Mit welchen anderen Sprachen ist gälisch verwandt?
Das klingt so fremd, das ich es mit nichts anderem vergleichen kann:
5 Antworten
Die drei gälischen Sprachen sind irisches Gälisch (wie im Song), schottisches Gälisch und Manx (Isle of Man). Sie gehören zu den keltischen Sprachen, ebenso wie Walisisch, Bretonisch und Kornisch, die zwar nicht Gälisch sind, dennoch verwandt.
Früher gehörten die festlandkeltischen Sprachen auch dazu, Gallisch, Keltiberisch, Lepontisch, Galatisch und einige andere. Auch in Süddeutschland und in der Schweiz/in Österreich sprach man mal keltisch (als es diese Staatsgebilde noch nicht gab).
Mit der Ausbreitung von Latein und von anderen Sprachen (u.a. germanische Sprachen) verschwanden die festlandkeltischen Sprachen. Nur die oben erwähnten 6 inselkeltischen Sprachen überlebten noch, sicher auch begünstigt durch die weit von Rom abgelegene Lage im Norden.
(Galizisch ist übrigens eine vom Latein abgeleitete Sprache.)
Die meisten Sprecher aller keltischen Sprachen hat heute die walisische Sprache (Cymraeg), die in Teilen von Wales noch die übliche Umgangssprache ist (Englisch können die Waliser zusätzlich). Irisches Gälisch wird kaum noch als Umgangssprache benutzt (außer in der Gaeltacht, Gebieten in Westirland).
Oró, sé do bheatha 'bhaile,
Oró, sé do bheatha 'bhaile,
Oró, sé do bheatha 'bhaile,
Anois ar theacht an tsamhraidh.
Im Gälischen gibt es palatale und nicht-palatale Konsonanten, sie werden unterschieden durch Vokale, die geschrieben, aber oft nicht gesprochen werden.
"sé" wird mit sch- gesprochen (palatal) ("Sean") "sa" würde s- gesprochen ("Saoirse"). "bhea" ist vja- (palatal) und "bha" ist wa- (w- englisches w) "-ile" mit palatalem l, also -lje. (vjaha walje)
"Anois" (jetzt) ist anisch (das o sorgt nur dafür, dass das n nicht palatal gesprochen wird) "tsamhraidh" (Sommer) ist in etwa tsauridh, das "mh" (auch in "Samhain") ist eher u/v, daher wird Samhain eher Savin gesprochen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Or%C3%B3_S%C3%A9_do_Bheatha_%E2%80%99Bhaile
Das ist schon ziemlich schwierig, da man erst mal nicht weiß, welche Vokale "echt" sind, und welche nur Beiwerk zu den Konsonanten sind.
Genau, das ist beim Gälischen schwieriger als bei den meisten anderen Sprachen.
Q-Celtic-Sprachen: Irish Gaelic, Scottish Gaelic
P-Celtic-Sprachen: Cymru (Wales), Kernewek (Cornwall), Bretonisch, Galizisch
Und oro se do bheatha bhaile gibts auch in schönerem Kontext, für den dieses Lied gedacht war:
Da hast du recht. Es ist mir ein Rätsel, wie man Galicisch als keltische Sprache klassifizieren kann.
OK, ich gebs zu, ich habe von der Musik auf die Sprache geschlossen. Wie der Name schon sagt, ist das keltisches Siedlungsgebiet mit keltischer Musik (die man heute noch auf keltischen Festivals hören kann). Dass es nun im Gegensatz zu allen anderen Gegenden die Sprache nicht auch dorthin geschafft hat, wundert mich zwar, aber schließlich ist das auch in anderen altkeltischen Gebieten so passiert (sogar und vor allem in der Schweiz).
Ach, was soll's! Dieser Irrtum bringt die Welt nicht außer Fassung und immerhin hast du auch heute wieder was dazugelernt. Geht mir auch immer wieder so. Aus Irrtümern lernen wir das meiste.
Ja, Kelten haben sich um den kompletten Atlantik ausgebreitet.
Galicisch ist keine(!) keltische Sprache und außerdem schreibt man es in aller Regel mit "c".
Irisch und Schottisches Gälisch sind sehr eng miteinander verwandt („goidelische Sprachen“); etwas weiter entfernt stehen dann die anderen keltischen Sprachen, nämlich der brythonische (Walisisch und Bretoonisch) und der längst ausgestorbene gallische Zweig.
Ja, und gibt es noch verwandte Sprachen, die nicht direkt aus dem gleichem Kulturkreis stammen - und heute noch Landessprache sind?
Die von mir genannten sind alle keltischen Sprachen, die heute noch einigermaßen am Leben sind (und sowohl Schottisch als auch Bretonisch haben zweifelhafte Zukunft). In der Antike waren auch Süddeutschland, Österreich, Norditalien und gute Teile Frankreichs und Spanins keltischsprachig, aber alle keltischen Sprachen außerhalb der britischen Inseln sind bereits in der Antike ausgestorben. Kelten gab es vermutlich auch im östlichen Mittelmeerraum (man kann heute noch den Galata-Turm in İstanbul besteigen), aber viel weiß man von denen nicht.
den offensivsten Alltagsgebrauch findet man in Wales. In Irland ist Gaeilge zwar Amtssprache und wird an der Schule gelehrt, aber viele Schüler hassen das nur.
Ja, da hast Du Recht — bizarrerweise steht Irisch schlechter da als Walisisch, weil die Gebildeten praktisch alle Englisch bevorzugen und Irisch damit zu einer reinen Landeiersprache verkommt bzw. so eine Entwicklung absehbar ist.
Andererseits sind solche Entwicklungen nicht notwendigerweise endgültig, das Bretonische hat sich in den letzten 20 Jahren wirklich ein bißchen erholt, nachdem es davor ein gutes Menschenleben lang vom französischen Sprachchauvinismus gezielt in die Ausrottung getrieben worden war. Ob das nachhaltig ist, weiß ich nicht, aber man kann zumindest hoffen.
Beim Schottischen weiß ich nicht, wie es wirklich steht, aber die Sprecherzahlen sind schon recht bescheiden.
Dann könnte man aber auch Klingonisch aufführen — Cornish, Manx und wie sie alle heißen sind de facto mausetot. Den keltischen Sprachen ist es in den letzten paar Jahrhunderten nicht gut ergangen, und bei Bretonisch ist es nach einem Jahrhundert französischer Dominanz auch zweifelhaft, ob es noch die Kurve kratzt.
Wikipedia hilft:
https://de.wikipedia.org/wiki/Keltische_Sprachen
Schon fremd, aber ich mag den Sprachklang. Es gibt ein paar Gruppen, die moderne Lieder und Klassiker ins gälische Übersetzungen und singen.
Einfach mal bei YouTube "as gaeilge" (auf gälisch) eingeben, da kommt vieles.
https://de.wikipedia.org/wiki/Keltische_Sprachen
Auch wenns fremd klingt: gehört zur idoeuropäischen Sprachfamilie.
Es ist wirklich sehr schwierig, nur aufgrund des geschriebenen Textes "mitsingen" zu können, weil es so anders ausgesprochen wird, als geschrieben!