Warum ist die Geschichte der Deutschen Kolonien so unterepräsentiert?

4 Antworten

Das Spezielle an Deutschland ist doch gerade, dass es die Kolonialisierung verpasst hat. Das führte dazu, dass es im ersten und zweiten Weltkrieg versuchte, Märkte zu erobern, um auch irgendwie an der Welt beteiligt zu sein.

Zwar kommt die deutsche Kolonialgeschichte in den Lehrplänen vor. Aber das Problem ist, es ist kein verpflichtender Stoff. Der Mord an sechs Millionen Juden im Holocaust, der Zweite Weltkrieg, der Kalte Krieg zwischen Ost und West mit der Teilung Deutschlands wird größeren Wert beigelegt, für anderes bleibt da wenig Zeit.

Man muss aber dazu sagen, die Deutsche Kolonialgeschichte ist auch zimmlich kurz und endete mit dem ersten Weltkrieg. Zwar gab es Verbrechen wie an den Heroes oder Namas in ehemaligen Deutsch Süd-West Afrika (Namibia) oder die Terrorherrschaft von Carl Peters in Deutsch Ostafrika, im Vergleich zu den anderen Kolonalstaaten wie Belgien oder Frankreich waren die deutschen allerdings noch recht "harmlos" was die Belgier im Kongo trieben war selbst für damalige Verhältnisse ein Skandal und Verbrechen.

Im heutigen Kamerun sieht man die ehemaligen Deutschen Kolonialherren bei weitem nicht so kritisch, sondern oft wird dort hervorgehoben das die Deutschen viele gute Dinge beachten. Auch als General Paul Karl von Lettow-Vorbeck schon lange Tot war, kamen seine Askari Soldaten nach Deutschland um an seinem Grab zu stehen, das war sogar lange nach dessen Tod. Mit diesem General hatten diese Afrikanischen Soldaten jahrelang einen Guerilla Krieg im Dschungel gegen die Briten geliefert aus treue zu ihm als Befehlshaber und nach deren Aussage war Lettow-Vorbeck immer fair und gut zu ihnen, wie auch die weißen deutschen Soldaten. Kurz um, die Deutschen waren für damalige Verhältnisse keineswegs die schlimmsten.

Die deutsche Kolonalgeschichte ist nicht toll aber bei weitem nicht auf der selben Stufe zu stellen wie die Verbrechen von 1933-1945 und deshalb geht das ganze Thema etwas im Unterricht unter.

Nicht die Geschichte der deutschen Kolonien ist unterrepräsentiert, sondern das viele Gute, das Deutsche dort für die Einwohner getan haben.

Es wird nämlich immer nur über angebliche "deutsche Verbrechen" gelabert und damit implizit gegen das Deutschtum an sich gehetzt. Jeder "kennt", durch die Propaganda von Presse-Feuilletonisten, angeblichen „historischen Dokus“ aus dem Fernsehen sowie durch "Geschichtsunterricht" an Schulen und Hochschulen, die Tragödie der Hereros, die als angeblicher deutscher Wunsch nach "Ausrottung" derselben und somit als "erster Völkermord" des 20. Jh. verkauft wird. Was übrigens, selbst wenn das heute etablierte antideutsche Narrativ dazu keine Lüge wäre, gar nicht stimmt, da es ein paar Jahre zuvor den sehr realen britischen Völkermord an den Buren im afrikanischen Süden gab. Dass die Tragödie der Hereros aber gar nicht einer Ausrottungsabsicht der deutschen Kolonialführung entsprang, hat der konservative Historiker Jan von Flocken nachgewiesen:

Es ist ja kein Zufall, dass die Deutschen, ganz anders als etwa Briten, Belgier, Portugiesen oder Italiener, überall dort, wo sie als Kolonialmacht tätig waren, selbst heute immer noch einen guten Ruf haben und im Gegensatz zu jenen westeuropäischen Imperialisten nicht als krude Ausbeuter des Landes, sondern als konstruktive Aufbauer und Modernisierer gesehen werden.

Dass es unter deutschen Kolonialherren auch so manche kulturelle Überheblichkeit gegenüber den "Eingeborenen" und selbstgerechtes Sich-auf-den-Wohlstandsbauch-Klatschen nach getaner Aufbauarbeit gab, mag wohl stimmen. Doch was ist daran so schlimm? Diese selbstgerechte paternalistische Haltung gegenüber den Farbigen korrelierte ja bei uns niemals mit Sklaverei wie bei Belgiern und Briten und unsere Vorfahren haben auch - anders als die Briten - niemals Millionen "Eingeborene" systematisch verhungern lassen, um durch Verkauf der Nahrungsmittel auf dem Weltmarkt sich eine goldene Nase zu verdienen, sondern vielmehr alles getan, um diese zu zivilisieren.

Deutlich wird diese paternalistische Haltung an Albert Schweitzer, der sehr typisch ist für den deutschen Kolonialismus im Allgemeinen. Schweitzer sah die Schwarzen in Afrika, denen er als Arzt half, nicht als ganz gleichwertig an. Der weiße Mann müsse mit seiner überlegenen Intelligenz und Moral den Schwarzen zu einem höheren kulturellen Niveau verhelfen, da diese das auch eigener Kraft nicht schaffen würden. Dies drückt sich etwa in Schweitzers Ausspruch aus:

"Schau, die sind noch Kinder, die müssen wir jetzt langsam zu Erwachsenen heranziehen und müssen ihnen Kultur geben. Die haben noch keine Kultur."

