Wiedergeburt in Fiktion
Hallo fiktionsaffiner Teil der Community,
ich schreibe aktuell an einer Buchreihe und habe mich da folgende Frage gestellt:
Wenn Wiedergeburt als festes "Jenseits-System" in ein Werk der Fiktion etabliert ist, wirkt sich dies dann auf eure Wahrnehmung und eure Gefühle zur Geschichte und den Figuren aus?
Es geht um ein System bei dem eine Seele zwar ewig existiert und ihre Erinnerungen an vorherige Leben nur im Jenseits behält. Wird sie reinkarniert, ist sie ein unbeschriebenes Blatt, eine Person, die nur Erinnerungen an ihr Leben hat und nicht an das was davor war.
.) Findet ihr dann vielleicht, dass die Geschichte und die Figuren irrelevant sind, weil es für ihre Seelen nach dem Tod der Figur weiter geht, auch wenn die Figur dadurch aus der Geschichte genommen wird?
.) Oder ist euch das in dem Fall egal, weil ihr in der Geschichte mit den Figuren mitfiebert und nicht mit dem "Mehr", das sie im Jenseits sind?
.) Oder habt ihr ganz andere Empfindungen dazu, die ihr teilen möchtet?
Rückfragen beantworte ich gerne.
Danke für alle netten Beiträge.
LG
11 Stimmen
5 Antworten
Das Ist schwierig zu beurteilen nach meiner ansicht. Auf der einen seite stellt sich da so ein wenig die frage: inwiefern ist dieser umstand überhaupt für den Plot relevant? Wenn es eh nur ne randnotiz ist ist es durchaus warscheinlich das ich den Umstadn schlichtweg mit der zeit vergessen würde.
Und im falle das es relevant hat oder einen einfluss. Ists die frage inwiefern der authode entstehende Plotholes dadurch nicht bedacht hat. Weil eventuell die charaktere vergessen das sie in einer welt der Widergeburt leben.
Ansonsten denke ich durchaus das es ggf. ein interessanter teil des worldbuilding sein kann. Sofern eben in dieser anderen welt auch irgendwas interessantes passiert.
Ich denke nicht das es grundsätzlich aus meiner sicht eine negative auswirkung auf die Charaktere hat. Man fiebert ja genauso mit Frodo und co in dem Herrn der ringe mit obwohl in der welt götter udn andere übermöchtige wesen existieren und streckenweise auch eingreifen.
Aber was wäre, wenn die Bestätigung dieses Systems nach der Geschichte stattfindet? Quasi in Richtung "und nach dem Leben..."
Das fänge ich währe ein durchaus interessanter cliffhänger für einen Zweiten teil. Dieser sollte dann aber auch die andere welt genauer beleuchten.
Ohne Erinnerungen ist es eine neue Figur. Aber vielleicht meinst du das ja auch vollkommen anders. Das müsste man in der Geschichte sehen, wie es rüber kommt.
Nein, ich meinte es schon so. Ich überlege, ob ich das Reinkarnations-System sozusagen im Abspann bestätigen würde... Also in Richtung "und nachdem die Figur gestorben war...."
Ich denke schon, dass du es erklären müsstest. Vielleicht könntest du die Figur durch den Sterbevorgang begleiten und den Leser miterleben lassen, was ihr passiert.
Ich dachte eher so an den Ort des Nachhers... Um es mit griechischer Mythologie zu vergleichen, wäre es, wie wenn man Hades an seiner Schriftrolle sitzen sehen würde und die Seele der Figur mit anderen den Prozess durchlaufen würde... Nur eben mit Wiedergeburt und in meiner Welt.
Das geht natürlich auch. Vielleicht kannst du es ja kombinieren.
ich hab da schon was sehr konkretes im Kopf, will aber nicht zu viel verraten... Das würde das "Grande Finale" werden...
Oh, ich finde, das hat sehr viel Potenzial!
Weisst du, was ich mir sehr spannend vorstellen könnte?
