Sinn machen oder Sinn stiften?
Der Ausdruck "Sinn machen" ist umgangssprachlich und dem Englischen entlehnt - wie vieles Andere ebenfalls.
So gibt es u.a. auch das "Wäsche machen" oder "Frühstück machen".
Beim Sinn sei es jedoch falsch, da der Sinn etwas Abstraktes ist und sich "machen" auf eine reale Sache beziehen soll.
Nun gibt es jedoch auch den Ausdruck "sinnstiftend" oder auch "Sinn stiftend". So kann man bspw. einen sinnvollen Beitrag stiften.
Stiften stammt lt. Duden wohl aus dem Althochdeutschen, welches u.a. dem Mittelhochdeutsch und dem Frühneuhochdeutsch voraus geht.
Laut dem Frühneuhochdeutschem Wörterbuch der Akademie der Wissenschaften Göttingen ist "stiften" bedeutungsverwandt mit "machen".
Warum also sollte die Veränderung der Sprache aus "Sinn stiften" zu "Sinn machen" inkorrekt sein?
Da sich diese (Bedeutungs-)Wandlung schon seit langem im Sprachgebrauch durchsetzt, sollte es nicht als korrekt akzeptiert werden?
etwas stiften = etwas geben, spenden, bereitstellen, bewirken (auch abstrakt, z. B. der Unruhestifter)
bewirken, herbeiführen, schaffen, ...
Habe ich auch im Duden etc. gelesen. Was ist deine (Nach-)Frage?
6 Antworten
Ich sage Sinn ergeben.
Sinn machen ist falsch, es Wird wahrscheinlich oft nur gesagt, weil es "alle" so sagen und es nicht hinterfragt wird.
Den Begriff Sprachwandel sollte man sich merken. Oder um es mit den Worten Goethes zu sagen: er ist merkwürdig.
Das ist umgangssprachlich längst akzeptiert. Die Sprache gehört den Sprechern, nicht den Sprachkritikern.
Dennoch ist ja gerade fraglich, wann die Akzeptanz im allg. Sprachgebrauch zur "offiziellen" Anerkennung und Richtigkeit der Formulierung führt bzw. führen sollte.
Ich würde sagen deine Aussage macht keinen Sinn.
Aber wenn du willst, kannst du ja Sinn stiften ✏️
Kein Unsinn. Ich fand nur, dass es konsequent wäre, wenn du als Verfechter der Unveränderbarkeit einer Sprache, dies überall umsetzt.
Gymnastik f. ‘Körperschulung durch rhythmische Bewegung’, Mitte des 18. Jhs. aus griech. gymnastikḗ (téchnē) (γυμναστικὴ τέχνη) ‘Kunst der Leibesübungen’ (lat. gymnastica ars) entlehnt, eigentlich ‘Kunst des Gymnasten’, d. h. des ‘Lehrers für das Nacktturnen’, griech. gymnastḗs (γυμναστής), wovon das Adjektiv gymnastikós (γυμναστικός) ‘die Leibesübungen betreffend’ abgeleitet ist (weitere Zusammenhänge s. Gymnasium).
Ja früher wurde nackt geturnt.
Ist keine Neuigkeit
Auch der Begriff Gymnasium aus dem Griechischen ist nix neues in diesem Zusammenhang
Und ja ich mache auch nackt Sport
Aber das hat mit der Frage NULL zu tun.
Ich fand nur, dass es konsequent wäre, wenn du als Verfechter der dies überall umsetzt.
Die Sprache war noch nie unveränderlich
Unveränderbarkeit einer Sprache gibt's nur in deiner Phantasie
Offensichtlich macht es dir Spaß Verwirrung zu ✏️ StiftenWenn du möchtest darfst du auch Sinn ✏️ stiften.
Mehr Sinn machen würde es, die Sprache so zu akzeptieren wie sie ist und gelebt wird, anstatt dich über Einzelheiten der Sprache aufzuregen.
Vielleicht solltest du auch einfach anderes Hobby suchen.
Ein Hobby das mehr Sinn macht vielleicht
Es schallt lediglich so aus dem Wald heraus, wie von dir hineingerufen wurde.
Auf meine zur Diskussion gestellte These, ob die vom Englischen beeinflusste Formulierung anerkannt werden sollte, kam von dir nur die Aussage, dies wäre sinnlos, mit der krude formulierten Aufforderung, meine Aussage zu erläutern, was bereits eingängig erfolgte.
Den Schuh, nur Verwirrung stiften zu wollen, darfst du dir getrost selbst anziehen. Dir scheint er offensichtlich zu passen.
