Beginnt die Ausbildung für Jugendliche zu früh?

11 Antworten

Die volle Reife ist nicht Voraussetzung der Lehre sondern wird von ihr mit erreicht.

Woran soll denn die Persönlichkeit reifen? Nur an plattgesessenen Schulbänken?

In unserer Gesellschaft haben wir erkannt, dass Minderjährige bereits ab 7 J. beschränkt geschäftsfähig, aber noch unmündig sind. Ab 14 J. gilt die mündige Minderjährigkeit. (§ 106 BGB). Parallel dazu spricht nichts dagegen, mit 14 J. einen Beruf in Ausbildung aufzunehmen.

Umgekehrt würde ich von allen, die nicht schon mit 14 J. in die Berufswelt einsteigen, selbst weit über TikTok & Co. hinaus neugierig zu werden und sich auszuprobieren. (Ein gutes Feld dafür wären Sportvereine, Jungendgruppen, Theater- et al. Kreativprojekte usw. usf. Oder gar die Jungendorganisation einer Partei!) Ich würde also eher anders herum fragen: Wo kriegen eigentlich die Jugendlichen, die nicht ab 14 J. in Ausbildung oder in einem anderen Engagement sind, ihre Reife "plötzlich" mit 18 J. her? Muss ich hier Jugendliche nicht noch deutlicher auffordern, sich in irgendeiner Weise um ihre Persönlichkeitsbildung zu kümmern?

Das ist natürlich schwierig.

Aber statt immer mehr behüten, sollte m. E. immer mehr ermöglichen erfolgen.

Es ist schon so okay wie es ist.

Früher ist man übrigens meist schon mit 14 arbeiten gegangen.

Die Tendenz ist heute ohnehin eher, das man immer länger in die Schule geht. Heute holen mehr Leute nach der 10. Klasse noch das Abitur nach und immer mehr entscheiden sich danach zu studieren.

So beginnen viele auch so schon mit 18 ihre erste Ausbildung oder studieren.

Und wer nach der 10. Klasse direkt mit 16 in die Ausbildung gehen möchte und weiß was er will, soll das auch machen können.

Mit 16 ist in manchen Berufen das Jugendschutzgesetz hinderlich für die Ausbildung, zum Beispiel in der Gastronomie oder in der Logistik, wo vorwiegend spät abends gearbeitet wird. Teilweise auch im Handwerk, denn Minderjährige dürfen nur einge-schränkt auf Baustellen eingesetzt werden. Hier haben Jugendliche dann zugleich das Problem, dass sie ohne Führerschein oft auch schlecht zu den Betrieben fahren können, denn nach 20 Uhr sind die Busverbindungen oft mau.

Ein weiterer Punkt ist, dass sich Jugendliche im Arbeitsleben nicht auskennen können – wie auch? Viele haben eine Vorstellung, was sie beruflich einmal machen möchten, aber zugleich keine Ahnung, welchen Weg sie einschlagen müssen, um an dieses berufliche Ziel zu kommen. Das Resultat: Sie lernen oder studieren irgendetwas und brechen es nach einem Jahr ab, weil sie merken, dass es nicht das Richtige ist. Hier wäre nach der Schule ein Berufsvorbereitungsjahr sinnvoll.

Wer gute Noten hat, hat die Möglichkeit Hauptschul-Abschluss -> Mittlere Reife -> allg./eingeschr. HS-Reife zu machen.

Wer mit der recht breiten Bildung in der Schul nix anfangen kann: Soll man den 2 Jahre den Stoff für die Mittlere Reife wiederholen lassen?! Dann doch lieber spezialisierter, sodass er damit Geld verdienen kann.

Einigen Jugendlichen würde aber ein Nebenjob zur Schulzeit sicher nicht schaden, wo sie schon mal merken, dass unzuverlässig zu sein auch wirklich "weniger/kein Geld" bedeuten kann (und wenn es nur Gratis-Zeitungen austragen ist). Damit sie das nicht erst in der Ausbildung merken, wo es gravierender ist als bei einem Nebenjob.

notting

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Fände ich auch besser. Dann könnte man die Schule auch mehr ausbauen und die Themen besser beibringen und weitere Fächer einbringen wie zbs: Steuern.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich habe eine Ausbildung als Fachinformatiker.