Klinik hilft nicht?
Heyy, ich gehe seit 2 Monaten in eine tagesklinik wegen Depressionen, Borderline und esstörung, hab aber das Gefühl es hilft garnichts, nehme auch Medikamente aber ich spüre nichts. Ich bin auch eigentlich immer ehrlich zu den Therapeuten dort, rede ziemlich viel über die Probleme und so, aber es hilft nichts, hab immer noch selbst****Gedanken und mache manchmal noch sv. Ich ging vor der Klinik schon 2 Jahre in Therapie, aber es hilft nichts. Was soll ich tun? Kann es sein das es nie besser wird und es mir immer scheiße gehen wird?
4 Antworten
Es könnte sein, dass manche Sachen zu einem gewissen Grad für immer bleiben. Das hat mich früher immer extrem depressiv gemacht.
Das muss aber nicht heißen, dass es dir für immer schlecht gehen wird. Der Umgang mit den Problemen ist wichtiger als alles andere.
Der Umgang über das gesamte Leben entscheidet dann darüber, ob es dir später dann 90% der Zeit scheiße gehen wird und du immer komplett am verzweifeln bist oder es nurnoch 5% der Zeit ist, du z.b. in eine helfende Position gehst, für andere Kinder & Jugendliche da bist und sie inspirierst, dass es mit der richtigen Einstellung möglich ist es so gut wie aufzulösen.
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Dadurch dass es tiefsitzende Probleme sind, musst du lernen, langfristig zu denken. Nicht in ein paar Monaten eine Verbesserung erwarten sondern langsam über Jahre. Das nimmt den Druck raus und demotiviert dich weniger. In fünf Jahren zum Beispiel stehst du dadurch möglicherweise schon komplett wo anders, was du dir jetzt noch garnicht vorstellen kannst.
Eine Klinik gibt einem in der Regel nur Lebenstipps und Stabilisationsmittel an die Hand, die vorallem erst über mehrere Jahre im Leben ihre volle Wirkung entfalten.
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Genauso wie eine Pflanze nicht zum wachsen gezwungen werden kann und man nur Licht, Wasser und Dünger optimieren kann, so musst du dich auch als Pflanze sehen die die richtigen Umweltbedingungen braucht; und dann Zeit. Das heißt:
• versuchen, jede Nacht 7.5-9h zu schlafen
• gesund ernähren mit vielen Vitaminen, gesunden Fetten, genug Eiweiß
• Sport machen
• vllt Meditation jeden Tag 10min
• keine Drogen, wenig Alkohol
• eine ungefähre geregelte Tagesroutine und Struktur angewöhnen (z.b. jeden Morgen duschen, eine kleine ToDo-Liste für den Tag schreiben, ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett)
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Der Schmerz den du spürst, ist ein Zeichen vom Körper, dass etwas nicht stimmt. Genauso wie die Hand auf der heißen Herdplatte wehtut weil der Körper will, dass du sie wegziehst, so ist das Leiden ein Zeichen, dass etwas geändert werden musst.
Ich sage nicht, dass es deine Schuld ist dass du so bist wie du bist, aber ich sage, dass du die Verantwortung dafür trägst. Dadurch hast du Kontrolle darüber.
Dann würde ich dir empfehlen, Bücher über die Themen
• Borderline
• Depression
• Essstörungen
• Persönlichkeitsentwicklung
zu lesen. Desto mehr du weißt desto besser kannst du negative Züge in dir erkennen und einschätzen, und desto besser kannst du innerlich umlenken und es langfristig in eine positivere und gesündere Richtung lenken.
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Davon abgesehen darfst du im Leben nicht aufgeben. Zieh weiter Schule oder Abi oder Studium durch. Ziehe weiter Ausbildung und dann Arbeit durch. Versuche dich weiterzubilden. Versuche in ein Mindset zu kommen, in welchem du in Fortschritt, Verbesserung und Optimierung denkst. Jeden Tag ein klein bisschen besser.
Viel Glück dir
Es gibt für mich in solchen fällen immer eine Grundeinstellung. Ich bin hier um mich zu entspannen und Beschäftigung zu haben. Klinik ist für mich immer n teures Unterfangen weil ich in jedem Fall schnelles Internet brauche. So läuft dann jeden Abend n cooler Film und übern Tag genieß ich meine Therapien so gut wie möglich. Wenn ich was Brauch bestell ich mir das im Zweifel bei Amazon. Ich muss nicht arbeiten, jeder weiß das ich grad ne Krise habe und im Ernstfall ist immer jemand da der mir helfen kann. Das ist erstmal so meine Grundeinstellung zur Klinik.