Tut mir leid, aber ich verstehe immer noch nicht was du mir deinem "Sinn stiften" willst.
Wir leben schon lange nicht mehr in 19. Harmoniert.
SINN MACHEN ist doch ganz einfach.
Entweder etwas macht Sinn, dann ist es logisch bzw ist begründbar
Oder etwas macht keinen Sinn, dann ist es eher erfunden oder basiert nicht auf Tatsachen
Es hat auch nichts mit Griechischem oder Gymnasium zu tun.
Es stiften keinen Sinn darüber zu diskutieren- würdest höchstens DU sagen oder vielleicht 100j
Jeder normale Mensch sagt, es macht keinen Sinn darüber zu diskutieren.
Ich hoffe du verstehst das irgendwann mal, und legt dein ✏️ Stiften ab
"Sinn stiften" klingt antiquiert, und dies sagt wohl auch fast niemand mehr. Vielmehr spricht man heutzutage vom " Sinn machen" etc. Die deutsche Sprache ist im steten Wandel und wird immer mehr von Anglizismen beeinflusst. Englisch wird immer dominanter, und die deutsche Sprache zerfällt immer weiter, weil sie auch nicht gepflegt wird, wie es z.B. in Frankreich durch die Académie Française der Fall ist.
Sprache ist Sprache und verändert sich, denn das, was verstanden wird, bestimmt, was verwendet wird.
Und "Sinn machen" wird verstanden.
Auch wenn es mir immer gruselt, wenn ich es höre oder gar schreibe (uuaahh!). Etwas "ergibt Sinn" oder ist sinnvoll. Dagegen ist eine Diskussion, warum ein besseres Wort aus der Wortfamilien nicht bedeutet, dass das unsinnigere Wort vorgezogen werden sollte. Also lieber "stiften" als "machen".
Und mein Frühstück wird "bereitet" oder "angerichtet", nicht gemacht. Und Wäsche wird in der Regel "gewaschen".
Sprache lebt von der Vielfalt und nicht davon, alles in SPO-Sätze mit dem Vokabelschatz eines Dreijährigen zu formulieren. Sprache ist bunt und dann macht sie m. E. am meisten Spaß.
Aber sage ruhig "Sinn machen" (urgh!), Sprache ist halt Veränderung.
Dem Vokabelschatz eines Dreijährigen widerspricht die Tatsache, dass der durchschnittliche Wortschatz in den letzten einhundert Jahren um rund 1/3 gewachsen ist.
Klingt erst einmal unglaublich, da sich auch mir oft den Eindruck aufdrängt, dass ein Wortschatz für Viele nur ein Kreuz auf einem vergilbten Pergament ist, ist jedoch laut dem Vizepräsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung der Fall.
Hast du jemals Urlaub/Karriere/Ernst/Spaß/Unsinn gemacht?
Dem Vokabelschatz eines Dreijährigen widerspricht die Tatsache, dass der durchschnittliche Wortschatz in den letzten einhundert Jahren um rund 1/3 gewachsen ist.
Oder anders herum: Es zeigt sich, wie sich die menschliche Kultur immer weiter ausdifferenziert (nicht ohne auch Altes und Obsoletes fallen zu lassen.)
Mal persifliert:
"Mal im Ernst: Ist das jetzt Spaß? Geh' lieber in Urlaub … und bau keinen Unsinn!"
Bei "Karriere machen" klingt das für mich fast schon wie "Zuchthengst", verwende ich eigentlich nicht.
Sicher kann auch alles "gemacht" werden, allein: Es ist bunter ohne ständiges "machen".
Natürlich lässt sich alles umschreiben und fast jedes Wort durch ein alternatives oder auch althergebrachtes ersetzen, aber Manches erweckt den Eindruck, umständlich oder gar konstruiert zu sein.
Sprache ist dem Wandel unterworfen.
Ich sehe hier auch keine eine Verdrängung eines gleichbedeutenden Wortes durch einen Anglizismus. Es ist eine Änderung in der Formulierung. So ist auch "diesen Jahres" zusätzlich zu "dieses Jahres" in den Duden aufgenommen worden - ob man das nun gutheißt oder nicht.
Aus meiner Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch "Sinn machen" aufgenommen wird.
Na dann hoffe ich, dass du konsequent bist und Gymnastik nur nackt machst und dich dafür einsetzt, dass auch nur nackt ins Gymnasium gegangen werden darf. Denn man muss der Verwässerung oder Veränderung von Wortbedeutungen entgegenwirken, nicht wahr? ;)