Sollten Ämter wie im antiken Griechenland ausgelost werden, damit jeder die Chance hat ein (politisches) Amt auszuüben und Korruption vermieden wird?
Schon 624 v. Chr. wurde im antiken Athen die willkürliche Rechtsprechung eingeschränkt. In der entwickelten Demokratie wurden schließlich fast alle Ämter durch Losverfahren vergeben. Dadurch wurden bei der Postenvergabe alle gleich behandelt.
Im Rahmen der kleisthenischen Reformen wurden ab 487 v. Chr. die hohen Beamten (Archonten) per Losentscheid bestimmt, womit allerdings das Amt (das Archontat) an Ansehen und Gewicht verlor. Die Volksversammlung, der alle männlichen Athener Bürger angehörten, bestimmte durch Losverfahren für jede der Phylen (Stämme) fünfzig Abgesandte in den „Rat der Fünfhundert“.
Regiert wurde die Polis genau genommen nicht vom Rat der 500, sondern von der Prytanie. Diese bestand aus 50 Personen und wechselte alle 36 Tage ihre Besetzung. Die Prytanie wurde vom Prytanen geleitet, der jeden Tag aufs Neue durch Losentscheid unter den Mitgliedern der Prytanie ermittelt wurde.
4 Stimmen
2 Antworten
Sollten Ämter wie im antiken Griechenland ausgelost werden, damit jeder die Chance hat ein (politisches) Amt auszuüben und Korruption vermieden wird?
Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen!
Athen war ein Stadtstaat mit einem relativ kleinen Staatsgebiet, in dem einige Tausende von (männlichen) Bürgern das Recht hatten, sich an der Demokratie zu beteiligen. Damals war Demokratie noch etwas Neues, daher wurde mit verschiedenen Formen experimentiert. Um es kurz zu machen: die athenische Demokratie ist vollkommen gescheitert und hat den Stadtstaat an den Rand des Untergangs geführt.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein großer Flächenstaat mit mehr als 80 Mio. Einwohnern, in dem Demokratie auf verschiedenen Ebenen - Kommune, Land, Bund - ausgeübt wird. Die komplizierten Aufgaben und Probleme, die unser Staatswesen zu bewältigen hat, lassen es nicht zu, mit ständig ausgelosten, ständig wechselnden, unerfahrenen, oftmals mangelhaft gebildeten Personen zu arbeiten. Unser Staat würde in kürzester Zeit in chaotischen Zuständen enden. Das können wir uns nicht leisten!
Korruption lässt sich nie gänzlich vermeiden, weil Menschen emotionalen Regungen wie z. B. der Gier leicht zum Opfer fallen können. Auch Ausgeloste sind nicht frei davon!
Bleibt gesund!
Arnold
Und wie willst du jetzt jemanden dazu zwingen, dass er dafür seijen Job aufgeben muss, um ein paar Tage Politiker zu spielen?
Außerdem, wenn man sich so manche Leute anschaut (z. B. Bei RTL oder den Grünen), dann sind sehr viele Leute absolut nicht dafür geeignet, wichtige Verhandlungen zu führen. Und was wit brauchen ist Stabilität und Zuverlässigkeit und nicht irgendwelche Fanatiker, die irgendwelchen Idiotologien oder Modetrends folgen.
Und was die Korruption betrifft, dass funktioniert nur solange, bis bekannt ist, wer ins Amt kommt.
die sich nicht per Los wählen lassen wollten, aussen vor bleiben konnten
Also heißt dass, dass es ok ist, dass diejenigen, die es sich nicht leisten können, sich nicht aufstellen konnent, weil sie es sich nicht leisten können und sich nur diejenigen aufstellen, die es sich leisten können?
Gleichberechtigung ist nur dann möglich, wenn man alle Integrert und nicht von wichtigen Entscheidungen ausschließt.
Es sind dann alle gleichberechtigt, wenn für jeden die gleichen Rechte und auch Pflichten gelten und dass hat nichts damit zu tun, ob jetzt 10, 100, 1000 oder 100000 aktiv mitbestimmen. Vor allem, bedeutet es nicht automatisch, dass das Ergebnis besser wird, nur weil mehr Leute beteiligt sind.
Die Menschen im antiken Griechenland werden diese Bedenken wohl auch anfangs gehabt haben und sich dennoch für das Losverfahren entschieden haben.
Es braucht Zeit bis Menschen lernen die u. U. negativen Folgen ihrer Entscheidungen für die Allgemeinheit vorherzusehen. Das können sie nur, wenn sie Gelegenheit dazu bekommen.
Die Menschen im antiken Griechenland werden diese Bedenken wohl auch anfangs gehabt haben und sich dennoch für das Losverfahren entschieden haben.
Du solltest bedenken, wenn das System si gut war, warum gibt es dieses Systems dann nicht mehr? Könnte vielleicht daran liegen, dass Leute auf Posten gekommen sind, für welche diese gar nicht geeignet sind.
Es braucht Zeit bis Menschen lernen die u. U. negativen Folgen ihrer Entscheidungen für die Allgemeinheit vorherzusehen. Das können sie nur, wenn sie Gelegenheit dazu bekommen.
Also du glaubst, dass Leute, welche fanatisch sind, sich eingestehen, dass ihr weg katastrophenfall enden wird? Du würdest also mit einem Schiff mitfahren, von welchem du weißt, dass es sinken wird, nur weil du meinst, man muss erst einen Fehler machen, um daraus zu lernen?
Diese Denkweise funktioniert vielleicht bei Kindern, aber in der Politik sollte man vorher überdenken, welche Folgen eine Entscheidung hat und nicht erst danach. Und dazu ist die große Masse (wie man z. B. an den Ökos sieht) nicht fähig.
Ja ich wundere mich auch wieso es (noch) kein einziges basisdemokratisches Land in der Neuzeit gegeben hat. Womöglich hatten das bisher immer einflussreiche Interessengruppen verhindert, um ihre Vorteile zu wahren.
Schon mal überlegt, was passiert, wenn man auf
1.000.000 leute hört, die 0,000000 Ahnung von der Materie haben und nur nach populistischen Ansichten handeln,
Anstatt auf
Eine Person, welche wirklich Ahnung von der Materie hat.
Und wie stellst du es dir vor, wie es funktionieren soll, dass man zu jeder Kleinigkeit die gesamte Bevölkerung befragt?
Wie soll dann jemals eine mündige Gesellschaft entstehen und wer bestimmt darüber, ob dieses Ziel erwünscht ist!?
Schon mal was von Wahlen gehört?
ob dieses Ziel erwünscht ist!?
Dass einzige was zählt, ist, dass es uns gut geht. Und alles was dazu führt, ist erwünscht.
Du meinst also das zwei Kreuze zu setzen vollkommen ausreichend ist um gute Entscheidungen für das Allgemeinwohl zu erreichen!?
Allgemeinwohl zu erreichen
Wie man sieht, geht es der Allgemeinheit ziemlich gut.
Und wer sagt, dass du nur ein Kreuz machen darfst? Wen dass für dich alles ist, dann solltest du dich vielleicht mal etwas mehr mit Deutschland beschäftigen, denn jeder hat die Möglichkeit aktiv mitzuentscheiden!
Es sollte doch mittlerweile offensichtlich sein, das wir unterschiedlicher Ansicht und nicht bereit sind den Positionen des anderen entgegen zu kommen.
Ich denke mal das selbst im antiken Griechenland jene, die sich nicht per Los wählen lassen wollten, aussen vor bleiben konnten.
Gleichberechtigung ist nur dann möglich, wenn man alle Integrert und nicht von wichtigen Entscheidungen ausschließt.