Wie fing man an, Sprachen zu übersetzen?
Heutzutage eine Sprache zu lernen ist ja ziemlich einfach, es gibt Sprachkurse, Sprachapps und Ähnliches. Wie allerdings haben die ersten Menschen zum Beispiel chinesisch oder japanisch gelernt? Wie hat man es geschafft, mit Leuten zu kommunizieren, ohne auch nur ein Wort zu verstehen?
5 Antworten
"Heutzutage eine Sprache zu lernen ist ja ziemlich einfach, es gibt Sprachkurse, Sprachapps und Ähnliches."
Rate mal, wie man eine Sprache genau NICHT lernt, was auch die tausenden von Sprachlernern, die sich nur auf diese Methoden verlassen, beweisen.
Im Prinzip lernt man sie so, wie man sie einst übersetzt hat. Nur hat man mehr Hilfsmittel: Herausfinden, was jedes Wort bedeutet. Nur ging das selbst damals schon wesentlich einfacher, als du es dir vorstellt.
Du musst bedenken, dass unterschiedliche Sprachen keine abgekapselten Gebilde sind. Sie haben sich parallel entwickelt. Die meisten lassen sich auf Proto-Indo-Europäisch zurückführen. Und dadurch hattest du die meiste Zeit einfach bilinguale Sprecher, die zwei Sprachen konnten. Selbst als Japan durch Perry nach Jahren der - zum größten Teil - Abkapselung seine Grenzen wieder öffnete, hatten beide Seiten Leute, die die Sprache der jeweils anderen konnten.
Eine Phase wie in Filmen, wo jemand auf ein Objekt zeigt und den Namen wiederholt, war selten und dauerte im Regelfall nicht lange. Zudem merkt man beim richtigen lernen (aka dem außerhalb von Kursen und Lehrbüchern) wie Einheimische bestimmte Dinge bezeichnen. Wenn du etwa das Wort "Katze" in einer Fremdsprache oft genug hörst, wenn Leute eine Katze ansehen, kommst du drauf.
Interessante Frage. Das meiste wurde ja schon gesagt. Was nicht mehr lebendige Sprachen (Latein, Alt-Griechisch, Alt-Hebräisch usw. )betrifft, da ist es noch komplizierter, es gibt zwar sehr alte Wörterbücher, aber historische Forschungen (Textanalysen, Textvergleiche, Wortstatistiken etc.) bringen häufig noch andere Bedeutungen zutage.
Das funktioniert genauso wie man heutzutage mit einem kommunikativen Ansatz Sprachen lernt/lehrt.
Kontexte, worüber sich Leute unterhalten, kennt man aus der eigenen Sprache. Diese muss man erkennen, gut zuhören, nachahmen, schlussfolgern und dann auf weitere Situationen anwenden.
Guter Unterricht, an dem Leute interessiert teilnehmen, braucht keine Übersetzungen.
Sie haben sich zusammengesetzt und Wörterbücher angefertigt.
Einfach ist zu viel gesagt, aber man such immer nach etwas gemeinsamen, was beide kennen. Einne Apfel, zum Beispiel, einer hebt ihn hoch und beide sagen, wie sie ihn nennen. Dann reicht man ihn rüber, sagt wie das heißt und so weiter, irgendwann hat man eine Basis zum Unterhalten, darauf kann man dann aufbauen.
So wurde das immer gemacht, auch in Europa wurden so Sprachen gelernt. Das waren dann die Übersetzer.