Warum kommen mir Menschen so nah?

9 Antworten

Was mich auch sehr nervt ist, wenn jemand sich neben mich setzt, obwohl es auch andere freie Plätze gibt.

Das klingt überempfindlich. Geht das in Richtung einer Sozialphobie?

Mir passiert das nicht. Wenn es eng im Bus ist, rückt man sich auf die Pelle. Mögen tu ich das auch nicht, aber die anderen stehen da ja genauso wenig drauf.

Wenn sich jemand so neben mich setzt, dass er mich berührt, spreche ich ihn an und erkläre ihm, dass er mehr Abstand nehmen soll. Das passiert aber extrem selten, weniger als 1 mal pro 10 Jahre.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Lese Fragen durch und vermeide Ferndiagnosen

Thestrangegirl 
Beitragsersteller
 06.03.2025, 01:58

Ich habe zwar keine Diagnose einer sozialen Phobie, aber ja, ich denke schon, dass ich eine soziale Phobie habe. Mir passiert das aber ständig, nicht nur einmal pro 10 Jahre! Abends verlieren die meisten Menschen vor allem noch mehr an Hemmungen. Heute war es so, dass sich zwei Frauen erst nach hinten gesetzt haben. Ich saß auch da. Hinten hat es ja 4 Sitze. Ich saß am Fenster und die anderen beiden saßen dann ein Sitz von mir weiter und dann haben sie sich neben mich gesetzt, obwohl es nicht nötig wäre. Sorry, aber, selbst wenn es einem zu warm wird oder irgendwas, würde ich nicht auf die Idee kommen, mich neben jemanden zu setzen, weil ich empathisch genug bin, dass es jemand anderem unangenehm ist. Sie hat mich dann immer wieder berührt, auch am Fuß, obwohl ich mehrfach angedeutet habe (nonverbal), dass ich das nicht will. Ich bin selber eine Frau und will denen keine eklige Intention unterstellen, aber es nervt einfach und hat einfach was mit Anstand zu tun, finde ich!

Das Ding ist, dass es nicht eng ist im Bus! Zwar ist es nicht ganz leer, aber trotzdem setzen sich Menschen neben mich! Man kann sich doch auch umschauen, ob es andere, freie Plätze gibt, denn so mache ich das auch, bevor ich mich neben jemanden setze und wenn ich mich neben jemanden setze, dann achte ich darauf, die Person nicht zu berühren. Es nennt sich einfach Empathie und Anstand und möchte auch keine fremden Menschen Schulter an Schulter haben!

mjutu  06.03.2025, 02:06
@Thestrangegirl

Mit einer sozialen Phobie snd solche Körperkontakte belastend. Ohne solche Ängste juckt einen das dagegen kaum.

Wie wäre es, nicht auf magisches Verständnis nonverbaler Signale zu hoffen, sondern mit Worten aufzufordern, Abstand zu halten? Ich habe das schon erfolgreich getan, als ich frisch operiert aus einer Klinik kam. Da war physische Nähe im vollen Bus gefährlich für mich.

Bei der sozialen Phobie kannst du auch ansetzen. Was rät dir deine Therapeutin für solche Situationen?

Thestrangegirl 
Beitragsersteller
 06.03.2025, 02:09
@mjutu

Ich muss echt lernen, mich zu trauen, was zu sagen, in solchen Situationen... Ich habe zwar Therapien gemacht, aber möchte noch eine machen, vor allem, hauptsächlich, wegen der sozialen Phobie.

Tut mir leid, aber mich juckt sowas immer, selbst, wenn ich keine sozialen Ängste hätte. Ich möchte nicht, dass mich fremde Menschen berühren. Das ist einfach ekelhaft.

mjutu  06.03.2025, 02:22
@Thestrangegirl

Das braucht dir nicht leid zu tun. Das ist dein Körper und du entscheidest, wer ihn berühren darf.

Mir ist es ein paar mal passiert, dass fremde Frauen ohne zu fragen ihre Hände in meine langen Locken gesteckt haben. Das fand ich auch widerlich und ich habe sehr klar und deutlich gesagt, was ich davon halte.

Begrapschen ist völlig daneben. Dich am Fuß zu berühren könnte aber ein harmloses Versehen gewesen sein. Trotzdem musst du das natürlich nicht mögen.

Ich habe keine sozialen Ängste. Trotzdem mochte ich diese unaufgeforderten Berührungen durch Fremde nicht. Ich habe sie dann angeschnauzt und sofort danach war es für mich aber auch wieder gut.

Dir geht die Berührung bis nacht um 2:00 nach. Das ist schon heftig und belastend. Darum halte ich es für eine gute Idee in einer Therapie Methoden zu üben, um dich abzugrenzen und die soziale Phobie in den Griff zu bekommen.

