Warum sagen so viele das Tanzen kein Sport ist?
Hallo alle zsm!
Ich habe in letzter Zeit immer öfter gehört dass Tanzmariechen oder Gardetänzerinnen ja nicht viel üben brauchen und das ja gar nicht anstrengend sei. Wenn ich dann sage dass es Hochleistungssport ist werde ich ausgelacht. Ich bin selber Gardetänzerin und weiß daher wie anstrengend es ist und dass man sehr viel an sich arbeiten muss um es zu etwas zu bringen. Daher meine Frage: könnt ihr mir erklären warum dass so viele denken?
11 Antworten
Wahrscheinlich weil tanzen auch eine "Freizeitbeschäftigung" ist, der man auch auf Feiern etc. nachgeht. Aber gerade Garde ist nicht zu unterschätzen. Es sieht immer leicht aus, ist es aber nicht. Wer das nicht glauben will, soll doch einfach mal zum Probetraining kommen;)
Ich empfinde Tanzen nicht als Sport sondern als Kunst. Das hat weniger mit Anstrengung zu tun als mit Ausdrucksform. Bei Sportarten wie z.B. Leichtathletik geht es nur um körperliche Leistung. Die braucht man natürlich auch als Tänzer oder Zirkusartist. Doch da es beim Tanzen und bei Artisten, die ein Publikum begeistern wollen nicht nur um die körperliche Leistung geht, ist "Sportart" kein passender Begriff. Ein Berufsmusiker z.B. Rocksänger, Opernsänger, Schlagzeuger bringt auch körperliche Hochleistungen ohne ein Sportler zu sein. Ich tanze schon mein ganzes Leben lang....Ballett, Jazztanz, Ausdruckstanz, Rock'n Roll, Standardturniere, Moderndanceturniere, Flamenco und Tanztheater. Am unwohlsten habe ich mich immer gefühlt beim Turniertanzen, wo Tanzen als meßbare Sportart degradiert wird.
Tanzen verbindet Sport mit Kunst - es ist deshalb nicht weniger anstrengend!
Na ja, Tanzen ist natürlich Sport. Aber „Hochleistungs“Sport klingt dann doch reichlich überzogen. Wenn Du ein Tanzmariechen auf die selbe Stufe wie einen Profifußballer oder Weltklasseturner stellen willst, darfst du dich nicht wundern, wenn du nicht ernst genommen wirst.
Es geht nicht um die Tätigkeit als solches, sondern um das Ausmaß und die Zielsetzung:
„Umgangssprachlich wird der Begriff Leistungssport oft mit Hochleistungssport gleichgesetzt. Wissenschaftlich versteht man unter Hochleistungssport jedoch Leistungssport, der mit dem ausdrücklichen Ziel betrieben wird, Spitzenleistungen im internationalen Maßstab zu erzielen. Wikipedia“
Natürlich könnte ich irren (ich versuche nur, die Frage aus Sicht eines wie ich meine durchschnittlich gebildeten Bürgers (😉) nach dem Warum zu beantworten.
Und mir ist nicht bekannt, dass es Tanzmariechen als Vollzeitbeschäftigung gibt mit dem Ziel, internationale Wettbewerbe zu bestreiten. Sicher leistet ein Tanzmariechen wesentlich mehr als der gewöhnliche Fußballer im Dorfclub. Aber selbst die Tänzerinnen vom Kölner Gardeverein sind immer noch Hobbytänzer und nicht vergleichbar mit Sebastian Krimmer ( ich erwähnte auch Kunstturnen, weil das vielleicht vergleichbarer ist)
Eine Prima Ballerina dagegen leistet sicher nicht weniger als ein Hochleistungssportler, würde ihre Kunst aber niemals als „Sport“ bezeichnen.
Du verrennst Dich da:
Es ging hier nicht um Leistungssport !
Nur um den normalen Sportbegriff.
Ich finde, jede Art Bewegung, die körperlich anstrengt und Disziplin erfordert ist Sport - ob mit oder ohne Musik spielt keine Rolle.
Ich verrenne mich gar nicht. Ich will nur helfen. Beim Reiten kenne ich die Fragestellung nach dem Sport zu Genüge. Von wegen „aber du sitzt doch bloß...“. Weist du, es ist mir ziemlich egal, ob andere das was ich tue, als Sport ansehen oder nicht. Ich beantworte in meinem Gebiet diese Frage gewöhnlich mit der Gegenfrage, was man überhaupt unter Sport verstehen will. Schach - Wenig Bewegung, trotzdem Sport?
