Warum ist Deutschland im Kampf für erneuerbare Energien immer noch nicht weiter?

7 Antworten

Ich lese immer wieder, der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland liege bei knapp 60%, und die übrigen 40% seien aus konventionellen Energiequellen. Deine Grafik würde also diesen Aussagen widersprechen. Aber es ist ja auch eine Frage, was überhaupt alles als "erneuerbar" gezählt wird.

Wenn meine Zahlen stimmen, wäre DE einsamer Spitzenreiter im Vergleich mit anderen Ländern. Aber gleichzeitig hat dieser vermeintliche Fortschritt ein zu beachtendes Preisschild. Kaum anderswo in der Welt ist elektrische Energie so teuer wie in Deutschland. Die Folge der hohen Energiepreise sind Abwanderung von Unternehmen ins Ausland oder Insolvenzen energieintensiver Industrien und fianzielle Mehrbelastung der ohnehin bereits stark geschröpften Bevölkerung. Das alles zeigt die Statistik nicht. Die Alternativenergien sind hochgradig subventioniert; es wird jenseits einer natürlichen Nachfrage ein Subventionssystem aufrechterhalten, das die Energiekonzerne vom Staat abhängig macht, während die Verbraucher die Zeche über höhere Preise und höhere Steuern bezahlen dürfen. Ebenfalls blenden die hohen Alternativenergieanteile aus, dass diese Energieformen keine jederzeit abrufbare Bandenergie darstellen, sondern entweder nur an gewissen Orten zu gewissen Zeiten in ausreichender Menge vorhanden sind, oder es der Speicherung der Energie z.B. in Lageenergie (etwa in Pumpspeicherkraftwerken) bedarf, was mit Energieverlusten und beachtlichen Zusatzkosten verbunden ist.


dompfeifer  27.03.2025, 12:09

Der regenerative Energie-Anteil von 60% wird allgemein nur isoliert für die Elektroenergie ausgewiesen.

Die obige Grafik dagegen bezieht sich dagegen auf die genutzte Primärenergie, und die enthält u.a. Bereiche wie Industrie, Verkehr und Heizungen, mithin v.a. Bereiche mit sehr geringem Anteil regenerativer Energien. Da ist die Ausweisung von 20% realistisch.

WAYKOW  27.03.2025, 00:45

Du verwechselst Strom und Energie bei Strom aus erneuerbaren sind wir gut bei Energie allgemein schlecht.

Schaut man sich die Länder an die Vorne liegen sieht man deutlich woran es liegt.

  • Island: Geothermie und Wasserkraft im Überfluss
  • Norwegen Wasserkraft und Windkraft
  • Dänemark in der Ölkriese der 50er Jahre ging Dänemarkt über die meisten Wohnräume mit Fernwärme auszustallten die große Küstenlinie ist ideal für Offshore Windkraft und dazu die Kuhscheiße (Biogas)
  • ...

Deutschland hat weniger Möglichkeiten regenerative Energie zu nutzen.

Das Festhalten am Verbrenner und die viele Industrie sorgen für Kohleverbrauch (Stahl und Chemieindustrie) Öl vorwiegend Ölheizungen und Gas 50% aller Haushalte haben Gasheizung... Habeck versuchte sich ja am Heizungsgesetz und die Bevölkerung schrie auf ...

Es ist gar nicht die Politik die hier versagte (die auch) aber vor allem die Bevölkerung die sich weigert.

Und die einzige nachhaltige Verbesserung die die Ampel hier erreicht hat ist durch Abwanderung der energieverbrauchenden Energie.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Ich senke seit 1978 meinen Co2 Fußabdruck: Klima Positiv

Deine Grafik zeigt ja nicht nur die Stromerzeugung, wo die erneuerbaren Energien schon einen größeren Anteil haben, sondern den gesamten Primärenergieverbrauch. Da sind Gebäudeheizungen, Prozesswärme der Industrie und vieles andere mit drin.

Und das sind Systeme, die man nicht von heute auf morgen mal schnell alle umswitchen kann. Das ist eine Transformation, die viele Jahre dauert.

Man tauscht nicht mal eben eine bestehende Heizungsanlage aus, solange die noch gut funktioniert. Die Umstellung auf erneuerbare Energien macht man bei so etwas erst dann, wenn sowieso eine neue Investition notwendig ist, also wenn die alte Anlage so kaputt ist, dass eine Reparatur sich nicht lohnt.

In dieser Grafik blicken wir auf den Primärenergiekonsum, d.h. alles, was irgendwie Energie verbraucht. Dazu gehört Strom, aber eben bspw. auch Verkehr, Heizen, ich kenne auch Haushalte, die bspw. mit Gas kochen, ...

Und genau hier treten die Versäumnisse der letzten 20 Jahre zutage. Man hat erstens viel über die Stromerzeugung geredet (aber vor 2021 auch nicht viel getan), sich aber im Endeffekt sehr stark in die Abhängigkeit russischer Gasimporte begeben. An große Klimaantriebe wie den Verkehrs- oder Gebäudesektor, wo die Energie ja auch irgendwo herkommen muss, hat scheinbar in den konservativ geführten Regierungen niemand gedacht. Das kam jetzt in dreieinhalb Jahren grüner Regierungsbeteiligung (leider) Schlag auf Schlag mit einem extremen Anstieg beim Ausbau der Erneuerbaren und so Sachen wie dem Heizungsgesetz, das den Konservativen und Neoklassikern sichtlich (sonst wäre es nicht so ein Streitthema gewesen) auf den Magen geschlagen hat.

Weil Deutschland sich dabei auf völlig unnötige Weise selbst ausbremst, geht es auch nicht wie es sollte voran!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Meine Meinung, Ansicht, Rat, Tipp u. Hinweis zu diesem Thema