Notfallsanitäter und ATA?
Ich bin Rettungssanitäter und möchte unbedingt auch im Rettungsdienst bleiben.
Ich hatte vor als RS ein Jahr lang zu arbeiten, um dann den NotSan weiter zu machen.
Jetzt interessiere ich mich aber sehr für den Beruf als ATA. (Anästhesietechnischer Assistent)
Während der Ausbildung würde ich versuchen im Rettungsdienst noch zu arbeiten als RS (Minijob) und nach der Ausbildung zum ATA mich zum NotSan weiterbilden lassen.
Meine Fragen:
Inwieweit kann ich meine NotSan Ausbildung verkürzen?
Praktikas müsste ich doch dann größtenteils nicht machen, vor allem die in einer Klinik, nach abgeschlossener Ausbildung zum ATA, oder?
Ist ein Leben als ATA und NotSan realistisch?
Nicht nur rein logisch betrachtet, wegen der Arbeitszeit, weil ein Einsatz auch mal bis lange nach Feierabend gehen kann, sondern auch Karriere mäßig, macht das grundsätzlich irgendwie Sinn?
kommt mir so vor, als wäre das die blödeste Frage, die man stellen könnte.
2 Antworten
Fragen sind ja prinzipiell nie blöd.
Aber in dem Fall müsste man halt echt schauen. Also, ATA und NFS ergänzen sich inhaltlich nicht wirklich gut, muss man sagen. Es sind dann doch sehr unterschiedliche Felder. Ok, Narkose hast du auch mal im Rettungdienst, aber das wars dann auch. Aber grundsätzlich sind die Unterschiede eben immens - so dass man die NFS-Ausbildung mit einer ATA-Ausbildung nicht relevant verkürzen kann. Möglicherweise mag man einige Klinikpraktika anerkannt bekommen, aber das war es.
Persönlich denke ich außerdem, dass eine Kombination der beiden Berufe auch nicht wirklich funktioniert. Im Rettungsdienst wirst du in der Regel Schichten à 12 oder 24 Stunden machen. Wenn es 24er sind, kannst du tags drauf nicht arbeiten. Da du als ATA jeden Arbeitstag normal in der Klinik verbringst, wird das schwierig. Für einen Dienst RD bräuchtest du dann diesen Tagvund den nächsten in der Klinik frei. Dazu kommen auch als ATA Bereitschaftsdienste, die dann deine Zeit in der Klinik auf 24 h verlängern. Denkbar wäre, wenn du das mit den Arbeitgebern durch kriegst, dass du eine Woche in dem einen Betrieb und die Folgewoche im anderen arbeitest - du könntest aber dann nie am Sonntag Dienst machen, was womöglich Kollegen doof finden.
Vermutlich gibt es wege, wie man die beiden Berufe zusammen ausleben kann. Keine Frage. Wenn man will, wird es irgendwie gehen. Aber es ist eben nicht so einfach. Inhaltlich sind die Unterschiede riesig und die Ausbildungen haben miteinander wenig zu tun, auch das muss einem klar sein. Aber hey - wenn das dein Weg sein soll, wirst du eine Möglichkeit finden. Ich bin von Haus aus Anästhesist und inzwischen quasi nur noch in der Notfallmedizin. Ich kenne auch beide Seiten und finde beide toll, so unterschiedlich sie auch sind. Insofern - leg los!
Der Weg über den RS zum NFS oder ATA zu kommen ist schonmal nicht schlecht, ich empfehle dir für diesen Rahmen ein FSJ, da wird deine RS Qualifikation übernommen und häufig wird auch der C1 (kleiner LKW-Führerschein <7,5 t) bezahlt.
Selbstverständlich könntest du nach der ATA Ausbildung auch die Ausbildung zum NFS machen, verkürzen könntest du diese inhaltlich aber nur kaum, eventuell werden dir Klinikpraktika anerkannt, aber auch das ist eine Einzelfallentscheidung. Ansonsten kann man so die Ausbildung nicht verkürzen, inhaltlich sind die beiden Arbeitsfelder auch sehr verschieden. Sicherlich ergänzt sich dein Wissen dabei dennoch gut.
In der Berufsausübung (wie auch schon hier geschrieben) sehe ich dass große Problem, alleine schon weil häufig die Schichtlängen garnicht stimmen. Ich stelle es mir auch sehr schwierig vor, das mit beiden Arbeitgebern zu organisieren, sei es bei dem Schichtplan oder auch bei der Urlaubsplanung.
Vielleicht findest du einen Weg, leicht ist es nicht.