Warum nicht Professor?
Warum werden in Deutschland "Lehrer" nur in Universitäten Professoren genannt? Bei uns in Österreich nennt man nur in Hauptschulen und Mittelschulen die Lehrer (Lehrer oder Klassenvorstand) im Gymnasium (Unterstufe, Pflichtschule, Matura Schulen "Abi", Höhere Technischen Schulen & Unis) nennt man sie bei uns Professor... wieso bei euch nicht?
9 Antworten
Mir wurde von einem Österreicher älteren Semesters vor vielen Jahren erzählt, dass es in AT mal einegrößere Debatte gab (in welcher Form weiß ich nicht), weil manche studierte Berufe schlecht verdienten & schlecht angesehen waren (u.a. Lehrer). Und zur Befriedung hat es sich durchgesetzt, dass man in Österreich Leute mit "Herr Magister/Frau Magistra", "Herr Professor", usw anspricht, und dass akademische Standard-Titel wie Mag. auch auf Visitenkarten stehen, selbst wenn jemand als Sekretär/Hausmeister/whatever arbeitet. Und im Falle der Lehrer, hat es sich wohl in dem Zuge durchgesetzt, sie Professor zu nennen, obwohl sie nicht mal Professoren sind. Meine Vermutung ist, dass sich daraus auch entwickelt hat, dass mein österr. Prof. (ein echter) mich als Student mit "Herr Kollege" ansprach.
Es ist also keine deutsche Eigenart, sondern eine österreichische.
Das ist halt typisch Östereich, da gießt man eben ein bißchen Zuckerguss über die Realität und was Titel betrifft, hat man es dort noch nie so genau genommen.
Wer nur ein bißchen nach was aussieht, wird direkt mit Herr Doktor oder sogar mit Herr Graf angesprochen - habe ich alles schon erlebt - man will halt ein bißchen schöntun und schmeicheln; das ist der berühmte Wiener Schmäh, der auch einen Lehrer direkt zum Professor befördert.
Da sind wir hier nüchterner und immer noch preussisch geprägt, hier herrscht Ordnung und keine Schaumschlägerei, dazu sind wir viel zu ernsthaft ,-)
Vielleicht manchmal zuviel....
Tja, bei Euch in Österreich ist ja auch jeder, der ein bißchen nach was ausieht, gleich ein Herr Doktor oder früher als es noch klangvolle Titel gab, ein Herr Geheimrat oder sonstwas - egal ob es stimmt oder nicht.
Man kann das höfliche Schmeichelei nennen oder einfach nur Schmäh, in Österreich schüttet man eben gern ein bißchen Zuckerguss über die Realität, das ist einfach eine Frage der Mentalität.
Deutschland ist in dieser Hinsicht aber immer noch geprägt durch sein preußisches Erbe, und da gibts keine Schaumschlägerei, keinen Zuckerguss und nicht mehr Schein als Sein.
Ein Lehrer ist kein Professor, das ist ein akademischer Titel, der ihm nicht zusteht Punkt.
Gymnasiallehrer heißen bei uns Studienräte, Oberstudienräte, Studienrektoren und als Direktor eines Gymnasiums ist man Oberstudiendirektor
So sind wir Preussen eben - Goethe hat uns da sehr geprägt, eben nicht mehr scheinen zu wollen als man wirklich ist.
So sind wir Preussen eben - Goethe hat uns da sehr geprägt, eben nicht mehr scheinen zu wollen als man wirklich ist.
Daher wohl auch die zahlreichen prominenten Deutschen, die in den letzten Jahren mit gefälschten Doktorarbeiten aufgeflogen sind. Das ist die preußische Moral! Aber immerhin bleiben den Preußen noch die Adelstitel, die sind zumindest Teil des Namens.
Professur bezeichnet im deutschen Sprachraum primär eine Funktion im Lehrkörper einer Hochschule
Zum Professor wird man entweder berufen, was nur eine Hochschule darf, oder man bekommt den Titel ehrenhalber verliehen (Professor h.c.).
Um zum Professor berufen zu werden, muss man die Fähigkeit zum Wissenschaftlichen Arbeiten unter beweis gestellt haben. In der Regel durch Promotion (Doktor-Titel). In der Regel bedeutet man muss nicht Dr. um Prof. zu werden, aber ohne Dr. ist es eher unwahrscheinlich.
Das alles trifft auf "normale" Lehrer nicht zu.
Insofern ist es formal inkorrekt einen Lehrer an einem Gymnasium Professor zu nennen, sofern dieser nicht auch an einer Hochschule zum Professor berufen wurde.
