Arbeiten als vertriebsorientierter Bankkaufmann nach Studium?
Hallo,
ich habe gerade mein BWL Studium abgeschlossen und bin durch Zufall in Kontakt mit Leuten gekommen, die für eine Bank arbeiten und mir erzählt haben, dass sie da sehr gut verdienen. Zurzeit sind sie auch auf der Suche nach einem weiteren Kollegen mit der Stellenbezeichnung vertriebsorientierter Bankkaufmann, wo man dann für die Bank Verträge abschließen würde und auf Provisionsbasis arbeitet. Man wäre dann selbstständig und könnte auch ohne Ausbildung zum Bankkaufmann als Quereinsteiger einsteigen, wenn man ein abgeschlossenes Studium hat, was ich ja habe. Ich war auch schon dort, um mit denen zu reden und soll jetzt einen Eignungstest machen. Einer hat dort erzählt, er würde da jährlich weit über 100.000€ verdienen und ich wollte euch fragen, ob das realistisch ist. Wie hoch fallen denn die Provisionen aus? Und ist das so, dass man da Leuten Verträge andreht, die sie gar nicht brauchen/haben wollen? Ich will nämlich keine moralischen Bedenken bei meiner Arbeit haben.
Ist das bei einer Bank oder in einem Finanzierungsbüro?
Bei Immobilienmakler im Finanzierungsbüro, aber alles von der Bank, nicht privat
6 Antworten
BWL-Studium ist doch viel höherwertiger als Bankkaufmann.
Das ist einfach Vertrieb.
Muss man sich angucken, ob du dir alle Kunden selbst suchen sollst oder ob du halt die Kunden bekommst, die reinkommen.
Das wird ein facking Strukturvertrieb sein.
Da kann jeder mitmachen.
_Ich würde mit einem BWL-Studium bei BMW oder so nachfragen.
Das Problem ist aber oft, dass der Neue noch keinen Draht zur Stammkundschaft hat oder die schon abgefrühstückt ist, dass weisst Du halt nicht. Und dann nimmt man eine Kundenliste und fängt an zu akquirieren ... das ist kaum besser als Kaltaquise. Wie le Petit gateau gesagt hat: Vertrieb ist im Moment eher schwierig weil die Leute oft weniger verdienen als sonst oder ganz andere Probleme haben als Geld anzulegen und es lieber liquide halten. Ist leider so.
WAs willst Du mit einem BWL Studium im Produktvertrieb der Bank?
Jeder gelernter Bankkaufmann kennt sich besser aus als Du, weil Du von Finanzprodukten gar keine Ahnung hast. Daher lass das sein und suche Dir lieber was ebenwürdiges in Deiner Bildung.
Oder würdest Du auch so begeistert sein, wenn Dir ein Staubsaugervertreter beichten würde, daß er über 100.000€ im Jahr verdient? Wozu hast Du dann all die Jahre studiert?
Wie gesagt, wenn alles gut geht kann man in der Tat gut verdienen, aber in der Regel stößt so jemand wie Du gleich an seine Grenzen, weil Du ein Quereinsteiger bist und Dich auf die Stufe eine Bäckers stellt dem das gleiche Prophezeit wurde.
Hast Du das wirklich nötig?
Oder was machst Du wenn ich Dir sage es wird ein Vorstand gesucht mit einem Gehalt über 1 Mio € im Jahr. Klingt geil , oder? Bewirbst Du Dich dann?
Hi! Von 100 vertriebsorientierten Bankkaufleuten verdienen vielleicht 10 wenn es hochkommt in dieser Einkommensgruppe. Das gibt der Tarifvertrag alleine fast gar nicht her, sind also entweder grosse Häuser und Einzelvereinbarungen und ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Quereinsteiger selbst mit Studium da hin kommt.
Und wenn Du schon von Provisionen sprichst: rechne mal aus wieviel Umsatz Du machen musst um bei ein paar % Provision in diese Gehaltsklasse zu kommen.
Ich halte das für sehr sehr unwahrscheinlich, dass das Dein Gehalt sein wird. Und Du musst folgendes wissen: Banken bzw. Mitarbeiter dürfen nicht verkaufen was sie wollen, sondern müssen sich an die sogenannte Hausmeinung halten. Nur die Toppleute mit viel Erfahrung kommen dazu, jedwedes Wertpapier verkaufen zu können. Und Du musst erst ne Menge an Schulungen machen um die IDD (grob gesagt eine gesetzliche Bestimmung hinsichtlich Beraterqualität) zu erfüllen.
Ich will Dir nicht abraten und auch nicht sagen, dass es absolut unmöglich ist, aber wie gesagt, ich halte es für wenig wahrscheinlich, sofern wir von einem "normalen Wertpapierberater in einer normalen Bank" sprechen. Also genau hinschauen, was angeboten wird.
Gruss
"Und ist das so, dass man da Leuten Verträge andreht, die sie gar nicht brauchen/haben wollen"
Definitiv....das ist eigentlich immer im Vertrieb so.
100.000 sind da sehr optimistisch geschätzt - auch mit gut laufenden Provisionen. Dazu kommt, dass Vertrieb aktuell aufgrund der Corona Lage auch nicht besonders gut läuft, denn die wenigsten Leute haben Bock sich jetzt mit Wertpapieranlagen, Krediten, Versicherungen o.ä. zu beschäftigen
Kennst du dich mit den Provisionen aus? Würdest du empfehlen, lieber was anderes zu machen? Habe noch ein anderes Eisen im Feuer. Das mit vertr. Bankkaufmann sehe ich aber gerade als "Geschenk" an, weil es mit den 100k+ (brutto) so gut anhört.
Also Bänker "verkaufen" gerne Bausparverträge an Omis - eine der leichtesten Tätigkeiten dieser Vertriebler... :-((
Ausserdem können sie nur ihre Bankprodukte an den Mann/die Frau vermitteln; da bist du in einem Versich.maklerbüro allemal besser aufgehoben, da hier viele, viele Gesellschaften zur Verfügung stehen und du dir weniger Sorgen machen mußt wegen deiner moralischen Bedenken ;-)
Gruß einer Versich.maklerin
Die sagen, es gibt genug Stammkundschaft und es ist keine Kaltakquise nötig.