Alles was ich denken kann, existiert?
Auch wenn dies für manche Menschen schwer begreifbar ist, aber:
Alles was ich denken kann, existiert.
Weil ich es ansonsten gar nicht denken könnte.
Woher sollte ich wissen, dass etwas möglich ist, wenn es nicht existieren würde?
Auch wenn ich es nicht beweisen kann, existiert es allerdings spätestens in dem Moment, in dem ich es gedacht habe.
Glaubt Ihr nicht?
20 Antworten
Deine Frage ist sinnlos, wenn Du nicht Deinen Begriff der "Existenz" definierst.
Wenn Du den allgemeinen Begriff meinst, wonach "existieren" sich auf real bestehende Dinge im physikalischen Universum bezieht, ist Deine Aussage falsch. Die Vorstellungskraft ist ein Teil des kognitiven Prozesses des menschlichen Bewußtseins, das eine emergenten Eigenschaft des komplexen neuronalen Hirnnetzwerkes ist. Es gibt weder eine Hypothese noch beobachtbare Ereignisse, die eine Rückwirkung der Vorstellung auf das physikalische Universum darstellbar machen. Wenn es keinerlei Indiz für eine Vereinbarkeit mit dem naturwissenschaftlichen Welterklärungsmodell gibt, bleibt Dir nur Glaube & Esoterik um Deine Meinung zu hinterlegen.
Dazu passt Deine Schlussfrage ("Glaubt Ihr nicht? "), die ich dann nur mit "nein" beantworten kann .
Ganz klar und eineindeutig: NEIN.
Alles, was wir denken, müssen wir überprüfen, ob es richtig oder falsch ist, wahr oder unrichtig, dies tun wir aufgrund unserer Erfahrung und anhand der Informationen, die wir aus der Außenwelt bekommen, damit ist die Welt gemeint, die unabhängig von unserem Bewusstsein existiert. Schnell wird uns bewusst werden, dass wir zwischen unseren Hirngespinsten und der Realität zu unterscheiden haben, wenn wir für voll genommen werden wollen.
Es existiert dann in deiner Vorstellung, ja, aber deshalb noch lange nicht real. Ich könnte mir auch denken, dass jetzt ein Caramel Frappucino mit Vanilla Cold Foam von Starbucks vor mir steht und es wäre nicht so.
Nein, glaube ich nicht. Denn dann würden auch Harry Potter, Spiderman und Godzilla existieren. Es sei denn, du meinst, dass es dann als Vorstellung in deinem Kopf "existiert".
Glaube ich nicht. Warum? Weil des Menschen Abstrakionsvermögen immer eine "Datenreduktion" ist. Um was auch immer komplett zu beschreiben, müsste man alles darlegen, Anzahl Atome, jede (sei es nur thermische) Änderung usw. Das ist unmöglich. Also reduziert man soweit, dass Andere das anhand dieser (immens!) reduzierten Datenmenge trotzdem erkennen können wegen ihres ähnlich eingeschränkten Wahrnehmungsvermögen.
Ein Spiegel ist ein Beipiel, da sehe ich mich, aber weder mit exakt allen optischen Details, noch mit den vielfältigen nicht-optischen Details (Geruch, ...).
Somit muss sich mein und aller anderen Denken auf relativ wenige Details beschränken. und man ist "zufrieden", wenn man damit durch die Welt geht.
Man nimmt also nie die Dinge selbst wahr, sondern nur ein paar Eigenschaften der Dinge. Könnte man z. B. auch simulieren. Filme sind ein nachvollziehbares Beispiel.
Kurz: Was wir wahrnehmen muss so eben nicht zwangsläufig existieren, Abstraktion beinhaltet eine große "Gefahr": Man kann Sachverhalte, Dinge "konstruieren", die es real nicht gibt, jedenfalls nicht so.
Mathematik z. B. basiert auf Abstraktion, "Eigenschaften extrahieren": Zwei Äpfel minus drei Äpfel ergibt minus ein Apfel. Real unmöglich ohne Zusatzvereinbarungen.
Mathematisch geht auch nicht zwei Delicious minus drei CoxOrange, mit unterschiedlichen Eigenschaften derselben(!) Dinge kann man nicht rechnen, jedenfalls nicht ohne die Zusatzvereinbarung, dass Beide eben Äpfel sind...
Wieso also sollte existieren was ich denke?