Aber darum geht es meines Erachtens in dieser Frage nicht so wirklich, sondern ich möchte FS erklären, dass sie sich bei den meisten Menschen der Lächerlichkeit preisgibt, wenn sie eben von „Hochleistungssport“ spricht. Denn ich denke, dass dies die Leute animiert, sie zu ärgern und ihr jede Leistung abzusprechen. Nicht, weil irgendeiner tatsächlich so deppert wäre, den wirklich sportlichen Tanz als zu verkennen, sondern eben wegen der hochtrabenden Wortwahl.
Aber wenn mich hier keiner versteht was soll’s, ich kann damit leben. Ich habe mein bestes versucht, um zu helfen.
Gute Nacht Leute, tanzt weiter, ich geh jetzt zum „Matratzensportl 😉
ps: wenn jede Art Bewegung Sport ist, dann sag das mal nem Bauarbeiter...
Der Bauarbeiter ist ein körperlich Arbeitender.
Und wenn Leute meinen, Reiten sei nicht anstrengend, dann lade sie ein, sich mal nen Muskelkater vom "Herumsitzen" auf dem Pferd zu holen...
😂😂
Den Gedanken hat man öfter mal, aber die armen Pfeede, wenn all die Unbelehrbaren mit ihrem Selbstversuch die Pferferücken malträtieren würden...
Ich sag dann meistens, nö, ist nicht anstrengend. Genauso wenig wie Skilaufen. Die werden vom Lift hochgezogen und runter rutscht es von allein. 😆
Wie steht es schon in der Bibel: „ Antworte dem Narren nach seiner Narrheit“. Wer die Leistungen anderer nicht sehen will, dem brauchst du sowieso nicht viel zu erklären. Wer dumm ist, will es gewöhnlich auch bleiben.
Na, da bin ich andrer Meinung - man sollte dummen Leuten wenigstens mal anbieten, gescheiter zu werden. Wenn sie nicht wollen, sind sie selbst schuld.
Da haben wir wieder die Frage der Begrifflichkeiten. Wer bereit ist, zu lernen und seine Einstellung zu überdenken, zählt in meinen Augen nicht unter die Dummen und Narren. Denn alles weis niemand, und wenn einer bereit ist, dazu zu lernen und sich auch mal eines besseren belehren zu lassen, ist das meines Erachtens ein Zeichen von Intelligenz. Bei einem Dummen dagegen wirst du reden können, so viel du willst, da kommt nix an.
Aber lass gut sein, ich denke, wir sind im Groben einer Meinung. Es geht , wie eben in der Frage oben, eher darum, dass in der deutschen Sprache manche Begriffe von verschiedenen Leuten unterschiedlich gedeutet werden.
Wie eben besagter „Hochleistungssport“, wo der Begriff eben weder jede Höchstleistung, noch jeden Sport beinhaltet, sondern eben Sport in Verbindung mit Wettbewerben auf internationalem Niveau. Letzteres fällt (falls i h da richtig liege 😉) schon mangels Konkurrenz aus. Oder hab ich da wszverpasst, und das ist grad im Kommen? Weltmeisterschaft im Gardetanz wäre sicher ne sehenswerte Sache.
Meistens ist das Nicht-Wissen. Es gibt noch so einige Sportarten, in denen auch Wettkämpfe ausgetragen werden, die nicht als (körperlich anstrengender)Sport angesehen werden.
Eiskunstlauf, Klettern, Turnen, Kegeln(da hab ich in einer Saison mal 15kg abgenommen!), Ballett(ok, zählt zu tanzen).
Tanzen würde ich da doch definitv als Sport bezeichnen. Ich tanze selbst Standard und Latein, und das ist ohne Wettkämpfe schon anstrengend genug.
Wie gesagt, das ist Stammtischgelaber, diese Leute kennen wahrscheinlich ausser Fussball und ggf. Volleyball nix anderes PERSÖNLICH.
Das Nichtwissen dieser Personengruppen wird sich noch auf viel weitere Bereiche beziehen.
Tanzen in diesem Bereich ist Profisport!
Seltsamerweise können diese Personengruppen aber immer zwischen Spaziergang und Ultramarathon differenzieren.....
Ich wüsste nicht, warum es sportlicher sein sollte, hinter einem Ball herzurennen...