Der heutige, angeblich "antirassistische", in Wahrheit aber rassistisch antiweiße Zeitgeist, will aufgrund solcher durch Zitate nachweisbaren Haltung von offenkundigen Humanisten wie Schweitzer auch diese als moralische Ikonen "dekonstruieren" und mit allem Kampf und Krampf in den Dreck ziehen. Dabei wird völlig vergessen, dass Albert Schweitzer und viele andere Deutsche trotz (oder gar wegen) dieser Haltung tatsächlich in der Lage waren, leidenden Afrikanern zu helfen. Albert Schweitzer hat das Gute tatsächlich getan - ganz im Gegensatz zu den heutigen pharisäerhaften Gutmenschen, die ihn mit eifriger Feder für seinen Paternalismus verurteilen. Wie hat es doch schon der heilige Johannes ausgedrückt:

An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! (1. Johannes 2,1-6)

Der Paternalismus, den unsere Vorfahren damals gegenüber den "Eingeborenen" hatten, ist psychologisch gesehen auch völlig nachvollziehbar. Die Europäer waren nun einmal technologisch-zivilisatorisch weit voraus und es ist allzu menschlich, wenn der aus einer weiter fortgeschrittenen Zivilisation Stammende, wenn er sein Wissen mit Menschen weniger entwickelter Kulturen teilt, darüber auch Stolz empfindet. Das ist weder Arroganz noch Anmaßung, sondern zunächst nicht mehr als die Feststellung einer Tatsache. Es können daraus natürlich Arroganz oder Anmaßung hervorgehen, doch selbst das ist noch nicht schlimm, solange es ohne negative Folgen für andere bleibt.

Sehen wir der historischen Wahrheit in die Augen! Wir Deutschen können dies ohne schlechtes Gewissen tun und dies unterscheidet uns von anderen Westeuropäern! Es muss endlich ins allgemeine Bewusstsein dringen, dass …

1. … Deutschland als einzige Kolonialmacht seine Kolonien nicht durch blutige militärische Unterwerfung, sondern durch friedvolle Handelsverträge erwarb! Nicht ohne Grund hießen die Kolonien bei uns Schutzgebiete - die „Eingeborenen“ hatten dort also Schutz vor der brutalen kriegerischen Unterwerfung durch andere Europäer oder durch Araber.

2. … Deutschland als einzige Kolonialmacht mehr Menschenleben von „Eingeborenen“ gerettet als es etwa bei der Niederschlagung von Aufständen oder Ähnlichem genommen hatte. Wenn wir die Herero-Tragödie, die Maji-Maji-Aufstand und ein paar weitere, kleinere Unruhen zusammen nehmen, so kommen wir auf maximal vielleicht 0,1 Million Menschenleben, die der deutsche Kolonialismus gefordert hatte. Dagegen haben die verdienstvollen deutschen Pharmakologen Friedrich Karl Kleine und Karl Rösener durch die Entwicklung und Anwendung ihres Medikamentes Suramin bzw. Germanin damals in Deutsch-Ostafrika erfolgreich die tödliche Schlafkrankheit, an der schon seit Ewigkeiten viele Afrikaner zugrunde gingen, zum ersten Mal in der Geschichte heilen und damit direkt 1.5 bis 2 Millionen Menschen das Leben retten können! Indirekt wurden natürlich noch viel mehr Menschenleben gerettet, da diese tödliche Krankheit dadurch ausgerottet wurde. Hätte Deutschland dort niemals ein Schutzgebiet besessen, würden wohl noch heute Millionen Menschen an dieser Krankheit leiden und sterben.

3. … es Deutschland war, das den Sklavenhandel in Ostafrika (Sansibar usw.) endgültig zum Erliegen brachte. Dieser bestand darin, dass arabische Sklavenhändler von lokalen Sklavenhaltern afrikanische Sklaven für den Eigenbedarf kauften. Weder Großbritannien noch irgendeine andere westliche Kolonialmacht hat diesen Sklavenhändlern jemals das Handwerk gelegt, bevor Deutsch-Ostafrika 1885 als deutsches Schutzgebiet erworben wurde. 1888 erhob sich der arabische Sklavenhändler Hassan Buschiri gegen die deutsche Schutzmacht, wurde aber von Hermann von Wissmann bald schon militärisch besiegt. Die Deutschen konnten zum Leidwesen der arabischen Händler, die nun keinen Profit mit menschlicher Ware mehr machen konnten, ihr Verbot des menschenverachtenden Sklavenhandels durchsetzen. Heutige Geschichtsfälschungen haben aus der Sklavenhändlerrevolte einen „Aufstand der ostafrikanischen Küstenbevölkerung“ gemacht, um die Schwarzen und Araber zusammen als angeblich von den Deutschen „Unterdrückte“ darzustellen. In Wahrheit aber waren die Deutschen die Befreier der Schwarzen vom arabischen Sklavenhalterjoch!

Ich könnte die positiven Beispiele weiter fortsetzen. Die Liste ist schier endlos. Doch ich belasse es erst einmal dabei und verweise auf die Memoiren deutscher Kolonialisten aus dieser Zeit, die zu lesen ungemein erhellend ist sowohl für die wahre deutsche Mentalität als auch für die tatsächlichen geschichtlichen Tatsachen.


Ich habe es damals auf jeden Fall in der Schule durchgekommen. Aber dass man evtl weniger über die deutsche Kolonialherrschaft hört als zB über die Englische/Französische/Belgische/Portugiesische/Spanische, liegt womöglich daran, dass sie viel früher endete als die Herrschaft anderer Kolonialmächte und zum anderen hatte Deutschland auch wesentlich weniger Kolonien als vielen andere europäische Länder. Im heutigen Geschichtsunterricht sollte das aber nach wie vor Thema sein.