Hinterfragen/Zweifeln im Islam - Ist das gut oder schlecht?
Ich bin mit Muslimen aufgewachsen, und habe auf einer Seite oft als Kritik an vielen anderen Religiösen gehört, dass sie ihre Religion nicht hinterfragen und die Religion ihrer Eltern übernehmen. Aber auf der anderen Seite höre ich, dass es im Islam eine Sünde die Religion zu hinterfragen, oder zumindest habe ich gesehen und gehört, dass Muslime das sehr ungerne machen.
Nun wollte ich wissen, wie das im Islam tatsächlich aussieht - Ist Hinterfragen/Zweifeln im Islam gut oder schlecht?
6 Antworten
Ist Hinterfragen/Zweifeln im Islam gut oder schlecht?
Du solltest Hinterfragen, warum die Gelehrten Schenkelverkehr mit Babys erlauben, warum Frauen mit Tieren gleichgestellt werden und warum der Prophet den Penis von seinem Enkel küsste.
Es ist nicht haram, den Islam und den Koran zu hinterfragen. Hinterfragen bedeutet nicht hintergehen.
Hinterfragen heißt, sich kritisch mit bestimmten Punkten auseinanderzusetzen. Ich, als konvertierter Muslim, sowie viele andere, seit den ersten Muslimen haben hinterfragt und sind zum Islam konvertiert.
Wenn dir jemand sagt, dass du den Islam nicht hinterfragen darfst, liegt das meistens an zwei möglichen Gründen:
A) Er weiß nicht, was dieses Wort bedeutet.
B) Er hat keine Antworten und glaubt wenn er verbietet solche Fragen zu stellen, es sich damit geklärt hat.
Hinterfragen bedeutet nicht automatisch: Ablehnen, sich weigern oder verleugnen.
Beispiel:
Wie kann es sein, dass der Islam die wahre Religion ist, wenn im Koran steht: "Tötet sie, wo immer ihr sie findet“?
Solche Verse gehören in einem Kontext. Sie beziehen sich auf eine spezifische historische Situation: Zunächst war es den Muslimen verboten, sich militärisch zu verteidigen. Später wurde es ihnen erlaubt, nachdem zuviele Muslime von ihren Feinden verfolgt und ermordet wurden.
Hier wurde ein Vers hinterfragt. War diese Frage haram? Nein!
"Ich, als konvertierter Muslim, sowie viele andere, seit den ersten Muslimen haben hinterfragt und sind zum Islam konvertiert." - Aber ist das nicht anders? Mit islamischer Sicht meine ich auch die muslimische Sicht, wenn man zB (noch) kein Muslim ist, muss man auch nicht beten, oder nicht?
Hinterfragen ist keinesfalls eine Sünde. Schließlich ist es für einen Muslim Pflicht, sich Wissen anzueignen. Und das geschieht nur, wenn man Dinge hinterfragt.
Was jedoch eine Sünde ist - und das wird meist mit "Hinterfragen" gleichgesetzt, was es nicht ist - ist das ablehnen oder schlecht reden von Überlieferungen oder Quran Versen. Meist hat man nämlich den Hintergrund des jeweiligen Hadithes oder Verses nicht verstanden, und lehnt diese ab. Genau deswegen ist das Hinterfragen sehr wichtig.
Also sagen wir es gibt im Islam eine Regel, und wenn jemand sich denkt "Das ist doch unlogisch, warum ist das so" ist das dann noch erlaubtes Hinterfragen oder nicht? Oder muss das eher so sein "Ich akzeptiere das, aber ich bin neugierig wieso das so ist"?
Man muss aber bereit sein eine islamische Antwort von Wissenden zu akzeptieren
Also sagen wir es gibt im Islam eine Regel, und wenn jemand sich denkt "Das ist doch unlogisch, warum ist das so" ist das dann noch erlaubtes Hinterfragen oder nicht?
Vorurteile sind immer schlecht. Ein Urteil darf man erst ziehen, wenn man "alles mögliche" dazu weiß. "In welchem Kontext wurde das überliefert?", "Wie genau ist das gemeint?", "Ist das eventuell eine Metapher?" usw.
Dafür gibt es aber explizit Bücher, die sich mit sowas befassen. Das nennt sich Hadith Wissenschaft (Ulum Al Hadith) und Rechtswissenschaft (Fiqh).
Man darf als NIE ein Urteil ziehen, weil es unmöglich "alles mögliche" zu wissen? - Genau das ist es was ich nicht nur Arroganz, sondern auch noch Heuchelei nenne, weil es einem KritikVERBOT gleichkommt!
, weil es unmöglich "alles mögliche" zu wissen?
Hab ich nicht gesagt. Aber man muss das grundsätzliche dazu wissen
Was jedoch eine Sünde ist - und das wird meist mit "Hinterfragen" gleichgesetzt, was es nicht ist - ist das ablehnen oder schlecht reden von Überlieferungen oder Quran Versen. Meist hat man nämlich den Hintergrund des jeweiligen Hadithes oder Verses nicht verstanden, und lehnt diese ab. Genau deswegen ist das Hinterfragen sehr wichtig.
Wenn man so eine Begründung genau liest, dann erkennt man, dass die Interpretation des Antwortgebers kritiklos zu akzeptieren ist. In einem solchen Fall wird der Hinterfrager ganz schnell mit einer Totschlagsbehauptung abgestempelt "Du hast nichts verstanden". Richtig ist immer nur die Antwort desjenigen, an den sich der Hinterfrager wendet. Dies getreu den folgenden Regeln:
§ 1 der Antwortgeber hat immer Recht
§ 2 hat der Antwortgeber mal nicht Recht, tritt automatisch § 1 in Kraft.
Sich Wissen anzueignen meint aus islamischer Sicht nur: Geh auf die Suche nach einer Begründung für eine muslimische Behauptung - und akzeptiere die jeweilige Begründung als Ersatz für Wahrheit.
Wörtlich übersetzt heißt Islam "Friede". Real aber heißt es auch "halt' die Klappe". Ich sehe den Islam als Diktatur und Allah als Diktator. So ein Gotteskonstrukt hat Mohammed seinerzeit wohl für seine Händlerkollegen gebraucht.
Für die "bedingungslose Liebe Gottes" scheint es keinen Platz zu geben.
Wer kritisiert hat also nur nicht verstanden!? - Wenn DAS keine Arroganz ist, was dann?!