Ich kann sehr gut verstehen, wie du dich fühlst. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen, die introvertiert sind oder persönliche Räume stark schätzen, sich in solchen Situationen unwohl fühlen. In vielen Kulturen gibt es unterschiedliche Vorstellungen von persönlichem Raum, und was für den einen normal ist, kann für den anderen sehr unangenehm sein. Es könnte sein, dass die Leute, die sich zu nah an dich setzen, dies nicht absichtlich tun oder sich ihrer Nähe nicht bewusst sind. Oft nehmen Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln den Raum als gegeben hin, ohne darüber nachzudenken, wie das für andere wirkt. Es ist auch möglich, dass du besonders sensibel auf Körperkontakt reagierst, was völlig in Ordnung ist.

Du bist definitiv nicht zu empfindlich! Jeder hat unterschiedliche Komfortzonen, und es ist wichtig, dass du dich in deiner Umgebung wohlfühlst. In solchen Situationen kannst du, falls es dir zu viel wird, höflich deinen Platz wechseln oder dich etwas abwenden, um deine Distanz zu wahren. Es kann auch helfen, deine Bedürfnisse sanft klarzumachen, wenn du dich wirklich gestört fühlst. Du bist nicht allein mit solchen Erfahrungen, und es ist wichtig, auf sich selbst zu hören und für seinen persönlichen Raum einzutreten, wenn es nötig ist.

Jeder Mensch hat seine persönliche Wohlfühlzone. Durchschnittlich ca 1,5 m.

Ich habe PTBS und mir ist das auch unangenehm. Besonders, wenn Leute hinter meinem Rücken stehen.

Jeder Mensch ist individuell und hat seine eigene Zone. Bei manchen sehr ausgeprägt, bei anderen kaum.

Die anderen wissen es nicht besser.

Kann an der Ausstrahlung liegen. Passiert mir auch: ich versuche dann, den Ort zu wechseln. Momentan hab ich Glück - brauche nur Züge als Vmittel und da ist schweizbedingt fast immer genug Platz. Außerdem hab ich oft Gepäck dabei (z.B. mein Instrument) - das dient als Sicherheitsabstandshalter... :D

Du strahlst das aus.

Wenn du dich selbst als "introvertiert" bezeichnest, bist du wahrscheinlich schüchtern und zurückhaltend, hast vielleicht ein bisschen soziale Ängste...

Da du wahrscheinlich auch noch weiblich bist, kommen Menschen so jemandem gerne mal sehr nahe aus unterschwelligen Machtabsichten. Das kann von Männern und Frauen (Mitbewerberinnen) gleichermaßen kommen.

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Du kannst das aber ändern, indem du deine Ausstrahlung veränderst und damit eine "Bubble" um dich herum erschaffst.

Das ist schwer zu erklären, denn es geschieht feinstofflich.

Man kann den Raum biegen, sich Raum verschaffen, Nähe schaffen, Bedrohlich wirken. Alles unterschwellig.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Thestrangegirl 
Beitragsersteller
 06.03.2025, 02:07

Vor allem Frauen trauen sich viel zu viel! Was meinst du mit "Mitbewerberinnen"?

Genau... Das ist mir auch klar, dass ich selbstbewusster wirken muss. Es nervt echt, vor allem, dass Frauen sich viel zu viel erlauben und denken, sie könnten einen berühren und es würde ja nicht so auffallen, weil sie selber Frauen sind. Es NERVT!

Bei Männern ist es so, dass sie sich nicht sehr nah an mich trauen, aber dann versuchen "unauffällig" nah an mir zu sein, beispielsweise, wenn sie sich hinter mich setzen. Es ist so ekelhaft. Dieses angeblich "Unauffällige". Ich erlebe es täglich! Frauen trauen sich sogar NOCH MEHR.

8888GG8888  06.03.2025, 02:17
@Thestrangegirl

Mitbewerberinnen sind Frauen, die auf dem "Markt" bei den Männern in deiner Liga oder drüber "spielen".

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Mit einer anderen Perspektive könntest du dieses "angeblich unauffällige" auch in manchen Situationen als Kompliment sehen, insbesondere bei Männern (der dir im Optimalfall auch gefällt?).

Auch meinen soetwas sicher nicht alle Frauen als Konkurrenz-Macht-Gehabe, sondern möchten eher Mitgefühl und Nähe signalisieren; vielleicht weil sie deine verschlossene Ausstrahlung wahrnehmen.

Viele Frauen sehen sich auch als bisexuell, was auch mit diesem Mitgefühl und Nähe signalisieren Hand in Hand gehen kann...