Da gibts natürlich auch immer Sachen die nicht so laufen, und viel besser ist auch bei mir nicht alles geworden. Aber ich hab Ruhe gefunden und Entscheidungen getroffen. Das muss man nicht alles von heute auf morgen machen, solange du da bist hast du auf jeden Fall die Zeit. und natürlich, es ist kein Allheilmittel, weder der Aufenthalt an sich noch die Tabletten. Und ich finde es geht noch viel mehr um gute Gespräche mit mitpatienten als um überarbeitete Therapeuten und Schwestern bzw. Pfleger. Man kann sich das da ( natürlich immer im Rahmen) richtig nett machen find ich. Es darf halt nicht immer alles so erzwungen für dich wirken. Dann kriegst du halt bei der ergo nicht alles so hin wie du willst dann bist du mal beim Frühsport müde und nicht leistungsfähig, dann magst du bestimmte Schwestern und Therapeuten halt menschlich gar nicht. Völlig normal. Mach dir nicht alles noch schwerer als es so schon ist und Versuch auch mal richtig abzuschalten.
Ja versteh ich. Trotzdem. Auch mit Depression gibt es mal gute Sekunden. Manchmal reicht es schon die guten Momente besser genießen zu lernen. Für den Anfang zumindest. Du machst dir grad Druck „gesund werden zu müssen“ und ich kann nix anderes machen als zu versuchen den Druck etwas zu reduzieren. Deswegen wünsche ich mir für dich ja das du gute Ideen hast was dir Spaß macht und wie Man das auch jetzt und da in dem Umfeld umsetzen kann. Vielleicht spielst du auch gerne n Instrument und hast die Möglichkeit dir das bringen zu lassen. Vielleicht zockst du gerne am Laptop und kriegst gutes Internet da hin so das du am Tag n paar Minuten was cooles machen kannst. Vielleicht hast du Geld übrig und kaufst dir etwas was du dir schon lange wünscht. Vielleicht kannst du abends mal n Entspannungsbad nehmen und coole Musik zu hören oder was geiles auf you Tube zu gucken. Es geht nicht darum das sofort alles besser wird. Das wird nicht gehen. Vielleicht genießt du aber mal doch irgendwas und kannst dann einen Moment deine düsteren Gedanken ein Stück wegschieben. Klingt leicht gesagt von einem den die Depression nur sekundär betrifft ich weiß. Aber wie kann ich dir sonst raten die Schwere und den Druck Stückchenweise von dir zu schieben und deine Zeit zu genießen? Mit dem Fakt das Depression gut therapiert werden kann und es vielen betroffenen irgendwann auch wieder besser geht brauch ich dir doch jetzt nicht kommen, und auch mit sonstigen guten und schlechten Ratschlägen, skills und sowas. Das lernst du doch da alles schon, mit den Therapien und deinen mitpatienten. Das ist doch gar nicht das Hauptthema. Ich will dir den Rat geben genießen zu lernen. Auch wenn du alle 5 Minuten total unkoordiniert auf was anderes Bock hast: mach’s so gut du kannst! Nutz natürlich die Struktur die dir die Klinik vorgibt aber erwarte nicht zu viel von dir und deinem Körper und gönn dir was auch immer du dir gönnen kannst. Und Versuch es zu genießen wenn du dir was gutes tust. Ich kenn das bestimmt nicht in der Ausprägung, aber Druck aus einem selbst rausnehmen und genießen was man sich Gutes tut ist wenn’s Funktioniert wirklich genial. Ich hab so ziemlich alles gemacht was ich dir hier vorgeschlagen hab während ich in der Klinik war, und das war hilfreicher als alle Therapien zusammen. Es ist am Anfang komisch etwas für sich selbst zu tun und dann zu spüren wie der Körper Danke dafür sagt. Aber einen Versuch ist es wert. Du bist jetzt einmal da, Entlassung ist weder geplant noch gewünscht und du willst möglichst stark wieder in dein Leben zurückkehren. Auch da wird sich etwas ändern müssen. Auch wieder das gleiche: weniger solange du nicht stabil bist. Es geht dann seltenst gut wenn du dich in Arbeit oder Schule stürzt, dich mit allen möglichen Pflichten sonst belädst oder sonst jeden Tag noch mit deinem Alltag ausschließlich Druck spüren musst. Die Gesellschaft versteht Krisen im Leben leider noch nicht gänzlich gut, aber auch das muss egal werden. Wie oft hat mir das Arbeitsamt im letzten Jahr erzählt ich sei jung und könne vollzeit gehen. Nein kann ich nicht! Ich geh soviel wie ich kann und wie ich auch dann kann wenn ich mich bescheiden fühle.
Ich wünsche dir ein bisschen von der guten Energie und alles gute auf deinem Weg.
solch eine Therapie ist keine Aspirin Tablette die schnell wirkt. Auch die Medikamente wirken nur unterstützend. Rede mit deinem Therapeuten darüber es ist sehr schwierig Ratschläge zu erteilen.
och Versuch mich immer etwas abzulenken, durch Sport oder Dinge die mir Spaß machen. Allerdings auch dort kann eine Abhängigkeit entstehen
Woran es liegt, dass es nicht hilft, kann man aus der Ferne schwer sagen. Vielleicht stimmt die Harmonie mit den Therapeuten oder Mitpatienten nicht, vielleicht wäre eine Vollzeitklinik besser geeignet momentan. Oft ist es auch wichtig herauszufinden welcher Punkt gerade am wichtigsten ist, bzw was einem am meisten Lebensqualität geben würde.
Sich nicht alles schwer zu machen geht bei Depressionen nd