Warum haben Lebewesen in der Tiefsee Augen?
Da kommt doch nie Sonnenlicht hin, wofür brauchen die die?
3 Antworten
Im Laufe der Evolution wurde die Tiefsee wohl von Lebewesen erst besiedelt, als diese schon Augen hatten. Es hatte dann oft keinen evolutionären Vorteil, wenn sich die Augen zurückgebildet haben, und auch keinen Nachteil, wenn nicht. Also blieben viele Augen in Funktion.
Das wird von z.B. Leuchtfischen noch genutzt, aber auch von bioluminiszierenden Wesen, die mit ihrem Licht Sexualpartner finden oder Fressfeinde abschrecken.
Vielen Dank, macht total Sinn, manchmal sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht.
In manchen Lebensräumen der Tiefsee dringt noch Sonnenlicht vor. Ab 4000 Metern unter dem Meeresoberfläche ist es stockfinster, die Tiefsee beginnt jedoch schon ab 200 Metern. In der Tiefsee können 90% der Tiere leuchten, das heißt sie betreiben Biolumineszenz. Tiefseetiere nutzen in der Dunkelheit Licht um sich auszutauschen, sich zu tarnen (!), einen Partner zu finden und Beutetiere zu fangen. Augen sind in der Tiefsee also überlebenswichtig.
Vielen Dank. Jenes Tier (Keine Ahnung was es ist) lebt tatsächlich sehr tief so 9000 bis 10000 Meter.
Tiefseefische verzichten nicht auf ihre Augen. Dies hat mehrere Gründe...
Tiefseefische, wie die Gespensterfische haben sehr große Augen. Gespensterfische, wie Winteria telescopa besitzen teleskopartige Augen, die nach oben gerichtet sind. Dies liegt daran, daß diese Fische mit den großen Augen Hauptsächlich das Mesopelagial (200 bis 1000 meter tiefe) besiedeln. Im Mesopelagial ist es zwar auch schon recht dunkel, aber es dringt noch ein minimaler Anteil an Licht in diese Zone ein, den man sieht, wenn man nach oben guckt. Und genau diesen Effekt macht sich Winteria telescopa zunutze. Er guckt nach oben, um die dunklere Silhouette von anderen Fischen oder Garnelen gegen das restliche tiefblaue Licht zu sehen. Selbst beinhalten die Röhrenaugen der Gespensterfische Kristallspiegel, die das Licht so umleiten, daß sie auch Räuber unter sich sehen können. Argyropelecus, der Silberbeilfisch (wie der Name schon sagt, sieht er trivial gesagt, aus wie das Fallbeil einer Guillotine mit teleskopartigen Augen und Flossen dran) Es sieht aus, als ob die Schuppen dieses Fisches aus Alufolie bestehen. Argyropelecus jagt mit der selben Technik, wie Gespensterfische: durchs hochgucken. Damit sie nicht durch ihren eigenen Trick erkannt werden, haben Silberbeilfische einige Leuchtorgane in ihrer Bauchregion, die blaues Licht erzeugen. Somit wirkt der Fisch fast unsichtbar, wenn man von unten hoch guckt. Die perfekte Tarnung. Doch es gibt ein Fisch, der im wahrsten Sinne des Wortes diesen Trick enttarnen kann. Es handelt sich hierbei um den Tiefseefisch Macropinna microstoma, einem nahen Verwandten der Gespensterfische. Auf deutsch nennt man Macropinna microstoma "Glaskopffisch". Der Name auch zurecht, denn dieser bizarre Tiefseefisch, der das Mesopelagial besiedelt, hat ein transparentes Schädeldach, so daß er durch die Bewegung seiner Linsen auch nach oben sehen kann. In erster Linie nutzt der Glaskopffisch die selbe Methode, wie der Gespensterfisch. Aber die linsen des Glaskopffisch sind grün. Dies erlaubt ihm mit Leuchtorganen getarnte Beute vom blauen Restlicht zu unterscheiden, da Leuchtorgane durch seine Linsen grün aussehen.
