Sind Fälle bekannt, bei denen sich Ehepaare im Dritten Reich haben scheiden lassen, weil der eine zum Nazi-Anhänger wurde, der Andere zum Gegner der Nazis?

5 Antworten

Der Filmregisseur Fritz Lang war ein Gegner der Nazis, seine Ehefrau, die Drehbuchautorin Thea von Harbou, dagegen eine fanatische Anhängerin und später auch Parteimitglied. Die Ehe wurde 1933 geschieden, und Lang emigrierte kurz darauf in die USA.

Allerdings ist es wohl nicht ganz eindeutig, ob für die Scheidung allein politische Gründe verantwortlich waren.

Wäre für den einen Part sicherlich nicht gut ausgegangen, also für denjenigen, der sich als aktiver Gegner des NS-Staates geoutet hätte.

Woher ich das weiß:Recherche

BaseballHugo678  24.06.2024, 11:14

1935 wäre das noch gegangen, 1942 war es natürlich anders.

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Es sind Fälle bekannt in den sich Arier von Juden haben scheiden lassen, wseil dies vorteilhaft erschein.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden Juden und deren „deutschblütige“ Partner, mit denen sie in Mischehe lebten, als Person herabgewürdigt.

Ursprünglich wurden Ehen zwischen Katholiken und Protestanten als Mischehen bezeichnet.

Die Nationalsozialisten definierten den Begriff im rassistischen Sinn um und bekämpften die Ehen zwischen "Ariern" und "Juden" erbittert. Die rassistischen Nürnberger Gesetze verboten 1935 die "Mischehe". Bereits bestehende Ehen wurden nicht zwangsweise aufgelöst, standen aber unter starkem staatlichem Druck.

Infolgedessen ließen sich z.B. Heinz und Maria Rühmann im November 1938 scheiden. Die Scheidung selbst brachte Heinz Rühmann viele Vorteile.

Die Nationalsozialisten unterschieden zwischen einer einfachen "Mischehe" die aus einem jüdischen und einem nichtjüdischen Partner bestand, deren Kinder der Synagogengemeinde angehörten. Eine privilegierte "Mischehe" war eine Ehe eines "arischen" Mannes mit einer jüdischen Frau auch ohne Kinder oder eine Ehe, in der die Kinder einer christlichen Kirche angehörten.

Solange die Ehe bestehen blieb, waren die Partner einer "privilegierten Mischehe" geschützt. War die Ehe jedoch geschieden oder der deutsche Partner verstorben, waren die jüdischen Partner der Verfolgung direkt preisgegeben.

Es gab Planungen, die jüdischen Ehepartner einer "Mischehe" zu ermorden, dies wurde jedoch mit Rücksicht auf die deutsche Verwandtschaft verschoben. Im Herbst 1944 wurden die jüdischen Ehepartner in Arbeitslager deportiert. Noch im Frühjahr 1945 brachte man sie nach Theresienstadt.

Dass vor der "Machtübernahme" Hitlers die politische Gesinnung bei Eheschließungen eine Rolle gespielt haben mag, dürfte der Fall sein. Scheidungen eher weniger. Ehefrauen, vor allem Mütter, waren früher in der Regel nicht berufstätig. Außerdem galt das Schuldprinzip. Eine Nazi-Gegnerin konnte sich kaum von ihrem Nazi-Mann trennen. Umgekehrt hätte eine Hitleranhängerin als Ehefrau eines Nazi-Gegners gute Möglichkeiten gehabt, in die Strukturen des Widerstandes Einblick zu gewinnen, wenn sie sich verstellt hätte.

Sind Fälle bekannt, bei denen sich Ehepaare im Dritten Reich haben scheiden lassen, weil der eine zum Nazi-Anhänger wurde, der Andere zum Gegner der Nazis?

Umgekehrt passierte es, das die Nazis Scheidungen verlangten wenn z.B. einer davon Jude gewesen ist. Etliche machten das, andere, die sich das erlauben konnten, behielten ihren Partner und hielten ihnen die Treue.

Solche Gründe müssen selten passiert sein, einmal wegen der Aussage warum und dann hatten sie andere Sorgen, denn die Männer sind an der Front gewesen, egal wie sie über dieses System dachten.

Woher ich das weiß:Hobby