Das ist halt typisch Östereich, da gießt man eben ein bißchen Zuckerguss über die Realität und was Titel betrifft, hat man es dort noch nie so genau genommen.
Wer nur ein bißchen nach was aussieht, wird direkt mit Herr Doktor oder sogar mit Herr Graf angesprochen - man will halt ein bißchen schöntun und schmeicheln - das ist der berühmte Wiener Schmäh, der auch einen Lehrer direkt zum Professor befördert.
Da sind wir hier etwas nüchterner und immer noch preussisch geprägt, hier herrscht Ordnung und keine Schaumschlägerei, dazu sind wir viel zu ernsthaft ,-)
Vielleicht manchmal zuviel....
Die Lösung bietet Wikipedia:
Professor oder Professorin ist in der Regel die Amts- und Berufsbezeichnung oder der akademische Titel des Inhabers einer Professur. Anders als etwa beim Doktorgradhandelt es sich nicht um einen akademischen Grad. Professur (von lateinisch profiteri in der Bedeutung „sich öffentlich als Lehrer zu erkennen geben“) bezeichnet im deutschen Sprachraum primär eine Funktion im Lehrkörper einer Hochschule.
In Deutschland und der Schweiz kann die Bezeichnung Professor unter bestimmten Umständen auch als Ehrentitel an Personen verliehen werden, die keine Professur bekleiden – beispielsweise an Künstler. Im Bundesland Baden-Württemberg kann die Bezeichnung Professor oder Professorin ohne Zusätze als nichtakademischer Ehrentitel an verdiente Bürger verliehen werden (siehe Professor (Ehrentitel in Baden-Württemberg)). In Österreich ist Professor auch ein Berufs- bzw. Ehrentitel und ein Amtstitel für ernannte Lehrer an höheren Schulen.
Die Hauptaufgabe von Professoren an Hochschulen ist idealtypisch die eigenverantwortliche Durchführung von wissenschaftlicher Forschung und Lehre (im Sinne des humboldtschen Bildungsideals). Professur und Lehrstuhl sind nicht unbedingt miteinander verbunden – jeder Lehrstuhlinhaber ist Professor, aber nicht umgekehrt. [...]
Professor ist keine Berufsbezeichnung, sondern ein akademischer Titel.
Man macht zunächst einen Promotion und darf sich dann Doktor nennen. Will man weiter machen, kommt die Habilitation die zum Titel Dr. habil. führt.
Erst wenn man dann noch einen Lehrstuhl an einer Universität bekommt, darf man sich Professor nennen.
Genausowenig ist Doktor eine Berufsbezeichnung für einen Arzt. Es gibt genügend Ärzte die keinen Doktortitel haben (obwohl der einem in der Medizin quasi nachgeworfen wird)
Professor ist, wer derzeit eine Professorenstelle innehat. Ein "akademischer Titel" ist es nicht.
Das ist halt typisch Östereich, da gießt man eben ein bißchen Zuckerguss über die Realität und was Titel betrifft, hat man es dort noch nie so genau genommen.
Wer nur ein bißchen nach was aussieht, wird direkt mit Herr Doktor oder sogar mit Herr Graf angesprochen - habe ich alles schon erlebt - man will halt ein bißchen schöntun und schmeicheln; das ist der berühmte Wiener Schmäh, der auch einen Lehrer direkt zum Professor befördert.
Da sind wir hier etwas nüchterner und immer noch preussisch geprägt, hier herrscht Ordnung und keine Schaumschlägerei, dazu sind wir viel zu ernsthaft ,-)
Vielleicht manchmal zuviel....
Echt, es gibt Hochschulen in denen kann man ohne direkt Prof werden?
War an meiner alten Hochschule war das der Fall.
Die genaue Wortwahl war ungefähr
"Er / Sie muss seine / ihre Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten unter Beweis gestellt haben. In der Regel durch Promotion"
Da war also ein Schlupfloch, soweit ich weiss wurde es aber nicht genutzt. Alle unsere Profs war auch Promoviert.
Eine Habilitation ist meines Wissens nach auch eher selten gefordert. Viele Doktoren machen das eher um ihre Chancen auf einen Lehrstuhl zu erhöhen und sich von der Konkurrenz abzusetzen
Naja, wie gesagt ich habe nie mitbekommen, dass dieses Schlupfloch auch genutzt wurde. Davon abgsehen gehe ich davon aus, dass dieses "Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten unter Beweis stellen" im Zweifel dem Niveau einer Promotion gleichkommt, ohne eben die Formalitäten.
Korrekt. Je nach Hochschulsatzung ist dafür weder Habilitation noch Promotion nötig. Nichtsdestotrotz ist es der Standard