Es gibt viel zu viele Wissenschaftler, die behaupten, daß fast alle Tiefseefische kein rot sehen können. Doch diese Aussage gilt als falsch. Wenn Tiefseefische kein rotes Licht sehen können, warum versuchen dann so viele Tiefseewesen, Beute mit Rotlicht anzulocken. (Z.b. einige Staatsquallen und einige Vertreter der Stomiidae tun dies). Es können viel mehr Tiefseefische rotes Licht sehen, als angenommen wurde. Sehr gute Augen besitzen auch der Viperfisch Chauliodus sloani. Der Viperfisch lockt mit Licht seine Beute an und hat seine Augen so gut Perfektioniert, daß er kein Lichtblitz übersieht. Der Viperfisch gehört in die Familie der Drachenfische. Drachenfische leben im Mesopelagial und in dem oberen Teil des Bathypelagials und kommen hauptsächlich zwischen 200 und 2000 Metern vor. Viele Drachenfischarten besitzen bohnenförmige Leuchtorgane, die rotes Licht erzeugen können. Diese sitzen unter den Augen dieser Fische und werden zur jagt eingesetzt. Da Drachenfische (typische Vertreter sind z.b. Indiacanthus, Gonostoma, Melanostomias biseriatus, Pachistomias microdon, der Viperfisch Chauliodus sloani, der Schuppendrachenfisch Stomias atriventer und der schwarze Drachenfisch Malacosteus niger). Einige dieser Vertreter besitzen ganz besondere Augen. Sie besitzen Chlorophyll... ja richtig gelesen, sie haben Chlorophyll in den Zellen ihrer Netzhaut. Wir kennen Chlorophyll eigentlich von Pflanzen für Photosynthese. Und genau diesen Effekt machen sich einige Bartendrachenfische zunutze, um Lichtblitze besser wahrnehmen zu können. Dies ist sehr vorteilhaft, da Bartendrachenfische hauptsächlich leuchtende Beute, wie Leuchtgarnelen, Laternenfische, Leuchtkalmare wie die Wunderlampe oder Watasenia scintillans, jagen. Dabei ist es besonders vorteilhaft jeden kleinen Lichtblitz sehen zu können.
Aber es gibt auch die andere Seite von Tiefseefische, bei denen die Augen sehr stark zurückgebildet sind, wie z.b. bei Eurypharynx pelecanoides. Eurypharynx pekecanoides und sein naher Verwandter saccopharynx species haben ihren Namen durch ihr Aussehen erhalten. Ein riesiges sackartiges Maul und einen extrem dehnbaren Magen - mit eiber Art Biologischen Lichtschutztapete, damit sie nicht von anderen Räubern gesehen werden - und einem angehängten schwanz. Sehen wir uns die Larven dieser Tiefseefische an, sehen wir, daß es sich um Vertreter der Aale handelt, da sie ebenfalls das für Aale typische Weidenblattlarven-stadium durchmachen. Eurypharynx nimmt Beute mit zahlreichen Sinneszellen an seinem Seitenlinienorgan und rund um sein sackartiges Maul wahr und weiß darum, daß was fressbares in der Nähe ist. Auch Tiefseeanglerfische, wie Melanocetus, Linophryne lucifer, Himantolophus und Ceratias verlassen sich auf die Sinneszellen rund ums Gebiss, die ihnen zuverlässig jede Bewegung in unmittelbarer Nähe melden. Tiefseeangler locken mit ihrem angelartigen Fortsatz, an dessen Ende ein Leuchtorgan sitzt, Beute an. Manche Arten wie Linophryne lucifer haben zusätzlich noch leuchtende Kinnbarteln und bei Taumatichthys sitzt der Köder direkt im Maul. Diese Fische mit stark zurückgebildeten Augen leben hauptsächlich im Bathypelagial (1000 bis ca 5000 meter) und im Abyssopelagial (5000 bis 6000 meter). Trivial gesagt sind diese Fische Bewohner der aphotischen Zonen des Ozeans (also die zone der völligen Dunkelheit)