Warum kann ich kein Französisch lernen?

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Hallo,

eine Sprache lässt sich nur begrenzt online lernen, da die Aussprache, das Feedback, der Dialog und die Korrektur auf der Strecke bleiben.

Eine Sprache im Selbststudium zu lernen, erfordert sehr viel Eigendisziplin und auch hier gibt es gewisse Grenzen.

Auch wenn ein Aufenthalt im französischsprachigen Ausland (Ferienfreizeit, , Gastfamilie, Schüleraustausch, Au Pair, work und travel usw.)   am besten wäre, um Französisch zu lernen (möglichst allein, sonst schickt man gerne seine Begleitung vor), stellen Auslandsreisen doch meist ein   zeitliches und finanzielles Problem dar.

Tipps für daheim:

Um Vokabeln effizient zu lernen, d. h. so, dass man sie auch abrufen und anwenden kann, sollte man sie nicht nur stur auswendig lernen, sondern 

 - Wortfamilien damit bilden: (Themen; Gegenteil; Nomen m. passendem Verb und Adjektiv; etc.), 

 - Beispielsätze bilden 

 - Redewendungen aufschreiben 

 - Phrasale Verben lernen 

 - Vokabeln mit ihren (grammatikal.) Besonderheiten aufschreiben und lernen, z.B. Präpositionen, unregelm. Plural, Verb, Adjektiv, Adverb, usw. 

 - Du kannst auch Haftnotizen m. dem jeweiligen franz. Wort auf alle Gegenstände, Haushaltsgeräte, etc. 

oder anderen Vokabeln in die ganze Wohnung kleben und Vokabeln sozusagen im Vorbeigehen lernen

Dabei ist es egal, ob du mit dem guten, alten Vokabelheft, einem Karteikasten oder elektronischen Vokabeltrainer arbeitest.

Die meisten Schulen in Bayern empfehlen phase6, als Vokabeltrainer. Den muss man aber kaufen.

(siehe: phase-6 . de / opencms / Homepage /)

Pons bietet eine kostenlose Vokabeltrainer-App an, siehe: de . pons . com / specials / apps

oder gib bei Google - Vergleich Vokabeltrainer ein und folge den Links, z. B. diesen hier:

- https://www.sprachheld.de/besten-vokabeltrainer-apps/

- https://www.pcwelt.de/ratgeber/Freeware-Open-Source-Die-10-besten-Vokabeltrainer-zum-Download-1940249.html

Auch Stiftung Warentest hat Vokabeltrainer getestet. https://www.test.de/Apps-Vokabeltrainer-Englisch-Lernhaeppchen-4236368-0/

Egal für welches System du dich entscheidest, wichtig ist, dass du regelmäßig übst. Jeden Tag 10 - 15 Min bringt mehr als wochenlang nichts und dann Endlossitzungen von 1 Stunde und mehr.

 - Vokabeln sollten auch mit allen Sinnen (sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen/anfassen) gelernt 

und am besten auch noch gesprochen, gesungen, gerappt, rhythmisch, in Versen + geturnt werden (typische Handbewegung). 

Denk nur mal an das Lied 'Head and shoulders, knees and toes', was die Kinder - du vielleicht auch - heute schon im Kindergarten oder in der Grundschule im Englischunterricht lernen. 

 - Vokabeln kann man auch spielen(d lernen) Stadt, Land, Fluß auf Französisch, wer kennt die meisten Tiere, Möbel, Kleidungsstücke, Körperteile, Lebensmittel usw. auf Französisch ?, Teekesselchen, Taboo, Memory, Bingo, Scrabble uvm. 

indem man 

 - französisches Fernsehen schaut 

 - französisches Radio hört 

 - französische Podcasts hört 

 - Vokabeln als MP3 aufnimmt und immer wieder abspielt und anhört, dabei mitspricht o. in eine Sprechlücke spricht 

 - französische Bücher liest: 

 - Le Petit Prince von Antoine de Saint-Exupéry 

 - Le petit Nicolas (Der kleine Nick) von René Goscinny 

 - Jules Verne: In 80 Tagen um die Welt, 20.000 Meilen unter den Meeren, Reise zum Mittelpunkt der Erde, Von der Erde zum Mond 

 - zweisprachige Bücher bekommst du beim Buchhändler deines Vertrauens oder 

 - im Reclam-Verlag

 - bei den Schulbuchverlagen

 - wenn du bei amazon de die Suchbegriffe zweisprachige Bücher eingibst. 

Empfehlenswert sind auch franz. Bücher, die auch auf Deutsch erhältlich sind, so dass man dort auch mal nachschauen kann, wenn man gar nicht mehr weiter weiß. 