Wenn eine reinkarnierte Figur plötzlich Flashbacks kriegt von früheren Leben. Zum Beispiel stellt sich eine Phobie ein, die sie eigentlich nie hatte, und wo sie sich plötzlich fragt, woher diese Angst kommt. Die verschiedenen Leben der Figur "bluten" ineinander wie durch Stoffschichten hindurch. Kann sehr scary sein für Figuren, aber irgendwie auch spannend (?) Und vielleicht gibts ja Parallelen zwischen den früheren und dem jetzigen Leben? Oder ein früheres Leben kann Antworten auf aktuelle Fragen der Figur liefern?
ODER: Die Seele wird immer wieder wiedergeboren und muss in jedem anderen Leben eine andere "Mission" bewältigen, mit dem Ziel, am Ende dieser XY Missionen ein "ganzheitlicher", "moralisch korrekter", "guter" Mensch zu sein ...
Einfach ein paar Gedankenfetzen! Wie du siehst – hast mich inspiriert :)
Auf jeden Fall ist dein Konzept eines, worüber ich gerne lesen und das ich gerne weiterentwickelt sehen würde!
Viel Spass (und Biss!) beim Schreiben :)
Freut mich sehr, wenn ich dich inspirieren konnte. Du bist sogar dem, was ich damit vor habe auf der Spur. Die Richtung stimmt bereits 😊
In den nächsten paar Tagen sollte ich mit der (vorerst letzten) Überarbeitung des ersten Bands fertig sein. Bin schon gespannt, was meine Testleser dazu sagen..
Krass, gratuliere! Das ist ein Meilenstein! Ich wünsche dir positives und konstruktives Feedback!!
Naja, sei froh! Viele Autoren schreiben Jahre an einem Buch, und die Leser lesen es in 2 Wochen und fragen schon nach dem Nächsten xD
Wenn sie gar keinen Bezug mehr hat, oder wenn in der Geschichte keiner mehr hergestellt wird, dann ist es in dem Sinn keine Wiedergeburt, sondern eine ganz neue Lebensform.
Du müsstest also irgendwie begründen, warum es eine Wiedergeburt überhaupt geben soll/kann/muss.
Das ist begründet, bzw. würde es dann werden. Organisch und stimmig zum Worldbuilding.
Dann passt es ja. Es ist zwar abgekoppelt von den Personen, hat dann aber durch die Begründung ihre Berechtigung.
Hallo Andrastor!
Wenn die Figur ihre Erinnerungen an vorher nur im Jenseits behält, aber dann wieder reinkarniert wird und alles vergessen hat, dann ist doch diese Situation nur einmal interessant, eben dann, wann das passiert. Du schreibst doch hoffentlich kein zweites »Und täglich grüßt das Murmeltier.«
Hast Du auch bestimmte Jenseitsvorstellungen aufgeschrieben? Am besten wären mehrere Versionen, dann wirds nicht so schnell langweilig. An welchen Leserkreis hast Du gedacht? Früher war ich treuer Karl-May Leser, seine Ausflüge ins Christentum habe ich stets überlesen, der redete manchmal wie ein Pfarrer. Hoffentlich muss man kein Hindu sein, um zu verstehen, was Du schreibst ..
Wenns fertig ist, sagst Du aber Bescheid! Ich hätte gerne eines mit pers. Widmung, kein Scherz.
Viel Spaß und gute Ideen wünsche ich Dir!
joe.
Also ich dachte mir das als kleine "Nebengeschichte".
Die Seele selbst weiß im Jenseits alles was sie in allen Leben erlebt hat. Im Leben jedoch, ist sie ein unbeschriebenes Blatt, um das neue Leben auch neu erleben zu können.
Im "Abspann" dachte ich daran, ein wenig mehr über die Seelen der Figuren aus der Geschichte zu verraten und wie das Reinkarnations-System meiner Welt funktioniert.
Lesekreis wären Fantasy-Fans ab c.a 16 Jahren...
Also bisher ist nicht geplant das innerhalb der Geschichte relevanter zu machen, als eine Glaubensrichtung der Figuren in der Welt.
Aber was wäre, wenn die Bestätigung dieses Systems nach der Geschichte stattfindet? Quasi in Richtung "und nach dem Leben..."