwischen ungefähr 15 GWh Netzspeicher in Form von Akkuspeichern.
Da in jüngster Zeit die Preise stark gefallen sind, nimmt der Zubau deutlich an Fahrt auf. Alleine in diesem Jahr sind bisher etwa 3-4 GWh dazugekommen.
Ich rechne bis 2030 mit einer Kapazität von über 100GWh. Das wär dann fast das Dreifache der Pumpspeicherwerke. Zusammen könnte man damit das ganze Netz mehere Stunden versorgen oder ein erhebliches EE Überangebot aus dem Natz aufnehmen.
Für mehrtägige Unterversorgung der EE reicht das aber noch nicht. Da ist noch deutlich mehr Speicher nötig.
Ja als Saisonspeicher eignen die sich nicht. Das wird sich auch nicht ändern. Bei Privatspeichern sind die Kosten je kWh noch deutlich höher als bei Großspeichern. 7kWh kosten Beispielweise 5000€. Mein Auto hat das 11 Fache an Akku. Hat aber keine 55k€ gekostet. Nur mal als Beispiel.
Irgendwann werden 100kWh Heimspeicher normal sein. Dann kann man auch einige Wochen mit wenig Sonne im Winter überbrücken.
...so lange keine Speichermöglichkeiten in ausreichendem Maß vorhanden sind, ist es das sinnvollste, was man tun kann. Denn auch im Ausland erzeugen Gas- oder Kohlekraftwerke klimawirksames CO2....wenn man da etwas einsparen kann, kommt es auch uns zugute...besser als wenn die Anlagen wegen Überproduktion abgeschaltet werden.
Ja, gut erklärt.
Entscheident sind einfach die hohen Kosten der Speicher. Da kann man besser gelegendlich Strom verschenken, als teure Speicher zu bauen.
Wenn man selber eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher hat, versteht man es viel besser, wie teuer Speicher sind, wann sie sich lohnen. Man kann Solarstrom vom Tag für den Abend, oder für die Nacht speichern. Wenn aber die ganze Woche keine Sonne scheint, müßte man einen sehr großen (und teuren) Speicher haben. Den Solarstrom vom Sommer für den nächsten Winter zu speichern, ist nicht möglich, und wird auch in Zukunft nicht möglich sein.