Vegetarische Ernährung, Freund Landwirt?
Hallo ihr da draußen,
meine Situation ist folgende:
In meiner Familie hat man schon immer ganz normal mit Fleisch, Wurst gekocht. Ich würde sagen soweit ganz normal, meine Mutter isst selber schon seit sie klein ist kein Fleisch, aber ab und zu Wurst. Gekocht wird aber trotzdem mit Fleisch.
Als ich dann vor ca. 5 Jahren zum studieren weggezogen bin, hab ich plötzlich selber kochen müssen und dann halt natürlich mit den Gerichten von daheim angefangen, also auch Fleischgerichte. So nach und nach war es mir aber zu aufwendig etwas mit Fleisch zu kochen und ich hab auch gemerkt, dass ich Fleisch/Wurst nicht unbedingt brauche. Irgendwann kommt man dann natürlich auch mit dem Thema vegetarisch/vegan in Kontakt und ich hab mir dann auch so meine Gedanken gemacht und irgendwann dann auch die Milch durch Hafermilch ersetzt, mal "Fleischersatz" gekauft, vegan gekocht usw.
Alles eigentlich kein Problem. Nur habe ich schon vor meiner Studienzeit meinen Freund kennengelernt, er ist Landwirt mit Milchkühen. Natürlich konnte er es überhaupt nicht verstehen, wie ich mich verändert habe und warum ich ihn nicht unterstütze...
Unsere Beziehung ist sonst super, nur ziehe ich bald wieder nach Hause und dann auch zu ihm. Da er die Landwirtschaft übernimmt, wird es auch in Zukunft ein Teil von meinem Leben sein. Es wird keine Milch mehr gekauft, man trinkt Rohmilch, ich werde vermutlich auch ab und zu mitmelken usw.
Das schwierige ist jetzt gar nicht so die Milch, die kann man ja auch abkochen, es geht eher um den Fleischkonsum. Bei meinem Freund wird sehr traditionell gekocht, eben mit viel Fleisch und es gibt auch jeden Abend Wurst zur Brotzeit.
Ich möchte in Zukunft aber nicht so Kochen wie seine Mutter. Ich möchte auch nicht, dass mein Freund jeden Tag fette, ungesunde Wurst isst. Ich hab da auch Angst um ihn, da dieser Konsum nicht gut sein kann.
Ich habe mit ihm auch schon geredet, und er ist noch nicht so begeistert, dass es bald nur noch 1-2 mal die Woche Fleisch oder Wurst geben soll.
Wie kann ich noch besser auf ihn eingehen und ihm mitteilen, dass so viel Fleisch nicht gut ist? Wie können wir eine Lösung finden?
Danke für eure Nachrichten!
7 Antworten
Du sprichst ein interessantes Thema an: Leben auf dem Land in modernen Zeiten.
Dabei gibt es noch einen weiteren, wichtigen Aspekt: welche Art von Landwirtschaft betreibt dein Freund? Wird das Tierwohl berücksichtigt?
Ich würde es für einen guten Kompromiss halten, wenn der Betrieb insgesamt ökologischer, als Ziel biologisch und ganz klar tiergerecht wäre.
Dann würde auch die finanzielle Zukunft besser aussehen und das Gewissen beruhigter.
Die persönliche Ernährung auf dem Land als Vegetarierin ist nicht so einfach. Da ist der Kompronumiss tatsächlich im geringeren und dafür qualitativ besseren Konsum zu sehen. Meiner Erfahrung nach wirkt das schon nach kurzer Zeit, denn das Essen schmeckt einfach besser.
Du kannst dir mit genügend Beharrlichkeit den Ruf einer Ökotante erarbeiten, der im Laufe der Zeit immer stärkeren Respekt mit sich bringt. Und auch Vorbildfunktion hat. Eure Liebe muss und wird das aushalten.
Der Fleischkonsum ist zwar nicht allgemeingültig, aber versuchen mit ihm in Kontakt zu treten und zu sprechen, damit anderes gegessen wird.
Es gibt klare Daten die zeigen, dass du Recht hast. Fakten sind immer die besten Argumente. Das wird er als intelligenter Mensch sicher auch verstehen.
"Die Aufnahme von tierischen Proteinen ist mit einem höheren Sterberisiko verbunden als die von pflanzlichen Proteinen. Das ergaben nun zwei Langzeitstudien."
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2016-07/studie-pflanzliche-eiweisse-gesuender-als-tierische/
"Wie zahlreiche Studien gezeigt haben, ist eine hohe Hämeisenzufuhr aus Fleisch und Fleischprodukten mit verschiedenen Krankheiten assoziiert, einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebserkrankungen."
https://www.diagnostisches-centrum.de/fach-infos/gemischtes-vermischtes/130-fachartikel/fachartikel-eisenstoffwechsel/1312-gesundheitsrisiko-haemeisen
Dein "Ernährungswissen" über Vegetarismus/Veganismus stimmt keineswegs.
Es ist sage und schreibe bisher kein einziger stichhaltiger Beweis erbracht worden, daß ordentliches Fleisch schadet. Es gibt nur Predigten, Behauptungen.
Die Menschheit ißt seit über 3 Millionen Jahren AUCH Fleisch, daher sind wir perfekt daran angepaßt.
Betreffs Milch gibts auch massenhaft Mythen. Die Wahrheit steht hier:
Google dir Bücher über "low carb". Da erfährst du, daß das eigentliche Ernährungsproblem die Überernährung mit Zucker und sonstigen konzentrierten Kohlenhydraten (Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln...) ist.
Tierprodukte sind ein prima Weg aus der Kohlenhydratfalle.
Näheres z.B. hier:
Hallo, wenn dein Freund wirklich will, was du von ihm erwartest bzw. verlangst, dann passt ihr nicht zusammen und werdet deshalb auch niemals ein friedliches und glückliches Leben führen können.
Er ist es gewohnt, zu essen was er mag und die Umstände,dass er Landwirt ist, werden immer dazu beitragen, auch weiterhin essen zu wollen wie bisher.Vielleicht wird er sich, dir zuliebe, eine zeitlang umstellen, aber das wird auf Dauer nicht anhalten, denn essen gehöt nun mal zum Leben und man sagt nicht umsonst, Liebe geht durch den Magen.
Du wirst aber nicht kochen wollen, was ihm schmeckt, ob es nun gesund ist, oder nicht, jeder ist für sich selbst verantwortlich und niemand hat das Recht einem anderen etwas aufzuzwingen, was er nicht mag.
Ein Kompromiss wäre, du kochst weiter mit Fleisch, isst es aber selber nicht.. Ich fürchte jedoch , das willst du nicht, deshalb sehe ich für euch beide keine gemeinsame Zukunft. Sorry, das ist nur meine Meinung und ich bin kein guter Esser.
Doch gerade, was die Gesundheit angeht, gibt es so vieles, was angeblich ungesund ist..Da dürfte man fast gar nichts mehr essen, was einem schmeckt. Wer dann noch am Leben Spaß hat, das sind mit Sicherheit die allerwenigsten.