Deutungshypothese von Faust?
hey :)
ich schreib morgen eine Klausur in Deutsch (Dramenanalyse von Faust), weshalb ich mal fragen wollte, ob mir da jemand bezüglich der Deutungshypothese helfen kann.
Es gibt zwar, soweit ich weiß, keine Interpretationsansätze, die für das ganze Werk gelten, sondern die Ansätze beziehen sich entweder auf die Gelehrtentragödie (Verzweiflung der Begrenztheit) oder auf die Gretchentragödie (Höhenfall) bzw. die Zerrissenheit von Fausts Seele (Geisteshöhe <--> Sex, Sinnlichkeit) oder bestimmte Gesellschaftskritiken. Verbessert mich gern oder ergänzt noch fehlende Interpretationsansätze..
Wie kann ich das am besten ausformulieren und dann auf die jeweilige Szene beziehen?
1 Antwort
Ein Interpretationsansatz, der für das ganze Werk gilt:
Der Herr hat ja im "Prolog im Himmel" schon vorentschieden, dass Mephisto nicht der Stärkere ist.
Um sein Freiheit zu retten, muss Faust also verlieren wollen. Deshalb bietet er eine Wette an (und nicht Mephisto, wie dieser irrtümlicherweise glaubt).
Faust verliert, nach eigener Aussage, wenn er einen bestimmten Satz sagt.
Am Ende (Faust II) sagt er den Satz (weil er verlieren will) und sagt es zugleich auch nicht (denn er darf ja nicht verlieren, so hat es der Herr nämlich beschlossen) - das ist Goethes Geniestreich: "Jetzt könnte ich sagen: '...'."