Wieso ist Wasser eine newtonsche Flüssigkeit und keine nicht-newtonsche?
So weit ich das verstanden habe, beschreibt eine nicht-newtonsche Flüssigkeit (wie Maisstärkewasser) eine Flüssigkeit, die bei wenig Kraft wie eine Flüssigkeit agiert und bei grosser Krafteinwirkung wie ein solider Block.
Wenn man nun schnell auf Wasser trifft (Z.B. Flugzeugabsturz), prallt das Objekt ja auch sehr hart aufs Wasser auf.
Wieso ist es denn nicht eine nicht-newtonsche Flüssigkeit?
Ist diese Definition einfach zu ungenau oder was?
2 Antworten
(Es gibt auch nicht-newtonsche Flüssigkeiten andersherum: bei geringer Scherspannung fast wie ein Festkörper, bei höherer Scherspannung flüssig. Bekanntestes Beispiel: Tomatenketchup (und allgemein Tomatenmark und seine Produkte).)
"Newtonsch" heißt bei einer Flüssigkeit, dass die Schergeschwindigkeit proportional zur Scherspannung ist.
Das ist ähnlich wie bei Reibung: die Reibung eines Ölfilms ist proportional zur Geschwindigkeit, die Reibung trockener Flächen aufeinander (Holzklotz auf Tischplatte) nahezu geschwindigkeitsunabhängig und Luftwiderstand proportional zum Quadrat der Geschwindigkeit. Aber in allen 3 Fällen merkt man die Reibung bei hoher Geschwindigkeit.
Ebenso merkt man auch die Viskosität (Zähigkeit) von newtonschen wie von nicht-newtonschen Flüssigkeiten, senn man sie in sich bewegt.
Hinzu kommt, dass beim Aufprall auf das Wasser dieses nicht nur verschoben, sondern auch beschleunigt werden muss. Einen Aufprall würdest du auch merken, wenn du im Weltall auf einen Schwarm von kleinen Eiswürfeln stoßen würdest, die keinen Kontakt zueinander haben.
Ah, also war die Definition einfach zu schwammig :D
Vielen Dank!
Der Unterschied ist, dass bei einer Newtonschen Flüssigkeit die Gegenkraft proportional der Geschwindigkeit ist. Bei Nichtnewtonschen Flüssigkeiten herrschen andere Beziehungen zwischen diesen Größen und die Navier Stokes Gleichungen genügen nicht mehr den Eigenschaften des Fluids.