Warum verharmlosen viele Linke die DDR?

10 Antworten

Recht ist immer etwas, was ein Staat in seiner Verfassung und in Gesetzen festschreibt.

Unrecht kann daher dort nur existieren, wenn der Staat entgegen dieser Gesetze Handlungen vollzieht.

Ein souveräner Staat, wie es die DDR war, muss auf seinem Territorium nicht Gesetzte andere Staaten befolgen.

Auch wenn der damalige Außenminister der Bundesrepublik Klaus Kinkel den Begriff "Unrechtsstaat" benutzt hat, zeugt das nur davon, dass er Rechtssysteme missachtet hat.

Viele Linke meinen, dass die DDR kein Unrechtsstaat war!

das meinen nicht nur die Linken, ausgebildete Juristen sehen das genau so.

Unrecht kann immer nur an den Gesetzen gemessen werden, die dort gerade gültig sind.

Ausnahmen sind Verstöße gegen elementare Regel der Menschheit. Dazu gehört die Judenverfolgung der Nazi. Ob das nun durch deren Gesetzten möglich war oder nicht.

Das was aus Sicht des Kapitalismus die DDR zum Unrechtsstaat gemacht hat, war die Verstaatlichung der Produktionsmittel (also der Wirtschaft, der Betriebe ).

Obwohl das Grundgesetz der BRD auch Enteignungen zulässt, ist das für die privat-kapitalistische Wirtschaft eine ganz schlimme Gefahr.

Mit der Überschrift deiner Frage

Warum verharmlosen viele Linke die DDR?

ergreifst du Partei für die, die mit ihrem Eigentum dazu beitragen, dass die Mieten ständig steigen, dass viele Bürger so wenig Geld bekommen, dass sie mit dem Geld für ihrer Arbeit nicht überleben können.

Dinge, die in der DDR unbekannt waren. Was also war das große Verbrechen in der DDR?

Wir haben bei den "Linken" einen Generationswechsel. Viele haben selbst mit der früheren SED nicht mehr etwas zu tun.

Oft übernehmen sie Ansichten der Väter und Mütter, die in der früheren DDR weit verbreitet waren. Es ist der versteckte Klassenkampfgedanke, der immer mehr Fuss fasst. Auch strömen Gedanken aus anderen kommunistischen Richtungen in die Partei. Das sind oft Minderheiten, wie die Trotzkisten, die um mehr Einfluss buhlen. Die SED hatte selbst starke sozialdemokratische Einflüsse, die infolge der späteren Repressionen in Schach gehalten wurden. Diese haben es bei den "Linken" schwer. Leute, wie Oskar Lafontaine, haben nicht mehr lange zu leben. So sinkt rapide ihr Einfluss.

Wir sahen in den letzten Jahrzehnten, dass ehemalige Funktionäre und Minister in China Fuss fassen wollten. Sie kamen plötzlich aus der Asche hoch. Doch wurde ihnen gezeigt, dass der chinesische Kommunismus nicht mit dem in der DDR vergleichbar ist. In China haben wir derzeit einen Personenkult. Die politische Macht liegt in einer Hand. In der früheren DDR war diese auf eine Nomenklatura beschränkt. Der Personenkult erkärt sich allein aus dem Konfuzianismus im ostasiatischen Raum. So etwas gibt es bei uns nicht.

Wo kann ich denn diese vielen Behauptungen nachlesen?

Weil es davon abhängt was man unter Unrechtsstaat versteht. Mir wäre kein Linker bekannt, der behaupten würde in der DDR hätte es kein Unrecht gegeben, im Gegenteil sogar, aber es geht dabei um die Frage ob die DDR grundsätzlich nicht hätte exitieren dürfen und das ist dann eine andere Frage.

Die DDR war ein zutiefst autoritärer von oben gelenkter Staat. Deshalb von den Machtmechanismen für mich eher rechts verrortet – da einfach Freiheit und Vielfalt fehlt. Das staatlich gelenkte Wirtschaftssystem war das einzige linke Element – aber so straff und spießig, wie alles von oben geführt wurde, konnte es auf Dauer nicht erfolgreich sein und entsprach so ebenfalls nicht linker Politik. Deshalb ist es mir ein Rätsel, warum ausgerechnet den Linken ständig Sympathie für die DDR vorgeworfen wird.