Was ist ein Fachschulstudium?
Auf 3Sat hat gerade eine Frau von ihrem Fachschulstudium(nicht FH-Studium!) zur Heilerziehungspflegerin erzählt. Kann an Fachschulen auch studiert werden? M.W. macht man an einer Fachschule eine Ausbildung.
10 Antworten
Ein Fachschulstudium gibt es sehr wohl. Als Beispiel verweise ich auf die Staatliche Technikerschule Berlin, kurz STB. Das ist die technische Fachschule des Landes Berlin. Das Studium wird abgeschlossen mit dem geschützten Titel "Staatlich geprüfter Techniker" und der jeweiligen Fachrichtung (z.B. Hochbau, Tiefbau, Maschinenbau, Elektrotechnik u.s.w.. Der Staatl.Geprüfte Techniker (FS) besetzt die Stufe zwischen dem Meister und dem Dipl.Ing.. Als Studierender bekommst du auch einen entsprechenden Studentenausweis mit den entsprechenden Vergünstigungen. Die Studiengänge können in Vollzeit oder als Abendstudium belegt werden. Wer später noch den Dipl.Ing machen will und kein Abitur hat, erwirbt hiermit auch die FH-Reife. Ich selbst belege dort den Baustudiengang.
Jeder der es mir nicht glaubt kann es auch auf dieser Website nachlesen.
www.technikerschule-berlin.de
Stefan
Mir kann es eigentlich egal sein, ob man an einer Fachschule angeblich studiert. Wem es besser gefällt, von mir aus. Rein juristisch ist jemand, der an einer Fachschule eingeschrieben ist kein Student, sondern ein Schüler. Deshalb werden die angehenden Techniker auch nicht vom Studentenwerk erfaßt. Daß die Technikerschulen von "Studium", "Student" und "Studierendenausweis" reden, ist eher Eigendarstellung und juristisch nicht haltbar. Studenten gibt es nur an Hochschulen (FH/Uni) oder an Berufsakademien. In der DDR zählte man auch die Personen dazu, die an einer Ingenieurschule (3 Jahre Fachschule nach Klasse 10) eingeschrieben waren.
Wenn ich richtig informiert bin, bekommt man an einer Fachschule eine spezielle Fachausbildung. An einer Fachhochschule kann man auch studieren.
Ein Fachschulstudium gibt es eigentlich nicht. An Fachschulen werden Schüler ausgebildet. Ich denke, viele Fachschüler wollen so ihren Status aufbessern. In der Ex-DDR gab es Ingenieurfachschulen (3 Jahre nach Klasse 10). Diese Leute wurden offiziell als Fachschulstudenten bezeichnet. Ihr Abschluß war der staatl. Titel Ing., Oek. usw.
Zu unterscheiden hierzu ist die Fachhochschule. Für die Aufnahme eines Studiums an der FH benötigt man eine FHR, ein Fachabi oder Abi, also mindestens Klasse 12. Eine FH ist eine Hochschule. Die Studenten schließen i. d. R. nach 4 Jahren mit dem akad. Grad Dipl.xxx (FH) ab. Neu sind die akad. Grade Bachelor und Master.
Ganz recht. Laut Technikerschule Berlin steht dort:"Fachschüler haben die Möglichkeit, nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz Schüler-BAföG zu erhalten.". Also eine Schule. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, dass man an einer Fachschule studieren kann. Das geht nur mit der Hochschulreife und nicht gar ohne die 10. Klasse. Das sind meiner Meinung nach alte Propagandaaussagen der ehemals DDR-Oberen, die ihr System damit aufwerten wollten. Jede Kindergärtnerin hatte ja auch "studiert" und die "DDR" sollte ein "Land der Ingenieure" sein! Wohl gemerkt, Ing. (oek.) konnte man ohne die 10. Klasse nach drei Jahren Fachschule werden. Das waren nach juristischer Einschätzung Techniker.
Ganz einfach zu beantworten. Einem Fachschulabsolvent wird im Gegensatz zu einem Fachhochschul- bzw. Uni-Absolventen, nie der akademische Abschluss verliehen. Es ist lediglich ein Staatlicher Abschluss. Es klingt auch schön und war schon in der DDR üblich, die Art der Ausbildung an einer FS als Studium zu preisen. Mittlerweile besteht die Möglichkeit mit einem FS Abschluss und 3 Jähriger Erfahrung, sich den Titel eine Bachelors (Damals eines Diploms (FH) ) anerkennen zu lassen, mit einem Unterschied. Dies blieb; bleibt weiterhin ein staatlicher und kein akademischer Abschluss, trotz des B.Eng/Sc/Art bzw. Dipl.Ing/Oek/Jur/Inf etc. (FH) Grades.
Und das ist der Unterschied. Ein richtiges Studium vergibt den Akademischen Abschluss und andere Ausbildungen, pseudo Studien, vergeben den staatlichen Abschluss.