Warum unternimmt Deutschland nichts gegen den Klimawandel?

14 Antworten

Warum unternimmt Deutschland nichts gegen den Klimawandel?

Weil sich das Klima wandelt, egal was die Menschen tun. Vielleicht haben die Menschen einen beschleunigenden Einfluß, aber auch ohne menschlichen Einfluß wandelt sich das Klima. Vor der letzten Eiszeit herrschte in Europe feuchtwarmes Klima, und weder hat der Planet "gebrannt" noch ist das Leben ausgestorben.

Das Beste ist es, sich auf den Wandel vorzubereiten anstatt zu versuchen, ihn zu verhindern - das wird nämlich nicht gelingen.

Wer Angst vor steigendem Meeresspiegel hat, sollte Deiche bauen, anstatt seine Wirtschaft kaputtzumachen.

In welcher Welt lebst du, dass die USA mehr für den Klimaschutz unternehmen als wir?

Und was Strom angeht, liegen wir schon bei ca. 60 % EE und der Anteil importierter Energie liegt bei 5 %, die wir auch problemlos selber produzieren können.

Ja, wir können und sollten noch mehr tun aber deine Aussagen sind nun wirklich übertrieben und daneben.


maxeto0910838 
Beitragsersteller
 16.03.2025, 19:56
In welcher Welt lebst du, dass die USA mehr für den Klimaschutz unternehmen als wir?

Einfach mal über den Telerand hinausschauen und featstellen, dass die USA und China die zwei führenden Länder in Wind- und Solarenergie sind und neue Technologien zum Klimaschutz dort schneller entwickelt und großflächig eingesetzt werden als in jedem anderen Land.

Ich bestreite nicht, dass die USA und China die zwei größten Umweltverschmutzer der Welt sind. Sie unternehmen aber eben auch mehr dagegen als jedes andere Land.

Ja, wir können und sollten noch mehr tun aber deine Aussagen sind nun wirklich übertrieben und daneben.

Hast du irgendwelche konkreten Beispiele oder ist das reine Polemik?

Babelfish  16.03.2025, 22:43
@maxeto0910838

Wind und Sonne machen in den USA aktuell ca. 17 % aus. In Deutschland macht alleine Windkraft schon 33 % aus.

Du solltest dich wirklich erst mal etwas informieren.

maxeto0910838 
Beitragsersteller
 16.03.2025, 22:45
@Babelfish
Du solltest dich wirklich erst mal etwas informieren.

Gebe ich gerne zurück.

Die US-amerikanische Energieproduktion ist so hoch, dass selbst 17% von ihr mehr sind als 33% der deutschen.

maxeto0910838 
Beitragsersteller
 16.03.2025, 22:47
@Babelfish

Wie kommst du darauf? Die USA produzieren weit mehr erneuerbare Energie als Deutschland. Das ist Fakt. Natürlich wird der Anteil der Erneuerbaren niedriger, wenn die Gesamtproduktion höher ist.

Die USA benötigen als mit Abstand größte Volkswirtschaft der Welt auch ein kleines bisschen mehr Energie für ihre Industrie als Deutschland.

Es wird zwar einiges in Deutschland versucht und auch getan, aber letztendlich zu wenig. Leider wird zu viel geredet, etwaige Schuld hin und her gewiesen, statt, dass man gemeinsam was macht.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Meine Meinung, Ansicht, Rat, Tipp u. Hinweis zu diesem Thema

maxeto0910838 
Beitragsersteller
 16.03.2025, 20:15

Sehe ich genau so.

Und daran wird sich so schnell leider nichts ändern, wenn immer jeder mit dem Finger auf andere zeigt.

Wir tun bereits sehr viel gegen den Klimawandel (allerdings zählen wir auch zu den bedeutendsten Klimakillern).


maxeto0910838 
Beitragsersteller
 16.03.2025, 20:18

Leider ist Deutschland einer der größten Klimakiller der Welt und unternimmt im Verhältnis dazu kaum etwas.

Ich bestreite nicht, dass die USA und China die zwei größten Umweltverschmutzer der Welt sind. Sie unternehmen aber eben auch mehr dagegen als jedes andere Land.

Zunächst muss ich sagen, dass ich deine Kernfrage für zu plakativ und damit für falsch halte. Deutschland tut eine ganze Menge gegen den Klimawandel. Auch deutlich mehr als viele Industrieländer. Tut Deutschland zu wenig? Definitiv! Wie etwa 99 % aller anderen Länder. In Deutschland liegt das vor allem an daran, dass die konservativen Kräfte (CDU und AFD liegen zusammen fast bei 50 %) zu viel Nachhaltigkeitsentwicklung blockieren. Die Ampelregierung hat bereits einige sehr gute Ansätze gehabt. Etwa mit einem ambitionierten Energiegesetz. Leider hat die FDP in dieser Regierung viel abgeschwächt oder blockiert. Trotzdem, die Ziele Deutschlands bleiben vorauseilend. Mit einer CO2-Neutralität bis 2035 hat Deutschland höher gesteckte Ziele als die meisten anderen Länder. Die Umsetzung ist leider schwer. Teils wegen der konservativen Kräfte in der Politik, teils wegen der sehr mächtigen Energiewirtschaft in Deutschland. Aber das ist in vielen anderen Ländern ebenfalls so. Gerade die USA sind mit der neuen Regierung nun wirklich ein denkbar schlechtes Beispiel für nachhaltige Entwicklung. Kurzgesagt: Die Gründe für das Versagen der deutschen Nachhaltigkeitsentwicklung sind vielfältig und ähnlich wie in den meisten anderen Ländern.

