War der Orient für das mittelalterliche und zurückgebliebene Abendland so fortschrittlich und wegweisend, dass man das Wort Orientierung daraus ableitete?

6 Antworten

im 18. Jahrhundert von französisch orienter → fr entlehnt, einer Ableitung zu orient → fr = Richtung, wo die Sonne aufgeht.[1] Die Bezeichnung „Orientierung“, bzw. „sich orientieren“ stammt aus der historischen Darstellung, bei der Karten oft mit Jerusalem = oben ausgerichtet wurden. Jerusalem wurde dem Orient gleichgesetzt. Eine Karte orientieren, hieß also, die Karte so zu drehen, dass der Orient oben ist.[2][3][4]

Wikipedia.

Was machte man in Europa in früheren Zeiten ohne Handy oder Kompass, wenn man irgendwo unterwegs war? Wie orientierte man sich? Man richtete sich nach dem Stand der Sonne. Man wusste, dass die Sonne im Osten (= Orient) aufgeht, und je nachdem wie hoch sie stand, konnte man nun ungefähr die Tageszeit und auch die Himmelsrichtungen feststellen.

  • Im Osten geht die Sonne auf,
  • im Süden nimmt sie ihren Mittagslauf,
  • im Westen wird sie untergehen,
  • im Norden ist sie nie zu sehen.

Wer sich nachts nach Norden orientieren will, muss den Polarstern suchen. Für alle, die es noch nicht wussten, hier noch einmal in aller Ausführlichkeit:

Im Mittelalter war der Orient viel weiter, fortschrittlicher, mächtiger und reicher als das Abendland.

Nein, daher kommt das Wort "Orientierung " nicht.

Der Wortstamm "oriens", also der Osten ist der gleiche, aber die im Osten aufgehende Sonne war nach einer Nacht die erste Möglichkeit des Tages, die Himmelrichtung zu bestimmen.