Tipp z. Lesen franz. Bücher: 

Nicht jedes neue o. unbekannte Wort nachschlagen und rausschreiben. Das wird schnell zu viel und man blättert mehr im Wörterbuch, als dass man liest. So verliert man schnell den Spaß am Lesen. Nur Wörter nachschlagen, aufschreiben und lernen, die du für wirklich notwendig erachtest und wenn sich dir ansonsten der Sinn einer Passage nicht erschließt. Viele Wörter erklären sich ja auch bereits durch den Kontext. 

 - französische Zeitungen, Zeitschriften und Comics liest, z.B. 

 - Ecoute, (mit Worterklärung und verschied. Schwierigkeitsgraden; manchmal auch i.d. Bücherei erhältlich) 

 - DVDs auch mal auf Franz. schaut (v.a. wenn man den Lieblingsfilm auf Deutsch eh schon in und auswendig kennt.) 

 - sich einen Französisch-Sprach- o. Konversationskurs (z.B. VHS), eine Theatergruppe, einen Lesezirkel usw. sucht 

 - Auch privat, mit Freunden, Familie usw. Französisch spricht und Alltagssituationen nachstellt: Tagesablauf, Kochen, Einkaufen, Arzt, Kino, Theater, Krankenhaus, Bäcker, Museum, Bahnhof, Flughafen, Hotel, Restaurant usw. 

 - Beim Spazierengehen, auf dem Weg zur Schule, beim Einkaufen usw. überlegt, wie die Dinge, die man sieht auf Französisch heißen. Wörter, die man nicht kannte, daheim im Wörterbuch nachschaut. 

 - Skype einrichtet und französische Muttersprachler als Gesprächspartner sucht 

 - französische Brief/Email/Chatfreund/in o Tandempartner sucht 

 - französisches Tagebuch schreibt 

Da eine Sprache aber nicht nur eine Aneinanderreihung v. Vokabeln ist, sondern diese auch noch möglichst sinnvoll zu Sätzen verbunden werden sollen, ist es genauso wichtig, regelmäßig 10 - 15 Minuten Grammatik zu üben, z.B. auf folgenden kostenlosen Übungsseiten im Internet: 

 - francais lingolia com de

 - https://bildunginteraktiv.blogspot.com/p/franzosisch-videos-neu.html

 - francaisfacile com

 - einfranzose de

Diese Tipps gelten ähnlich auch für andere Sprachen, wobei sich nicht alle Tipps sofort umsetzen lassen. Mit der Zeit und von Schuljahr zu Schuljahr aber immer mehr.

:-) AstridDerPu

PS: Mit den URLs musst du ein wenig „spielen“, Leerschritte rauslöschen, Punkte oder Slashes einfügen, denn leider wird dieser Post mit den vollständigen Links als vulgär abgelehnt.


AstridDerPu  01.08.2024, 18:42

Danke für das Sternchen.☺️

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Sprachapps helfen überhaupt nicht. Ich empfehle französische Medien anzuschauen. Dem Alltag so nahe wie möglich heranzutreten. Die Szenarien in Apps und Büchern sind komplett kontextfrei und man hat Schwierigkeiten, im realen Leben spontan auf der Sprache zu reagieren.

Sehr empfehlen kann ich auch das Aneignen von linguistischem Fachwissen. Dann heißt es in der Zukunft auch nicht mehr "ich lerne die Fremdsprache XY", sondern "ich probiere mal eine neue Sprache aus, und schaue, welche theoretischen Konzepte, die ich gelernt habe, sich wiederfinden lassen". Mit etwas Sprachtheorie werden dir Konzepte in Fremdsprachen nicht mehr so fremd vorkommen. Vor allem am Anfang rate ich oftmals, nicht die Anfängervokabeln "hallo" und "wie geht es dir" zu lernen, sondern sich eine phonetische Tabelle heranzuziehen und die Laute genaustens nachzumachen. So sparst du dir Zeit für später mit Betonungsfehlern und hast von Anfang an ein Sprachgefühl für die korrekte Artikulation.

LG und schönen Tag

Ich sag es mal so - ich hatte 5 oder 6 Jahre Französisch in der Schule. Aber am meisten habe ich gelernt, während unserer 1 wöchigen Abschlussfahrt nach Frankreich. Wir waren da in so einer Art Jugendherberge mit anderen französischen Klassen untergebracht. Da habe ich in einer Woche mehr Französisch gelernt, als die Jahre davor in der Schule.

Vielleicht kannst du ja mal einen kleinen Urlaub in Frankreich machen. Es gibt auch spezielle Sprachreisen. Ich denke, sowas ist sehr effektiv.

Sprache kommt von sprechen; deswegen sind Sprachkurse notwendig: Sprachkurse an der VHS und noch besser in Frankreich.

Du könntest auch ein Sprachtandem mit einem Muttersprachler//einer Muttersprachlerin bilden. Sieh u.a. erstenachhilfe.de (Sprachtandem)