Quantitative Elementaranalyse?

2 Antworten

Von Experten Picus48 und Miraculix84 bestätigt

Wir haben eine Verbindung, von der 7.5 g beim Verbrennen 2.448 g H₂O und 4.488 g CO₂ ergeben. Bereits beim groben Drüberschauen ist klar, daß diese Angabe unmög­lich richtig sein kann: Die Verbrennungsgase müssen zusammen ja schwerer als die Einwaage sein, weil der bei der Verbrennung aufgenommene Sauerstoff ja mitgewo­gen wird. Ausnahmen sind nur denkbar, wenn die Substanz so sauerstoffreich wäre, daß sie mehr O enthält als beim Verbrennen gebraucht wird, und das kling absolut nicht plausibel (z.B. ein Kohlenstoff, an den vier Hydroperoxidgruppen gebunden wä­ren, C(OOH)₄).

Versuchen wir trotzdem, irgendetwas zu rechnen:

  • Die m=4.488 g CO₂ enthalten m⋅12⁄44=1.224 g C, das sind 0.102 mmol
  • Die m=2.488 g H₂O enthalten m⋅2⁄18 = 0.272 g H, das sind 0.272 mmol
  • Der Rest, also 7.5−0.272−1.224 = 6.004 g besteht aus O, das sind 0.375 mmol
  • Das Stoffmengenverhältnis C/H = 0.375 = ⅜
  • Die Zahlenverhältnisse C:H ist also 3:8, und dazu würden noch absurde elf (!) O-Atome kommen.

Wenn wir da nicht weiterkommen, probieren wir es mit der Gasdichte. Da steht etwas, daß wir bei 20 °C ein Volumen von 3 Litern bekommen, aber es ist nicht klar, welche Sub­stanzmenge dieses Volumen einnimmt, und wie hoch der Druck ist. Wenn ich an­neh­me, daß m=7.5 g gemeint sind und daß der Druck p=1 bar beträgt, dann bekomme ich für die molare Masse M=mRT/(pV)≈61 g/mol heraus, und das ist auch unplausibel weil ungerade (alle nur aus C, H und O bestehenden Substanzen haben gerade molare Masse).

Offenbar ist da irgendetwas katastrophal schiefgegangen. Nach ein bißchen Gegrübel fällt mir auf, daß C:H=3:8 eine vernünftige Formel ist. Vielleicht sind die Summen­for­meln C₃H₈ (Propan) oder C₃H₈O gemeint — letzteres hat zwar viele Isomere, aber da­von ist nur CH₃OC₂CH₃ Ethylmethylether bei 20 °C gasförmig. Leider paßt keine der beiden Annahmen zur angegebenen Gasdichte, wenn man annimmt, daß dieselbe Masse verbrannt und der Volumsmessung unterzogen wird.

  1. Wenn die Substanz Propan (M=44 g/mol) ist, dann muß die Einwagemenge 1.224+0.272=1.496 g betragen haben (weil die Substanz keinen Sauerstoff enthält). Wenn wir diese Masse in die Formel für die molare Masse einsetzen, ergibt sich M=mRT/(pV)=12 g/mol, das paßt also nicht.
  2. Wenn die Substanz Ethylmethylether sein soll, dann müßte die Einwaage etwas höher sein, nämlich 1.6 g, und daraus erhält man M≈14 g/mol, wieder nicht sinnvoll.

Ich sehe keine Möglichkeit, wie ich die Aufgabe lösen kann.


Picus48  13.03.2025, 20:24

Ich habe Deinen Beitrag wieder einmal nicht gesehen, während ich mich mit dieser schwachsinnige Aufgabe beschäftigt habe.

Das molare Volumen Vm ist der Quotient aus dem Gasvolumen V und der Stoffmenge n.

Vm = V/n

Bei 20 °C und 1013 hPa beträgt dieses 24,0 L. Damit lässt sich die Stoffmenge bestimmen.

n = V/Vm = 3,0 L/(24,0 L/mol) = 0,125 mol

Wenn man davon ausgeht, dass das Gasvolumen eine Masse m von 7,5 g hat, dann lässt sich damit die molare Masse des Gases berechnen.

M = m/n = 7,5 g/(0,125 mol) = 60 g/mol

Zu dieser molaren Masse fällt mir kein Stoff ein, der bei Umgebungsbedingungen gasförmig ist. Auch passt das Ergebnis der Elementaranalyse nicht dazu. Dabei erhalte ich zunächst die Verhältnisformel:

C0,102H0,272 ==> CH2,666 ==> C3H8

Wenn man davon ausgeht, dass Messfehler bei der Analytik aufgetreten sind, dann kann man vermuten, dass es möglicherweise Butan ist (M = 58 g/mol).

Vielleicht habe ich auch eine Beule in der Rechnung und ein Kollege rückt das gerade.