Wasserwechsel wie oft/ Filterloses Aquarium?

4 Antworten

Wasserwechsel verhindert den unkontrollierten Anstieg verschiedenster Stoffe im Aquarium. Klingt bei einem reinen Pflanzenbecken zunächst seltsam, es kackt ja niemand rein und Futterreste gibt es auch nicht. Aber es gibt ein anderes Problem. Damit die Pflanzen wachsen, muss man sie mit Nährstofen versorgen, man muss also düngen. Jeder Universaldünger ist aber nur ein Kompromiss. Der Hersteller hat Erfahrungs- und (hoffentlich) Laborwerte, anhand derer er weiß, welcher Nährstoff in einem durchschnittlichen Aquarium in welcher Menge nötig ist. Perfekt ist die Zusammensetzung nie, weil sie für ein theoretisches Durchschnittsbecken gemacht ist und nicht jeden praktischen Spezialfall berücksichtigen kann. Wenn man mit so einem Dünger ausreichend düngt, um bei keinem Nährstoff in eine Mangelsituation zu kommen, kann man sicher sein, dass irgend ein anderer Nährstoff zu viel gedüngt wird. Wenn man nie Wasser wechselt, steigt der Gehalt dieses Nährstoffs im Wasser immer weiter an., bis er irgendwann negative Folgen hat. Man könnte jetzt natürlich mit einigem Aufwand sämtliche Pflanzennährstoffe regelmäßig messen und durch eine maßgeschneiderte Zusammenstellung von Einzelnährstoffdüngern ideale Verhältnisse schaffen. Viel einfacher ist es, die Nährstoffgehalte durch regelmäßige Wasserwechsel immer wieder auf eine halbwegs gesunde Ausgangsposition zurückzusetzen.

Bei einem reinen Pflanzenbecken muss man noch einen andern Punkt beachten. Nitrat und Phosphat wird von den Pflanzen verbraucht, aber nicht durch Fischausscheidungen aufgefüllt. Es kann also zu einem Mangel dieser Nährstoffe kommen, die in durchschnittlichen Aquarien immer im Überschuss vorliegen.

Es gibt spezielle Dünger, die auch Nitrat und Phosphat enthalten. Das Problem tritt nämlich auch bei schwach besetzten Starklichtbecken auf, wie man sie beim Aquascaping oft findet. Man kann aber auch mit gehöriger Vorsicht und in betont niedriger Dosierung Zimmerpflanzendünger verwenden.

Ich betreibe einige meiner Aquarien teilweise mit sehr, sehr schwacher Filterung, da sie ebenfalls mit Pflanzen "vollgestopft" sind. In meinen Becken leben jedoch teils kleine Fische oder nur kleine Garnelen.

Ich würde aber auch bei einem reinen Pflanzen-Aquarium mit sehr schwacher oder gar keiner Filterung, trotzdem alle 1 - 2 Wochen einen kleinen Wasserwechsel machen. Da es durchaus Pflanzen gibt, die auf zu starke Wasserwert-Schwankungen reagieren können. Einigen Cryptocoryne-Arten können deshalb sogar innert 1 - 2 Tagen die Blätter komplett zerfallen.

Bei so stark bepflanzten Becken darf man auch die regelmässige Düngung nicht vergessen. Meine Becken dünge ich sogar auf grund der vielen Pflanzen mit der 1.5 fachen, empfohlenen Dünger-Menge. Die Pflanzen zeigen nämlich sonst teilweise schon nach ein paar Tagen, dass ihnen die Nährstoffe im Wasser ausgehen. (Zum Beispiel schnell wachsendes Hornkraut sieht unter Nährstoffmangel alles andere als hübsch aus)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich hab es nie so wirklich hinbekommen, ein Becken ohne Filterung hinzubekommen. Meiner Meinung nach benötigte es doch irgendwie immer zumindest eine leichte Form der "Umwälzung" des Wassers, da das Wasser sonst halt irgendwie "stand". Es bildete sich auch gern mal eine Kahmhaut...die Becken wirkten einfach irgendwie tot.
Was ich empfehlen kann, ist so eine kleine Zimmerbrunnenpumpe von der Firma Conrad. https://www.conrad.de/de/zimmerbrunnenpumpe-renkforce-mini-25w-120-lh-04-m-1173466.html?WT.mc_id=google_pla&WT.srch=1&ef_id=EAIaIQobChMIwbKlpYiI3wIVEFQYCh1z4wGkEAQYCCABEgKgQ_D_BwE:G:s&gclid=EAIaIQobChMIwbKlpYiI3wIVEFQYCh1z4wGkEAQYCCABEgKgQ_D_BwE&hk=SEM&insert_kz=VQ&s_kwcid=AL!222!3!293649793181!!!s!!
Leise, geringer Stromverbrauch und sehr klein.
Was sicher auch helfen könnte (neben einem Wasserwechsel, der durchaus dennoch stattfinden sollte, Intervall hängt aber auch von der Beckengröße ab), wären Schnecken.


Hallo

Nur so- wenn das Becken über... 60-100 Liter haben sollte, und auch vorher schon- installier vielleicht einen schwachen Filter, einen leeren Filter, eine Zimmerbrunnenpumpe oder sowas, das tut auch den Pflanzen gut. Andererseits ist es überhaupt kein Problem in einem filterlosen Becken einige Fische oder Garnelen zu halten.

Wenn du zB einen ziemlichen Durcheinander-Dschungel im Sinn hast ohne Filterung, aber kein Kunstwerk, dann wäre es zB ein guter Ort für ein Fadenfischartbecken. Die brauchen grundsätzlich keine Filterung weil die Becken dünn besetzt sind.

Kannst du mir vielleicht ein Photo oder so zeigen wo man ein Beccken sieht as du so in etwa dir denken könntest wie es aussieht?