Was die Kernenergie angeht, bist du etwas falsch informiert. Zum einen ist der deutsche Weg nicht wirklich ein Sonderweg. Es gibt immer mehr Länder, die einen Ausstieg beschlossen haben. Und mittlerweile würde ich sagen, dass das auch gut so ist. Der Ersatz von Atomstrom durch Kohle ist natürlich problematisch. Das ist Radioaktivität allerdings auch. Atomkraftwerke sind, auch in Deutschland, längst nicht so sicher, wie es immer behauptet wird. Die Technologie von AKWs hat sich, im Wesentlichen, seit den 80er oder 90er Jahren nicht verändert. Und ein Austreten von Radioaktivität kann man nie garantieren. Auch die Lagerung von Atommüll ist ein nicht lösbares Problem. Wir kennen keine Methode, wie man Materialien über hunderttausende Jahre von der Umwelt abschirmen kann. Kein Material, welches wir nutzen, ist für solche Zeiträume ausgelegt. Es scheitert ja schon daran, Warnhinweise für Atommüll zu designen, die in ihrer Sprache und Symbolik von Menschen in 100.000 Jahren überhaupt noch verstanden werden können. Und nicht zuletzt ist Atomkraft auch einfach zu teuer. Die Entwicklung neuer Meiler dauert zu lange und würde gewaltige Summen verschlingen. Und von den Kosten pro Kilowattstunde ist Atomkraft so ziemlich die teuerste Form der Energieerzeugung.

Nicht immer sind alle Ziele des Umweltschutzes miteinander vereinbar. So müssen wir die Kontamination der Meere durch Plastik und unseres Grundwassers mit Mikro- und Nanoplastik unbedingt eindämmen. Gleichzeitig Schadet dies dem Klimaschutz, da wir durch den Verzicht auf Plastik auf deutlich schwerer Verpackungsmaterialien zurückgreifen müssen, durch die sich die CO2-Emissionen pro transportierter Ware erhöht.


maxeto0910838 
Beitragsersteller
 16.03.2025, 21:11
Auch deutlich mehr als viele Industrieländer.

Kannst du ein einziges konkretes Beispiel dafür nennen?

Mit einer CO2-Neutralität bis 2035 hat Deutschland höher gesteckte Ziele als die meisten anderen Länder.

Ja, statt tatsächlich etwas zu tun, wird lieber miit unrealistischen Zielen vom Sachverhalt abgelenkt. Jeder kann sich die ambitioniertesten Ziele setzen, das ist keine Leistung. Es geht darum, was tatsächlich gemacht wird, um diese zu erreichen. Und da macht Deutschland momentan quasi nichts und hängt der weltweiten Entwicklung meilenweit hinterher.

Zu AKWs: Ich bin ein starker Befürworter von Atomkraftwerken, denn Atomenergie ist eine der effektivsten, umweltfreundlichsten, verlässlichsten und – ob man es wahrhaben will oder nicht – sichersten Energiequellen, die es gibt. Es ist eine Schande und bedauerlich, dass Deutschland aus der Atomenergie ausgestiegen ist und dafür nun auf fossile Energieträger und Energieimporte angewiesen ist. Das zeigt wiedermal, wie ernst Deutschland es mit dem Klimaschutz meint ...

JoshuasFragende  16.03.2025, 21:41
@maxeto0910838
Kannst du ein einziges konkretes Beispiel dafür nennen?

Diese Industrieländer haben weniger erneuerbare Energien in ihrem Strommix als Deutschland und haben damit einen geringeren Teil ihrer Klimawandelverantwortung erfüllt:

  • Finnland
  • Griechenland
  • Spanien
  • Niederlande
  • Vereinigtes Königreich
  • Italien
  • Irland
  • Australien
  • China
  • Russland
  • Frankreich
  • Japan
  • USA
  • Südkorea

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Stromerzeugung_aus_erneuerbaren_Energien

Ich bin ein starker Befürworter von Atomkraftwerken

War ich früher auch mal.

 denn Atomenergie ist eine der effektivsten

Nein, es ist die teuerste aller Energieformen. Somit ist sie extrem ineffektiv.

https://foes.de/pdf/2017-10-Was_Strom_wirklich_kostet_kurz.pdf

umweltfreundlichsten

Global betrachtet, ja. Im lokalen Maßstab sind erhöhte Strahlenbelastungen aufgrund von Lecks und durch den Uranabbau aber ein Problem. Ist sie umweltfreundlicher als andere fossile Energieträger? Ja. Ist sie umweltfreundlicher als erneuerbare Energien? Nein. Als Übergangslösung zum Kohleausstieg wäre die Kernkraft daher sinnvoll gewesen, aber nicht als Ersatz. Aber der Zug ist seit 20 Jahren abgefahren und ein Neuausbau von Kernkraft gegenüber erneuerbaren Energien ergibt sowohl aus Zeit- als auch aus Kostengründen gar keinen Sinn.

https://www.wecf.org/de/wp-content/uploads/2018/10/Kernfrage-2010.pdf

verlässlichsten

Das stimmt.

sichersten Energiequellen

Nur global gesehen. Aus den genannten Gründen ist sie im direkten Einflussbereich der Kraftwerke und Abbaugebiete oft nicht sicher.

Es ist eine Schande und bedauerlich, dass Deutschland aus der Atomenergie ausgestiegen ist und dafür nun auf fossile Energieträger

Da stimme ich dir absolut zu.

und Energieimporte angewiesen ist.

Deutschland importiert nicht übermäßig viel Energie aus dem Ausland. Im europäischen Vergleich ist die Abhängigkeit von Energieimporten in Deutschland relativ gering.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/224707/umfrage/laender-mit-der-hoechsten-abhaengigkeit-von-energieimporten-in-der-eu-27/